Augenblicke der Besinnung

Ich spreche mit Gott
und Er spricht mit mir.
Es ist meine Lieblingsbeschäftigung,
den Herrn kniend
im Allerheiligsten Sakrament anzubeten
und mit kindlichem Vertrauen
alles von Ihm erbitten zu können.

Heiliger Charbel Makhlouf













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Updated: 1 hour 24 min ago

Ständiger Rat befasst sich mit der Überarbeitung der Rahmenordnung Prävention, der Leitlinien und des Maßnahmenkatalogs zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs

25. June 2019 - 14:57

Der Ständige Rat hat sich auf seiner heutigen Sitzung (25. Juni 2019) in Berlin mit Entwürfen zur Überarbeitung der Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch und der Rahmenordnung Prävention befasst. Die Entwürfe wurden seit Juni 2017 in Redaktionsprozessen unter Einbeziehung von Betroffenen erarbeitet. Dabei wurden Hinweise aus den (Erz-)Bistümern ebenso berücksichtigt wie die Ergebnisse des Gutachtens des Instituts für Praxisforschung und Projektberatung München zum Bistum Hildesheim (Oktober 2017), der MHG-Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (September 2018) und neuere datenschutzrechtliche Entwicklungen.

Mit der Veröffentlichung des Motu proprio Vos estis lux mundi am 9. Mai 2019 hat Papst Franziskus ein weiteres Dokument im Kampf gegen den sexuellen Missbrauch erlassen. Auch wenn viele der neuen universalkirchlichen Normen bereits durch die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz abgedeckt sind, müssen Regelungen des Motu proprio in die Leitlinien und die Rahmenordnung eingearbeitet werden. Aus diesem Grund hat der Ständige Rat die Geltungsdauer der aktuellen Regelungen bis zum 31. Dezember 2019 verlängert. Die abschließenden Entwürfe sollen bis Ende 2019 verabschiedet werden.

Als Reaktion auf die Ergebnisse der MHG-Studie haben die deutschen Bischöfe am 20. November 2018 fünf zentrale Schritte angekündigt, die unter der Verantwortung von Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Beauftragter für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes der Deutschen Bischofskonferenz, konsequent umgesetzt werden (siehe auch Pressemitteilung vom 20. November 2018). Bischof Ackermann hat im Ständigen Rat über die kontinuierlichen Fortschritte berichtet. Bei der Umsetzung aller Arbeitsschritte wird großer Wert auf die Zusammenarbeit mit Betroffenen, externen Sachverständigen, Vertretern staatlicher Stellen und Wissenschaftlern gelegt. Zum Stand der Arbeiten berichtete Bischof Ackermann:

  • Zur Erarbeitung einer standardisierten Aktenführung wurde eine bundesweite Erhebung zur gegenwärtigen Praxis in den (Erz-)Bistümern durchgeführt. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Erarbeitung einer bundeseinheitlichen Rahmenordnung, welche die Dokumentation von Missbrauchsbeschuldigungen in allen (Erz-)Bistümern einheitlich, transparent und verbindlich sicherstellen soll. Eine Expertengruppe wird diese Rahmenordnung erarbeiten, die sich am weltlichen Beamtenrecht orientieren soll.
  • Die MHG-Studie hat die Einrichtung von unabhängigen Anlaufstellen für Betroffene empfohlen, welche eine niedrigschwellige und von der katholischen Kirche unabhängige Beratung gewährleisten sollen. Dazu werden zurzeit Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend (BKSF) geführt.
  • Zur Weiterentwicklung des gegenwärtigen Verfahrens zur Anerkennung des Leids fand am 27. Mai 2019 ein Kick-off-Workshop statt, bei dem 28 fachkundige Personen aus Kirche und Gesellschaft Vorschläge für eine Reform des aktuellen Systems erarbeitet haben (siehe auch Aktuelle Meldung vom 28. Mai 2019). Diese bezogen sich unter anderem auf die Struktur und Transparenz des Verfahrens sowie auf die Unabhängigkeit des Entscheidungsgremiums. Es wurde außerdem besprochen, ob eine möglichst individualisierte oder pauschale Lösung vorzuziehen sei. Deutlich wurde dabei, wie wesentlich ein betroffenensensibles Vorgehen in dem gesamten Verfahren ist. Die im Workshop gewonnenen Erkenntnisse werden durch Erhebungen zur Zufriedenheit von Betroffenen mit dem aktuellen System und zur Akzeptanz bei den unterschiedlichen Beteiligten ergänzt. Eine unabhängige Arbeitsgruppe wird beauftragt, Grundsätze für die Überarbeitung und Weiterentwicklung des Verfahrens vorzulegen, die auf möglichst breite Zustimmung stoßen.
  • Zur Sicherstellung einer transparenten und unabhängigen Aufarbeitung arbeitet die katholische Kirche mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, und einer von ihm eingerichteten Arbeitsgruppe zusammen. Am 22. Mai 2019 fand dazu ein erstes Treffen statt, bei dem sich über das weitere gemeinsame Vorgehen verständigt wurde. Bis zum Herbst soll eine Vereinbarung zu einheitlichen Standards und Kriterien der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im katholischen Bereich geschlossen werden.
  • Im Anschluss an die Beratungen zur MHG-Studie im September 2018 erklärten die deutschen Bischöfe, ein verbindliches überdiözesanes Monitoring für die Bereiche der Intervention und der Prävention einzurichten. Mithilfe eines solchen überdiözesanen Monitorings soll die bisher bemängelte Undurchsichtigkeit und Uneinheitlichkeit im Umgang mit den Maßnahmen und Verfahren zur Intervention, Prävention und Aufarbeitung systematisch erfasst und behoben werden. Dazu wird eine Zusammenarbeit mit dem Institut für Prävention und Aufarbeitung (IPA) angestrebt, dessen Gründung am 27. Mai 2019 öffentlich angekündigt wurde und das Mitte September 2019 in Lantershofen seine Arbeit aufnimmt.

Hintergrund
Die Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Jahre 2002 wurden überarbeitet und in einer ersten Fassung am 1. September 2010 ad experimentum für drei Jahre erlassen. Am 26. August 2013 wurde eine weitere überarbeitete Fassung für fünf Jahre erlassen. Die überarbeitete Rahmenordnung Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz wurde am 26. August 2013 verabschiedet und ersetzte damit die Erstfassung vom 23. September 2010.

Hinweise:
Der Maßnahmenkatalog sowie ein Überblick über zentrale Maßnahmen der katholischen Kirche in Deutschland im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch an Minderjährigen im kirchlichen Bereich seit Januar 2010 sowie weitere Informationen zu den Themen Missbrauch und Prävention sind auf der Themenseite Sexueller Missbrauch verfügbar.

Dort sind ebenfalls die aktuellen Versionen der Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz sowie der Rahmenordnung Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz zu finden.

„Dem Populismus widerstehen“

25. June 2019 - 11:42

Unter dem Titel Dem Populismus widerstehen hat die Deutsche Bischofskonferenz heute (25. Juni 2019) in Berlin eine Arbeitshilfe zum kirchlichen Umgang mit rechtspopulistischen Tendenzen veröffentlicht. Das Dokument, das im Zusammenwirken der Migrationskommission und der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz sowie der Deutschen Kommission Justitia et Pax als Expertentext entstanden ist, wurde von den drei zuständigen Kommissionsvorsitzenden, Erzbischof Dr. Stefan Heße, Bischof Dr. Franz-Josef Bode und Bischof Dr. Stephan Ackermann vorgestellt.

In einer Einführung zur Arbeitshilfe beschreiben die drei Bischöfe die gegenwärtigen rechtspopulistischen Tendenzen als Herausforderung für Kirche und Gesellschaft: „Der Populismus, der uns herausfordert, zeigt tagtäglich sein bedrohliches Gesicht, weil er zu Schwarz-Weiß-Malerei und neuer Kleingeistigkeit verführt – in der Gesellschaft wie in der Kirche. Tatsächlich wird die Welt immer komplexer, und es ist unbestreitbar, dass diese Komplexität manchen überfordert. Der Populismus aber verspricht zu einfache Antworten.“ Mit Entschiedenheit weisen die Bischöfe jeglichen Versuch zurück, das Christentum für populistische Zwecke zu vereinnahmen: „Wir sind überzeugt, dass unser Glaube und unsere katholische Tradition als Weltkirche im Widerspruch stehen zu entscheidenden Merkmalen des Populismus. Wir denken an die (...) absolute Gleichheit aller Menschen als Geschöpfe Gottes. Wir denken an das fundamentale Gebot der Nächstenliebe, die gerade auch den erreicht, der uns vielleicht am fernsten steht, der aber in seiner Hilfsbedürftigkeit uns zum Nächsten wird.“

Nach Einschätzung der Bischöfe gehen populistische Bewegungen in aller Regel mit der Angst vor gesellschaftlichem Niedergang einher. Demgegenüber sei für die Kirche die Dimension der Hoffnung prägend: „Unser Glaube steht für das Vertrauen in einen Gott, der nicht Angst und Schrecken verbreitet, sondern Zuversicht: die Zuversicht, dass bei der Lösung der Probleme unserer Zeit keine ängstliche Verbissenheit um sich greifen muss.“ Aufgabe der Seelsorge sei es, auch auf jene Menschen zuzugehen, die mit populistischen Tendenzen sympathisieren: „Unser Auftrag besteht darin, mit allen ins Gespräch zu kommen – auch mit denen, die ganz anderer Auffassung sind.“

Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg) erinnerte bei der Vorstellung der Arbeitshilfe an die Opfer von Hass und Ausgrenzung: „Als Vorsitzender der Migrationskommission und Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen habe ich in den vergangenen Jahren immer wieder erlebt, dass rechtspopulistische Tendenzen kein rein abstraktes Phänomen sind. Vielmehr werden sie als ganz konkrete Bedrohung wahrgenommen: von Menschen, die vor Gewalt geflohen sind und hier Schutz suchen, und von den ehrenamtlich Engagierten, die Flüchtlingen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Mancherorts wird ein Klima der Feindseligkeit geschürt, das zwischenmenschliche Begegnungen verhindert und das gesellschaftliche Miteinander vergiftet.“ In dieser schwierigen Situation würden Kirchengemeinden und kirchliche Basisinitiativen zu Recht erwarten, dass die Bischöfe ihnen „geistlich und argumentativ den Rücken stärken“.

Der Vorsitzende der Pastoralkommission, Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), betonte, dass es „innerkirchlich einen Gesprächs- und Klärungsbedarf“ gebe. „Denn da sind auch diejenigen, die in kirchlichen Gemeinden und Gruppen Ängste schüren und die Ablehnung des und der Fremden verstärken. Es gibt auch diejenigen, die die Sorge um den Verlust einer christlichen Identität instrumentalisieren, um überhaupt gegen Muslime und Andersdenkende oder gegen moderne Familienbilder und Rollenveränderungen in der Gesellschaft oder gegen Homosexuelle und Menschen mit anderen sexuellen Identitäten zu hetzen.“ Dies stelle eine Herausforderung für die Pastoral dar. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die in der Arbeitshilfe dokumentierten Beispiele dazu anregen sollen, „gegen populistische Stimmen und Stimmungen in Gesellschaft und Kirche vorzugehen.“

Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax, beschrieb den kirchlichen Einsatz für Menschenrechte als Schwerpunkt von Justitia et Pax. Der Geltungsanspruch der Menschenrechte werde in rechtspopulistischen Kreisen infrage gestellt und Menschenrechte würden „als unzulässige Beschränkung der Volkssouveränität“ abgetan. „Der Respekt vor der Würde des Menschen kann nur in einem demokratischen Gemeinwesen abgesichert werden – wie auch unsere moderne Demokratie nur in einem Gemeinwesen denkbar ist, das sich am Respekt vor der Würde eines jeden Einzelnen orientiert.“ Die Menschenrechte „zu stärken und damit die reale Pluralität des Gemeinwesens sichtbar werden zu lassen bedeutet, Demokratie zu leben“.

Die Ausarbeitung der Arbeitshilfe leistete eine Expertengruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl (Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin). Das Dokument gibt Anregungen für Diskussionen und Aktivitäten, vermittelt Hintergrundinformationen und Argumente und stellt beispielhafte kirchliche Initiativen sowie pastorale Anregungen vor. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Tendenzen orientiert sich an sechs thematischen Schwerpunkten: (1) Welches Volk? Annäherungen an Phänomene des Populismus, (2) Strategien und Inhalte rechtspopulistischer Bewegungen, (3) Flucht und Asyl, (4) Islam und Islamfeindlichkeit, (5) Familienbilder, Frauenbilder, Geschlechterverhältnisse sowie (6) Identität und Heimat.

Im Anschluss an die Präsentation der Arbeitshilfe durch die drei Bischöfe fand eine Podiumsveranstaltung statt, die einer kritischen Analyse des Dokuments diente. Neben Prof. Dr. Lob-Hüdepohl nahmen daran Bettina Jarasch (Abgeordnetenhaus Berlin), Prof. em. Dr. Werner Patzelt (TU Dresden) und Dr. Siegfried Grillmeyer (Kompetenzzentrum Demokratie und Menschenwürde der Katholischen Kirche Bayern) teil. Moderiert wurde die Diskussion von der stellvertretenden Direktorin der Katholischen Akademie in Berlin, Dr. Maria-Luise Schneider.

Hinweise:
Die Statements von Erzbischof Heße, Bischof Bode und Bischof Ackermann sind untenstehend als pdf-Dateien zu finden.

Die Arbeitshilfe Dem Populismus widerstehen. Arbeitshilfe zum kirchlichen Umgang mit rechtspopulistischen Tendenzen ist als pdf-Datei in der Rubrik Publikationen verfügbar. Dort kann diese auch als Broschüre (Arbeitshilfen Nr. 305) bestellt werden.

Weihbischof Bentz beendet viertägige Reise nach Kairo

21. June 2019 - 13:16

Heute (21. Juni 2019) geht die viertägige Reise von Weihbischof Dr. Udo Bentz (Mainz) nach Kairo (Ägypten) zu Ende. Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz hielt sich dort zu Gesprächen mit Vertretern katholischer und orthodoxer Kirchen und des Islam auf. Dabei konnte er sich über die Situation der Christen, Fragen der Religionsfreiheit und die Bedeutung interreligiöser Zusammenarbeit informieren. „Das Engagement der Christen in diesem Land beeindruckt mich sehr. Vor allem in der Bildung leisten die Kirchen viel. Die katholische Kirche ist recht klein. Sie betreibt aber 170 Schulen. Das ist enorm. Damit wirkt sie mitten in die Gesellschaft hinein“, so Weihbischof Bentz.

Weihbischof Bentz versteht es als ein gutes Zeichen, dass viele Muslime ihre Kinder „wie selbstverständlich“ auf christliche Schulen schicken und damit ganz konkret ein gutes Miteinander der Religionen praktizieren. Patriarch Ibrahim Sidrak, das Oberhaupt der koptisch-katholischen Kirche, unterstrich die Bedeutung, die den katholischen Schulen für die Einübung eines alltäglichen Miteinanders zukomme. Indem Kinder gemeinsam unterrichtet würden, lernten sie Angehörige der anderen Religion kennen und bauten Vorurteile ab. „Zudem nehmen sie alle an Kursen teil, in denen gemeinsame Werte für eine tolerante Gesellschaft vermittelt werden“, führte der Patriarch aus. Die katholischen Schulen werden ungefähr zur Hälfte von Muslimen besucht. Auch ein großer Teil der Lehrerschaft ist muslimisch. „Dies zeigt, dass der in den Schulen vermittelte gegenseitige Respekt von Vielen in der Gesellschaft geschätzt und geachtet wird“, so Patriarch Ibrahim.

Auch in der Begegnung mit Papst Tawadros II., dem Patriarchen der koptisch-orthodoxen Kirche, standen Fragen der Bildung im Mittelpunkt. So hat der koptische Papst den Bau und den Unterhalt von Schulen initiiert, denn „gute Bildung ist die Grundlage von Demokratie und Menschenrechten“, wie Tawadros II. betonte. Eine besondere Aufgabe sieht er in der Fortbildung der Lehrer und in der geistlichen Profilierung der Schulen. Bildung, so Papst Tawadros II., sei ein Schlüssel, um der Migration aufgrund sozialer und ökonomischer Probleme zu begegnen.

Die Erziehung zu gegenseitigem Respekt von Angehörigen verschiedener Religionen war auch Thema des Austausches von Weihbischof Bentz mit dem Großscheich der Al Azhar, Ahmed Mohammad Al Tayeb. Dieser bewertete das gemeinsame „Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen“, das er und Papst Franziskus im Februar 2019 unterzeichnet haben, als Meilenstein der Förderung von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung. Der Text hat, so betonte der Großscheich, inzwischen Eingang in das Curriculum von Al Azhar gefunden. In der Begegnung zwischen dem Großscheich und Weihbischof Bentz wurde auch die Entwicklung des vor einigen Jahren gegründeten „Hauses der Familie“ in Ägypten erörtert. In dieser interreligiösen Einrichtung bearbeiten derzeit acht Kommissionen besonders konfliktträchtige Felder gesellschaftlicher Debatten. Auch hier sind Fragen von Bildung und Kultur, die in einer Bildungskommission diskutiert werden, von hoher Bedeutung. Die Initiative hat sich unter anderem zur Aufgabe gestellt, Schulbücher zu prüfen, um negative Stereotypisierungen anderer Religionen aufzuspüren und auf deren Entfernung hinzuwirken.

Auch Pastor Andrea Zaki, der Präsident des evangelischen Kirchenrates Ägyptens, unterstrich die Bedeutung von Dialog und Bildung für die künftige Entwicklung der Gesellschaft. „Für eine weitere Durchsetzung von Demokratie und Menschenrechten bedarf es mehr Zeit und Geduld, damit sich demokratische Tugenden in der Gesellschaft entwickeln können“, mahnte der evangelische Kirchenpräsident.

In allen Gesprächen der Delegation wurde die Notwendigkeit einer vertieften politischen und gesellschaftlichen Erneuerung Ägyptens herausgestellt. Dabei stand die Frage im Vordergrund, welche Wege und Initiativen hilfreich sind, um Ägypten auf dem Weg zu einer inklusiveren Gesellschaft zu unterstützen. „Bildung ist und bleibt der zentrale Schlüssel auf diesem Weg zu einer Zivilgesellschaft, die allen gleiche Rechte, gleiche Pflichten und die gleiche Würde ermöglicht“, so Weihbischof Bentz. „Es hat mich berührt, wie Papst Tawadros davon sprach, dass sich alle Ägypter als Teil der einen Nation wahrnehmen, deren Lebensader und Lebensraum seit Jahrtausenden der Nil ist.“

Kardinal Marx auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund

21. June 2019 - 11:55

Zu einem neuen Reden über Gott, auch in ökumenischer Perspektive, hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, heute (21. Juni 2019) in Dortmund aufgerufen. Bei einer Bibelarbeit in der Westfalenhalle aus Anlass des Evangelischen Kirchentags betonte Kardinal Marx, dass mit dem Reden über Gott manche ökumenische Streitfrage in ganz anderem Licht erscheine.

In der Bibelarbeit legte Kardinal Marx Genesis 22, 1–19 aus, in der das Opfer Abrahams geschildert wird, der seinen Sohn Isaak opfern soll. Die Geschichte zeige, wie das Vertrauen des Menschen auf die Probe gestellt werde. „In der Person Abrahams erleben wir einen Menschen, der das Unerwartete, das Nicht-Verständliche akzeptiert und sein Ja sagt“, so Kardinal Marx. Dabei mache Abraham die Erfahrung, dass Gott ihn nicht übersehe: „Gott sieht nach dem Menschen, er rettet den Menschen. Haben wir genügend Vertrauen in diesen Gott? Wir müssen neu lernen, dass Gott den Menschen nicht übersieht. Diesen Glauben sollten wir haben, einen Glauben, der offen ist und der alles wagt, ein Glaube, der lebendig ist und frei macht“, hob Kardinal Marx hervor.

Das biblische Gottesbild sei zutiefst ein Gottesbild der Kommunikation: „Gott spricht! Und es gibt jemanden, der zuhört. Es gibt das Fragen des Menschen und die Antwort Gottes. Das ist ein besonderes kommunikatives Geschehen“, so Kardinal Marx. Abraham höre auf den Anruf Gottes und befolge ihn. Bei all seinem Fragen, warum er seinen Sohn opfern solle, bekomme er von Gott die rettende Antwort. „Gott mutet Abraham eine Menge zu. Aber Abraham zeigt die Bereitschaft, Ja zu sagen, aus sich hinauszugehen, aufzubrechen und neue Wege zu gehen. Diese Bereitschaft wird von Gott angenommen, es kommt das Ja Gottes auf uns Menschen zu, das über alles hinausgeht, was wir kalkulieren, berechnen und planen können.“

Kardinal Marx betonte in der Bibelarbeit, dass es eine Herausforderung sei, immer neu den Aufbruch zu wagen, neu über Gott zu denken. Das Wort von Augustinus – „Wer liebt, bricht auf“ – drücke aus, worauf es Abraham ankam und was heute für die Kirchen wichtig sei: „Wer liebt, bricht auf und bleibt nicht sitzen. Wir müssen neugierig auf den Anruf Gottes sein. Eine Kirche, die selbstreferenziell ist, die nur sich sieht, die nur um sich kreist, wird nicht aufbrechen, sie wird nicht zum Segen werden. Haben wir die Kraft – auch als Kirchen –, durch Schwierigkeiten hindurch zu gehen? Auch wenn uns manche Zumutungen des Lebens und Zumutungen Gottes unbegreiflich erscheinen, so sind wir doch aufgerufen, das auszuhalten und uns zu bewähren“, sagte Kardinal Marx. Die Lernerfahrung Abrahams, die die Menschen übernehmen könnten, sei das Leben in einem Horizont Gottes: „Es ist ein Gott, der mich nicht aus den Augen lässt, dem ich vertrauen kann, so wie es das Motto dieses Kirchentags ist.“

Mit Blick auf den weiteren ökumenischen Weg warb Kardinal Marx um das offene Ohr, sich von Gott ansprechen zu lassen. Die Erneuerung des Christentums sei ein langer Weg in die Tiefe, wie es auch der tschechische Theologie Tomáš Halik ausdrücke. Kardinal Marx sagte: „Die ökumenischen und pastoralen Tätigkeiten sind wichtig. Die Suche nach einer neuen und tieferen Form, über Gott zu sprechen, ist aber noch wichtiger. Die tiefste Krise ist, wenn wir mit dem Wort Gottes nichts mehr anfangen können. Als Kirchen müssen wir uns ökumenisch fragen lassen: Wie beginnen wir, Menschen zu faszinieren, von Gott zu sprechen und das Geheimnis Gottes zu ergründen? Lassen wir eine Reise in die Tiefe der Gottesrede unternehmen, da kommen wir ökumenisch in unserem Denken ganz neu zusammen. Da werden manche Fragen rasch Schnee von gestern sein, wenn wir lernen, von diesem Geheimnis, dem absoluten Geheimnis Gottes zu sprechen. Es ist ein Geheimnis, das für uns alle wichtig ist und unser Leben bestimmt“, so Kardinal Marx.

Der 37. Evangelische Kirchentag in Dortmund vom 19. bis 23. Juni 2019 steht unter dem Leitwort aus dem zweiten Buch der Könige im Alten Testament: „Was für ein Vertrauen“ (2 Kön 18,19).

Vierter Katholischer Flüchtlingsgipfel und Verleihung des Katholischen Preises gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus

17. June 2019 - 12:17

Der vierte Katholische Flüchtlingsgipfel findet am Donnerstag, 4. Juli 2019, auf der Zeche Carl in Essen statt. Erwartet werden rund 100 Praktiker, Experten und Ehrenamtliche aus ganz Deutschland. Thematisch widmet sich der diesjährige Flüchtlingsgipfel „Herausforderungen kirchlicher Flüchtlingsarbeit im Umgang mit Fremdenfeindlichkeit“. Der Flüchtlingsgipfel wird vom Arbeitsstab des Sonderbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), vorbereitet.

Im Anschluss an den Flüchtlingsgipfel verleiht die Deutsche Bischofskonferenz im Rahmen eines Festakts zum dritten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Der Katholische Preis soll dazu beitragen, das kirchliche Zeugnis gegen jede Form der Menschenverachtung zu stärken. Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, wird den Festvortrag halten. Musikalisch wird die Veranstaltung von der Essener Band „Culture Pool“ begleitet. Als Moderatorin wird Natalie Amiri (ARD) durch den Abend führen.

Der mit 4.000 Euro dotierte erste Preis geht an das Projekt „Global Village: Weltort Lennep“ der Katholischen Pfarrgemeinde St. Bonaventura und Hl. Kreuz in Remscheid-Lennep. Die beiden zweiten Preise (jeweils 3.000 Euro) erhalten die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) und der Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland (BDAJ) für ihre gemeinsame Initiative „Tacheles! Klare Kante gegen Extremismus“ sowie die Caritas Schweinfurt für das Projekt „Lesekoffer Flucht und Vertreibung“ und weitere Aktivitäten in der Flüchtlingshilfe. Mit einem „Sonderpreis für eine innovative Projektidee“ (1.500 Euro) wird das Projekt „Café Hoffnung“ der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen ausgezeichnet.

Beim vierten Katholischen Flüchtlingsgipfel wird Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl (Katholische Hochschule für Sozialwesen in Berlin) einen Vortrag zum Thema „Fremdenfeindlichkeit – (k)ein Thema für die Kirche?“ halten. Die Arbeitsgruppen befassen sich mit folgenden Themen:

  • Arbeitshilfe „Dem Populismus widerstehen“,
  • Umgang mit Fremdenfeindlichkeit in der Seelsorge,
  • Gesprächsräume öffnen – Rechtspopulismus richtig thematisieren,
  • Umgang mit fremdenfeindlichen Parolen – „Kneipentour“ Konzept,
  • Umgang mit Vielfalt in kirchlichen Verbänden, Institutionen und Gemeinden,
  • Individuelle Differenz- und Diskriminierungssensibilität.


Darüber hinaus gibt Ali Can (Leiter des „VielRespektZentrums“ in Essen, Gründer des Hashtags #MeTwo, Begründer der „Hotline für besorgte Bürger“ und Autor des gleichnamigen Buches) unter dem Leitwort „MeTwo. Ich bin deutsch und anders“ einen Impuls. Zum Abschluss des Gipfels diskutieren Erzbischof Dr. Stefan Heße, Ali Can, Dr. Ina Schildbach (Projektleitung der „Kompetenzzentren für Demokratie und Menschenwürde der katholischen Kirche Bayern“) und ein Vertreter der nordrhein-westfälischen Landespolitik zum Thema „Fremdenfeindlichkeit – Welche Aufgaben stehen in Kirche und Gesellschaft an?“.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien laden wir herzlich zum Flüchtlingsgipfel und zur anschließenden Preisverleihung ein. Wir bitten um Verständnis, dass die Arbeitsgruppen des Gipfels nicht öffentlich sind.

Der Flüchtlingsgipfel und die Preisverleihung finden auf der Zeche Carl in Essen (Wilhelm-Nieswandt-Allee 100, 45326 Essen) statt. Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien bitten wir, sich bis zum 2. Juli 2019 (12.00 Uhr) über das Online-Formular zu akkreditieren. Bitte beachten Sie, dass eine Akkreditierung nur online möglich ist.

Flüchtlingsgipfel – folgende Programmpunkte sind für Medien zugänglich:
13.00 bis 13.10 Uhr: Begrüßung durch Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen und Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz

13.10 bis 13.55 Uhr: Vortrag „Fremdenfeindlichkeit – (k)ein Thema für die Kirche?“ von Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl (Professor für Theologische Ethik, Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin)

15.45 bis 16.15 Uhr: Impuls „MeTwo. Ich bin deutsch und anders“ von Ali Can (Leiter des „VielRespektZentrums“ in Essen; Gründer des Hashtags #MeTwo; Begründer der „Hotline für besorgte Bürger“ und Autor des gleichnamigen Buches)

16.15 bis 17.10 Uhr: Abschlussdiskussion „Fremdenfeindlichkeit – Welche Aufgaben stehen in Kirche und Gesellschaft an?“ mit:

  • Erzbischof Dr. Stefan Heße,
  • Dr. Ina Schildbach (Projektleitung der „Kompetenzzentren für Demokratie und Menschenwürde der katholischen Kirche Bayern“),
  • Ali Can (Leiter des „VielRespektZentrums“ in Essen, Gründer des Hashtags #MeTwo, Begründer der „Hotline für besorgte Bürger“ und Autor des gleichnamigen Buches) und
  • einem Vertreter der nordrhein-westfälischen Landespolitik.

Katholischer Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus
Die Preisverleihung findet im Anschluss um 18.00 Uhr ebenfalls auf der Zeche Carl in Essen statt. Den Festvortrag hält Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Medienvertreter sind herzlich zur Preisverleihung und zum Empfang eingeladen sowie vorab zu einem Fototermin um 17.45 Uhr (Treffpunkt am Haupteingang der Zeche Carl). Vertreter der Preisträger-Initiativen, Erzbischof Heße, Ministerpräsident Armin Laschet und Moderatorin Natalie Amiri (ARD) stehen der Presse für Fotos zur Verfügung.

Hinweise:
Informationen zur Preisverleihung sind im Einladungsflyer verfügbar, der als pdf-Datei unter www.dbk.de zu finden ist. Weitere Informationen zu dem Preis finden Sie auf der Internetseite des Preises.
Informationen rund um den Flüchtlingsgipfel und die Flüchtlingshilfe der katholischen Kirche sind auf der Internetseite www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de verfügbar.

Jahrestagung des Cusanuswerks 2019

16. June 2019 - 12:09

Mit mehr als 800 Stipendiatinnen und Stipendiaten der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk ist heute (Sonntag, 16. Juni 2019) die Jahrestagung des Cusanuswerks im niederländischen Baarlo/Venlo zu Ende gegangen. Sie stand unter dem Thema „Brave New Work. Zur Zukunft der Arbeit“. Im Rahmen der größten jährlichen Veranstaltung des Begabtenförderungswerks der katholischen Kirche in Deutschland wurden, wie zuletzt 2016, mehrere Preise für innovative Netzwerkideen verliehen.

In seiner Predigt beim Festgottesdienst betonte der Vorsitzende der Kommission für Wissenschaft und Kultur der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln): „Es mag vielleicht auf einen ersten Blick anachronistisch erscheinen, wenn wir Christen angesichts des ‚everything changes‘, dem vielfältigen technischen und gesellschaftlichen Wandel, mit einem Lied aus dem Gotteslob von Gott bekennen: ‚Wie Du warst vor aller Zeit, so bleibst Du in Ewigkeit‘. Aber die ewige Zusage Gottes zu uns Menschen ist gerade nichts Gestriges: Gott steht vielmehr unveränderlich und stets aktuell zu seinem Bund mit uns Menschen. Gott ist die Liebe, zu ihm dürfen wir ‚Vater‘ sagen und sind auf seinen Namen getauft. Diese Berufung ist im Angesicht der gegenwärtigen Veränderungen kein Anachronismus. Sie ist vielmehr die Hoffnung, die nicht zugrunde gehen lässt (vgl. Röm 5,1).“

Künstliche Intelligenz, Automatisierungsprozesse und immer kürzere Innovationszyklen beschleunigen die Veränderungen in der Arbeitswelt. Autonome Fahrzeuge, digitale Medizin und intelligente Sprachsysteme sind längst keine Science-Fiction mehr. Aus Utopien sind Wirklichkeiten geworden, die im Alltag und in den Wertschöpfungsketten vordringen. Das enge Verhältnis zwischen einer Gesellschaft und ihren Arbeitsformen zeigt sich besonders in Phasen, die von tiefgreifendem Wandel oder gar von Umbrüchen bestimmt sind. „Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen immer mehr. Ob das gut oder schlecht ist, kann man gar nicht so pauschal sagen. Auf jeden Fall ist es wichtig, sich mit diesen offenbar sehr fundamentalen Veränderungen kritisch zu befassen: in der Wissenschaft, in der politischen Diskussion, in der kulturellen Analyse. Denn die Chancen sollten genutzt werden. Und wir sollten uns an der konstruktiven Mitgestaltung beteiligen, gerade auch die Kirchen mit ihrer Verantwortung für den ganzen Menschen“, sagte Prof. Dr. Georg Braungart, Leiter des Cusanuswerks, während der Eröffnung des Wochenendprogramms.

In seinem Festvortrag anlässlich der Jahrestagung warnte Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a. D., Lehrstuhl für Philosophie und politische Theorie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, vor einer Humanisierung von Software-Systemen und einer Dehumanisierung des Menschen. Unter dem Titel „Die Aktualität des Bildungshumanismus in Zeiten gesellschaftlichen Wandels – Wie gestalten wir das Lernen in der Zukunft?“ entwarf er philosophische Grundlagen eines Digitalen Humanismus und betonte: „Der Mensch ist der Autor seines eigenen Lebens. Urteilskraft und Entscheidungsfähigkeit – Persönlichkeitsbildung – sind so aktuell, wie noch nie.“

Ein Höhepunkt der Jahrestagung war die Vergabe des Ideenpreises zur Förderung des cusanischen Netzwerks. Nach dem großen Erfolg des Ideenpreises 2016 zeichnet das Cusanuswerk fünf innovative Projektideen mit besonderer Strahlkraft aus: „Cusanus Goes Europe: Glauben im Austausch“ hat das Ziel, junge Katholikinnen und Katholiken aus ganz Europa miteinander und mit lokalen und europäischen Akteuren ins Gespräch zu bringen; im Projekt „Wege in die Zukunft – Von Ehemaligen für Geförderte“ geben Ehemalige ihren beruflichen Erfahrungsschatz weiter; Jahrestreffen der verschiedenen Ehemaligengenerationen sollen als Orte der Vernetzung und Ideen etabliert werden; die Gründung von Kammermusikgruppen dient dem Ausbau eines cusanischen Musikernetzwerks; interdisziplinäre Workshops in Nordrhein-Westfalen fördern die regionale Vernetzung und die gemeinsame Arbeit an gesellschaftlich relevanten Themen.

„Das Prinzip der Begabtenförderung spiegelt sich in den prämierten Initiativen wieder: Bei der Förderung von engagierten Multiplikatoren braucht es wenig, um große Wirkung zu erzielen. Die Ideen zeigen, wie immer neue Potenziale erschlossen werden, wenn Eigeninitiative und Subsidiarität gelebt werden“, sagte der Generalsekretär des Cusanuswerks, Dr. Thomas Scheidtweiler. Darüber hinaus sprach die Jury zwei Projekten einen Anerkennungspreis für cusanische Netzwerkinitiativen zu, die durch ihren Vorbildcharakter in besonderem Maße zur Nachahmung und Initiierung ähnlicher Projekte inspirieren. Zwei Projekte des Ideenpreises 2016 – die Cusanus Lecture Berlin und die Festgottesdienste der cusanischen Regionalgruppen – wurden aufgrund des großen Erfolgs und der hohen Nachfrage verstetigt.

Hintergründe
Zur Jahrestagung: Neben dem Vortrag von Prof. Nida-Rümelin wurde das Thema „Brave New Work. Zur Zukunft der Arbeit“ durch einen Impulsvortrag von Prof. Dr. Jens Südekum, Institut für Wettbewerbsökonomie der Universität Düsseldorf, beleuchtet. In einem Podiumsgespräch wurden die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt, die Anforderungen an Beschäftigte sowie die steigende Flexibilisierung des Privatlebens diskutiert. Daran nahmen Prof. Dr. Sami Haddadin (Lehrstuhlinhaber für Robotik und Systemintelligenz an der TU München), Prof. Dr. Susanne Hahn (Institut für Philosophie an der Universität Düsseldorf), Johannes Vogel MdB (Mitglied des FDP-Bundesvorstands) sowie Carmen Widera (Stipendiatin des Cusanuswerks) teil. Die Jahresversammlung wurde außerdem vom Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für das Cusanuswerk, Weihbischof Dr. Christoph Hegge (Münster), begleitet.

Zum Ideenpreis: Der Ideenpreis 2019 wurde mit einem Gesamtbudget von rund 30.000 Euro vergeben. Die Auswahl der Preise nahm eine Jury vor, bestehend aus Prof. Dr. Peter Funke (Vorsitzender des Beirats des Cusanuswerks und ehemaliger Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft), Prof. Dr. Wim Kösters (Vorstand der Stiftung Begabtenförderung Cusanuswerk), Matthias Kopp (Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz), Elisabeth Luft (Vorstand der Stipendiatinnen und Stipendiaten), Dr. Regina Tolxdorff-Neutzling (Mitglied und Sprecherin des Altcusanerrats) sowie Prof. Dr. Georg Braungart (Leiter des Cusanuswerks), Dr. Thomas Scheidtweiler (Generalsekretär des Cusanuswerks) und Franziska Eickhoff (Referentin für Alumni und Netzwerkförderung im Cusanuswerk).

Zum Cusanuswerk: Die Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk ist das Begabtenförderungswerk der katholischen Kirche in Deutschland. Mit staatlichen, kirchlichen und privaten Zuwendungen hat das Cusanuswerk bereits etwa 10.000 herausragend begabte katholische Studierende und Promovierende gefördert – ideell und finanziell. Cusanerinnen und Cusaner tragen mit fachlicher Exzellenz und außerordentlichem Engagement zum Gemeinwohl bei, ein Leben lang und vielfach in besonders verantwortungsvollen Positionen von Kirche und Gesellschaft, von Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft. Das Cusanuswerk wurde im Mai 2019 von der European Foundation for Quality Management mit dem Zertifikat „EFQM Recognised for Excellence – 4 star“ ausgezeichnet. Weitere Informationen zum Cusanuswerk unter www.cusanuswerk.de.

Erzbischof Schick beendet Reise in den Tschad

15. June 2019 - 9:42

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), beendet heute (15. Juni 2019) seinen viertägigen Solidaritätsbesuch in den Tschad. Die Reise war Teil der von der Deutschen Bischofskonferenz durchgeführten Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“. In diesem Jahr steht die nordafrikanische Sahel-Region im Fokus der Initiative. In den Ländern des Sahel ist bereits seit Jahren eine zunehmende Radikalisierung von Teilen der islamischen Bevölkerung zu beobachten, die gezielt aus dem Ausland gefördert wird.

„Die Christen im Tschad beeindrucken mich durch ihr Glaubenszeugnis. Trotz der fragilen Lebensverhältnisse in dem mehrheitlich muslimischen Land tritt die Kirche durch ihre Freude am Glauben und ihren Zusammenhalt hervor. Das Engagement der katholischen Minderheit für Bildung, für Ernährungssicherheit und den interreligiösen Dialog kommt der gesamten Bevölkerung zugute. All das zeigt wie die Kirche das Evangelium in die Lebenswelten der Menschen praktisch zu übersetzen weiß“, sagte Erzbischof Schick während seines Treffens mit dem Erzbischof von N’Djamena, Edmond Djitangar, am vergangenen Dienstag (11. Juni 2019). In der gemeinsamen Eucharistiefeier zu Beginn der Reise bekräftigte dieser in der Kathedrale: „Die Kirche ist Ort heiligen Lebens. Sie bietet Schutz und Hoffnung auf Gerechtigkeit und Frieden im Tschad. “

Während der Reise besuchte Erzbischof Schick mehrere Orte des interreligiösen Dialogs. Bei einem Treffen mit muslimischen Würdenträgern im Apostolischen Vikariat Mongo im mehrheitlich muslimischen Norden des Landes unterstrich der Erzbischof: „Die Fähigkeit der Christen und Muslime, sich auszutauschen, über ihren Glauben zu sprechen und aufkommende Konflikte zu entschärfen, bildet die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben im Land.“ Die vielen von der Kirche gegründeten interreligiösen Initiativen, zum Beispiel das „Centre al Mouna“ und die Einrichtung „Tente d’Abraham“ bezeugten den Einsatz der Kirche im Tschad für den gesellschaftlichen Frieden zwischen Muslimen und Christen. Als Vorreiter des christlich-islamischen Dialogs betonte der Apostolische Vikar von Mongo, Bischof Henri Coudray: „Die Christen sind auf einer Pilgerschaft des Friedens“; er fügte in Anlehnung an Sure 48, Vers 5 auf Arabisch hinzu: „Wenn Gott gewollt hätte, hätte er eine Gemeinschaft von Gläubigen gebildet.“

Erzbischof Schick informierte sich auch in der Deutschen Botschaft sowie in der Apostolischen Nuntiatur über die aktuellen politischen Herausforderungen im Tschad. Des Weiteren führte er Gespräche mit Vertretern der deutschen „Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit“ (GIZ) und mit lokalen Menschenrechtsaktivisten über die soziale und wirtschaftliche Entwicklung im Land und die Situation der Religionsfreiheit. Zum Abschluss fasste Erzbischof Schick die Eindrücke seiner Reise beim Besuch einer von Misereor unterstützten christlich-muslimischen Schule im Umkreis der Stadt Baro zusammen: „Bildung ist das A und O für die Verbesserung der Lebensverhältnisse und ein friedliches Zusammenleben. Wo Bildung wächst, kann Zukunft gedeihen.“

Spitzengespräch von Bündnis 90/Die Grünen und der Deutschen Bischofskonferenz

14. June 2019 - 16:23

Die Deutsche Bischofskonferenz unter ihrem Vorsitzenden Kardinal Reinhard Marx und der Bundesvorstand von Bündnis 90/ Die Grünen mit Dr. Robert Habeck haben sich heute (Freitag, 14. Juni 2019) zu einem politischen Austausch in Berlin getroffen. Im Mittelpunkt des Gespräches standen Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts, einer werteorientierten Politik und der Veränderung der partei-politischen Landschaft in Deutschland.

Lange und konkret besprachen die Teilnehmer Themen der Sozialpolitik. Es herrschte große Übereinstimmung, dass gesellschaftliche Prozesse kein Selbstzweck sind, sondern stets in sozialer Verantwortung zu geschehen hätten. Märkte müssten den Menschen dienen, nicht umgekehrt, stellten die Teilnehmer fest. In einem Wort der Deutschen Bischofskonferenz heißt es: „Denn letztlich ist der Mensch Träger, Schöpfer und das Ziel aller gesellschaftlichen Einrichtungen.“ Der neue Entwurf zum Grundsatzprogramm der Grünen beginnt mit dem Satz „Im Mittelpunkt unserer Politik steht der Mensch in seiner Würde und Freiheit“. Ausgehend von dieser Schnittmenge stellten die Gesprächsteilnehmer fest, dass die Politik einen weiten Begriff von sozialer Gerechtigkeit entwickeln muss, der auf die Teilhabe von Menschen zielt. Er schließt Bildung, den öffentlichen Raum und seine Institutionen, Mobilität und Kultur mit ein. Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass zu den großen sozialpolitischen Herausforderungen unserer Zeit die Bekämpfung von Kinderarmut, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Ausbau der Pflege sowie die Bekämpfung von Wohnungsnot ebenso gehören wie die Bekämpfung des Klimawandels als eine der Kernfragen einer global gerechteren Gesellschaft.

Insgesamt war das Gespräch geprägt von dem Respekt vor den jeweiligen Wertepositionen. Für die Bischofskonferenz wie für die Grünen steht fest, dass die offene Gesellschaft und ihre Form, die freiheitliche Demokratie, verteidigt und gestärkt werden muss. Das Menschenbild der katholischen Soziallehre und ein aufgeklärter Humanismus machen dies zu einer gemeinsamen Aufgabe.

Am Gespräch nahmen von Seiten Bündnis 90/Die Grünen neben Dr. Robert Habeck der Politische Bundesgeschäftsführer, Michael Kellner, und der Bundesschatzmeister, Marc Urbatsch, teil. Von Seiten der Deutschen Bischofskonferenz gehörten neben Kardinal Reinhard Marx zur Delegation: Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen), der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Dr. Hans Langendörfer SJ (Bonn), der Leiter des Katholischen Büros, Prälat Dr. Karl Jüsten (Berlin), und die stellvertretende Leiterin des Katholischen Büros, Katharina Jestaedt (Berlin). Das letzte Treffen dieser Art fand am 28. Januar 2015 in Berlin statt.

Hinweis:
Ein Pressefoto von der Begegnung ist unterhalb dieser Pressemitteilung als Download verfügbar. Copyright: Deutsche Bischofskonferenz/Kopp

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Arbeitshilfe zum Populismus

13. June 2019 - 12:48

Unter dem Titel „Dem Populismus widerstehen. Arbeitshilfe zum kirchlichen Umgang mit rechtspopulistischen Tendenzen“ veröffentlicht die Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag, 25. Juni 2019, in Berlin eine Arbeitshilfe, die sich mit dem Phänomen des Populismus auseinandersetzt. Sie ist – auf der Grundlage von Vorarbeiten einer Autorengruppe – im Zusammenwirken der Migrationskommission und der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz sowie der Deutschen Kommission Justitia et Pax entstanden. Die Arbeitshilfe soll Gemeinden, kirchlichen Verbänden und Gruppen dazu dienen, sich mit Fragen des Populismus auseinanderzusetzen, vor allem mit rechtspopulistischen Tendenzen, die derzeit in Deutschland und Europa eine besondere Herausforderung darstellen. Die grafisch gestaltete Arbeitshilfe gibt als Expertentext Anregungen für Diskussionen und Aktivitäten, vermittelt Hintergrundinformationen und Argumente und stellt beispielhafte kirchliche Initiativen sowie pastorale Anregungen vor. Ein Beweggrund für die Erstellung der Arbeitshilfe lag in wiederholt geäußerten Erwartungen einer stärkeren Unterstützung von Gemeinden und Gruppen, die sich mit rechtspopulistischen Tendenzen konfrontiert sehen.

Die Vertreter der Medien sind zu einer Pressekonferenz eingeladen am

Dienstag, 25. Juni 2019,
um 13.00 Uhr
in der Katholischen Akademie in Berlin
(Hannoversche Straße 5, 10115 Berlin).


Dort wird die Arbeitshilfe vorgestellt von

  • Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax.

Im Anschluss an die Pressekonferenz findet am gleichen Ort um 13.45 Uhr eine öffentliche Podiumsveranstaltung statt. Dabei soll erörtert werden: Überzeugt die kritische Analyse des (Rechts-)Populismus, die in der Arbeitshilfe vorgelegt wird? Gibt der Text den Kirchengemeinden und interessierten Christen hilfreiche Argumente an die Hand, um in Auseinandersetzungen vor Ort bestehen zu können? Bietet er Christen, die rechtspopulistischen Tendenzen zuneigen, Anknüpfungspunkte für ein seriöses Gespräch? An der Podiumsdiskussion nehmen teil:

  • Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin,
  • Bettina Jarasch, Abgeordnetenhaus Berlin (Bündnis90/Die Grünen),
  • Prof. em. Dr. Werner Patzelt, TU Dresden,
  • Dr. Siegfried Grillmeyer, Kompetenzzentrum Demokratie und Menschenwürde der Katholischen Kirche Bayern (Nürnberg).

Auch dazu sind die Kolleginnen und Kollegen der Medien herzlich eingeladen. Wir bitten um eine formlose Anmeldung per E-Mail an pressestelle(at)dbkdbk.dbkde.

Spitzentreffen von Bündnis 90/Die Grünen und der Deutschen Bischofskonferenz

12. June 2019 - 14:09

Spitzenvertreter von Bündnis 90/Die Grünen und Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz treffen sich am kommenden Freitag (14. Juni 2019) um 14.00 Uhr im Katholischen Büro in Berlin zu einem Spitzengespräch. Die Delegationen werden vom Vorsitzenden des Bundesvorstands, Dr. Robert Habeck, und dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, geleitet.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind zu Auftaktbildern eingeladen. Treffpunkt dazu ist am 14. Juni 2019 um 13.45 Uhr im Foyer des Katholischen Büros (Hannoversche Straße 5, Berlin). Eine Anmeldung per E-Mail an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (pressestelle(at)dbk.de) ist notwendig



Reise von Erzbischof Schick in den Tschad

11. June 2019 - 10:42

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), bricht heute (11. Juni 2019) zu einem viertägigen Solidaritätsbesuch in den Tschad auf. Die Reise ist Teil der von der Deutschen Bischofskonferenz seit einer Reihe von Jahren durchgeführten Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“. In diesem Jahr steht die nordafrikanische Sahel-Region im Fokus der Initiative.

Der Tschad gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Unzureichende Gesundheitsvorsorge, schlechte Bildungschancen und hohe Arbeitslosigkeit (77 Prozent) sowie zunehmende Dürre und die Ausbreitung der Wüste bestimmen das Leben der Gesellschaft und führen immer wieder zu Konflikten der Ethnien und Gruppen um die eng begrenzten Ressourcen. Seit einigen Jahren nimmt auch ein radikalisierter Islam zunehmend Einfluss auf die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und gefährdet das Zusammenleben zwischen den Religionen. In dieser Situation stellt der Frieden zwischen Christen und Muslimen eine zentrale Voraussetzung für die zukunftsorientierte Entwicklung des Landes dar. Während seines Solidaritätsbesuchs wird Erzbischof Schick die Lebenswirklichkeit des Landes in den Blick nehmen, sich über die Situation der christlichen Minderheit informieren und sich dem vor Ort geführten Dialog zwischen Muslimen und Christen widmen.

Erzbischof Schick trifft auf seiner Reise mit den Gläubigen und offiziellen Vertretern der katholischen Kirche zusammen. In Gesprächen mit dem Erzbischof von N’Djaména, Édmond Djitangar, und dem Apostolischen Vikar von Mongo, Bischof Henri Coudray, wird er die Lage der Katholiken im Land erörtern. Daneben steht der Besuch verschiedener Institutionen des interreligiösen Dialogs und von Bildungseinrichtungen der Orden auf dem Programm. Erzbischof Schick wird auch mit Vertretern des örtlichen Islam zusammentreffen und eine christlich-muslimische Grundschule besuchen, um Praxiseinblicke in die Bemühungen beider Religionsgemeinschaften um Dialog und Frieden zu gewinnen. Darüber hinaus sind Gespräche mit der deutschen Botschaft sowie mit der Apostolischen Nuntiatur vorgesehen.

Hintergrund zur Lage im Tschad
Der Tschad ist eines der ärmsten Länder weltweit. Bedingt durch seine geografische Lage und den Klimawandel bedrohen regelmäßig Dürren die ohnehin fragilen Lebensgrundlagen der Menschen. Im Land leben ca. 120 ethnische Gruppen. Der trockene Norden wird mehrheitlich von nomadischen, muslimisch-arabisch geprägten Gruppen dominiert, während im fruchtbaren Süden sesshafte, afrikanisch-christliche Bauern leben. Insgesamt sind 58 Prozent der Gesamtbevölkerung Muslime und 35 Prozent Christen, davon 18,5 Prozent Katholiken. Neben den Spannungen zwischen dem Norden und dem Süden des Landes sind Ressourcenkonflikte zwischen Sesshaften und Nomaden um den Zugang zu den fruchtbaren Böden des Landes Grund für Konflikte.

Als Antwort auf den Einsatz tschadischer Truppen gegen die terroristische Gruppe Boko Haram in Nigeria kam es seit dem Frühjahr 2015 vermehrt zu Selbstmordattentaten auf dem Staatsgebiet des Tschad. Zunehmend suchen Flüchtlinge aus den Nachbarländern Nigeria, Zentralafrikanische Republik und Sudan Schutz im Land. Gleichzeitig ist der Tschad ein wichtiges Transitland für die Flucht nach Europa.

Hinweis:
Kürzere Interviews mit Erzbischof Schick sind während der Reise je nach Programm möglich. Anfragen richten Sie bitte an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle(at)dbk.de).

Kardinal Marx: Synodaler Weg führt neu in ein Pfingsten

9. June 2019 - 12:26

Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hat zu Pfingsten für den synodalen Weg der Kirche geworben. „Es ist der synodale Weg, der die Kirche neu in ein Pfingsten hineinführt“, sagte Kardinal Marx am Pfingstsonntag (9. Juni 2019) in seiner Predigt im Münchner Liebfrauendom. „Nur dann kann die Kirche Beispiel für die Welt sein, wie respektvoll in der Kraft des Geistes ein einmütiges Miteinander geht.“

„Wie schön wäre es, wenn Kirche in diesen Zeiten ein solches Zeichen gäbe“, so der Kardinal weiter. Miteinander reden und einander verstehen zu können, seien zwei der großen menschlichen Gaben. In diesem Sinne sei das Pfingstfest ein „Fest der gelungenen Kommunikation“. Oft aber gelinge Kommunikation nicht, auch nicht in der Kirche. „Ich bin nicht immer glücklich über die Kommunikation der Kirche, auch über mich selber nicht“, sagte Kardinal Marx. Umso wichtiger sei der synodale Weg der Kirche, bei dem es darum gehe, das Volk Gottes zu hören. „Wir wollen aufeinander hören mit Respekt und die Sorgen des anderen hören.“ Schon der Heilige Paulus habe gesagt, dass allen der Geist Gottes gegeben ist. In dieser Tradition gelte es für die Kirche voranzugehen.

Quelle: Pressestelle des Erzbistums München und Freising

Spitzengespräch der Kultusministerkonferenz mit der Deutschen Bischofskonferenz und dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland

7. June 2019 - 10:33

Aktuelle Schul- und Hochschulthemen hat die Kultusministerkonferenz (KMK) mit den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie weiteren Vertretern besprochen. Das Gespräch fand am 7. Juni 2019 im Rahmen der 366. Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz in Wiesbaden statt.

Zentrale Inhalte im ersten Teil des Gesprächs waren der Religionsunterricht, die Förderung der Schulen in kirchlicher Trägerschaft und der Umgang mit religiöser Pluralität im Schulleben. Die Gesprächsteilnehmer würdigten die Bedeutung des Religionsunterrichts in einer religiös und weltanschaulich pluralen Schule und Gesellschaft und bekräftigten ihre gemeinsame Verantwortung für das Fach. „Wir schätzen das Engagement der Kirchen für den Religionsunterricht und sehen uns in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass das Fach auch entsprechend der Stundentafel erteilt wird“, resümierte der Präsident der KMK, Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz.

„Die Bewältigung der mit der religiösen und weltanschaulichen Vielfalt verbundenen Aufgaben reicht über den Religionsunterricht hinaus“, erklärte der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und fügte hinzu: „Sie berührt immer auch die Fragen und Formen gelebter Religion im Schulleben, in der Schulentwicklung und im Schulprofil. In diesem Zusammenhang wird der Streit, wie weit die Religionsfreiheit in der Schule reichen soll – so nehmen wir es wahr –, deutlich schärfer.“ Mit Sorge betrachten die Kirchen auch die Zunahme antisemitischer und anderer religionsfeindlicher Übergriffe in Schulen. „Deshalb unterstützen wir alle Anstrengungen“, so der Ratsvorsitzende, „eine Schulkultur zu fördern, die von der Achtung vor der Würde jedes Menschen, von gegenseitigem Respekt und Verständnis geprägt ist.“

Ein wichtiger Gesprächspunkt war die Förderung der Schulen in freier Trägerschaft. Die Kirchen hoben hervor, dass kirchliche Schulen sich als gemeinwohlorientierte Schulen verstehen. Kirchliche Schulträger beteiligen sich an der gesellschaftlichen Gesamtverantwortung für Kinder und Jugendliche und sehen sich in besonderer Weise dem grundgesetzlichen Verbot einer Sonderung nach Besitzverhältnissen verpflichtet. Dieses von den Eltern geschätzte Bildungsengagement der Kirchen benötige aber auch staatliche Unterstützung.

Im Blick auf den Hochschulbereich würdigten die Gesprächsteilnehmer, dass sich die theologischen Fakultäten und Institute aktiv an interdisziplinären Forschungsprojekten und der Entwicklung von fächerübergreifenden Studiengängen beteiligen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, verwies darauf, „dass die Theologien einen originären Beitrag zu Forschung und Lehre leisten, der durch andere Wissenschaften nicht ersetzt werden kann“, und fügte hinzu: „Über die theologische Ausbildung für kirchliche Berufe (Pfarramt, pastoraler Dienst, Religionsunterricht) hinaus haben sich die theologischen Fakultäten und Institute als Forschungseinrichtungen profiliert.“

Zudem teilen die Gesprächspartner die Sorge, dass im Kontext von „alternativen Fakten und Wahrheiten“ in Teilen der Gesellschaft und der Öffentlichkeit Universitäten und Wissenschaften als solche infrage gestellt werden.

Ferner fand ein breiter Austausch über die derzeit angespannte Situation von Religionsgemeinschaften an deutschen Hochschulen statt. Die Kirchen erinnerten an die grundgesetzlich verankerte positive Religionsfreiheit und warben für eine differenzierte Handhabung im Umgang mit Religionsausübung auf dem Campus. „Religion als möglicher integrativer Teil universitären Lebens hat eine hohe Bedeutung“, so Kardinal Marx, und „braucht – wörtlich und übertragen – Raum in der Lebenswelt der Studierenden.“ Die universitäre Diskussion über Fragen der Religiosität helfe aus Sicht der Kirchen, bestehende Vorbehalte abzubauen. Die Kirchen werden sich für einen von Respekt und Dialogbereitschaft bestimmten Umgang mit der religiösen Vielfalt an den Hochschulen einsetzen.

Es wurde vereinbart, die regelmäßigen Gespräche fortzusetzen.

An dem Gespräch nahmen von katholischer Seite neben Kardinal Reinhard Marx unter anderem teil: Erzbischof Hans-Josef Becker (Vorsitzender der Kommission für Erziehung und Schule), Weihbischof Dr. Christoph Hegge (stv. Vorsitzender der Kommission für Wissenschaft und Kultur), P. Prof. Dr. Joachim Schmiedl ISch (Vorsitzender des Katholisch-Theologischen Fakultätentages), Prof. Dr. Ansgar Hense (Leiter des Instituts für Staatskirchenrecht) sowie Prof. Dr. Birgit Aschmann (Mitglied des Hauptausschusses des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, ZdK).

Vonseiten der evangelischen Kirche nahmen neben Landesbischof Dr. Heinrich
Bedford-Strohm unter anderem teil: Prof. Dr. Elisabeth Gräb-Schmidt (Mitglied des Rates der EKD), Dr. Volker Jung (Kirchenpräsident der Ev. Kirche in Hessen und Nassau), Prof. Dr. Helmut Schwier (stv. Vorsitzender des Evangelisch-theologischen Fakultätentages) und Prof. Dr. Annette Scheunpflug (Vorsitzende der Kammer der EKD für Bildung und Erziehung, Kinder und Jugend).

Vonseiten der KMK nahmen neben Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz unter anderem teil: Staatsministerin Dr. Stefanie Hubig (Vizepräsidentin der KMK), Ministerin Britta Ernst (Vizepräsidentin der KMK), Minister Helmut Holter (Vizepräsident der KMK), Ministerin Dr. Susanne Eisenmann (Präsidiumsmitglied) sowie Senator Ties Rabe (Präsidiumsmitglied).

Bischöfe rufen zu Spenden für die Renovabis-Pfingstaktion 2019 auf

5. June 2019 - 9:57

Am Pfingstsonntag (9. Juni 2019) wird die Kollekte in den Kirchengemeinden für die Aktion Renovabis gehalten. Die diesjährige Pfingstaktion des kirchlichen Osteuropa-Hilfswerks steht unter dem Leitwort „Lernen ist Leben – Bildungsarbeit im Osten Europas“.

In einem Aufruf zur Kollekte erinnern die deutschen Bischöfe an die schwierige Lebenssituation der Bevölkerung in den früheren kommunistischen Staaten Osteuropas. „Viele Menschen in den mittel- und osteuropäischen Ländern sehen nur wenige Chancen für ihre Zukunft. Bildungsmaßnahmen unterschiedlichster Art leisten einen Beitrag dazu, dass sie ihr Leben aktiv gestalten und ihre Gesellschaft zum Positiven verändern können“, so die Bischöfe in ihrem Kollektenaufruf. Lernen helfe, den eigenen Horizont zu weiten und das Herz für Neues zu öffnen. Das geschehe nicht nur in der Schule, sondern ein Leben lang.

Vor diesem Hintergrund sind Renovabis Projekte im Bildungsbereich besonders wichtig. Diese setzen bereits bei der Förderung von Kindergärten ein. Schwerpunkte liegen bei der Weiterentwicklung des katholischen Schulwesens und bei der Verbesserung beruflicher Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten. Ebenso unterstützt Renovabis Katechese, kirchliche Jugendarbeit und Erwachsenenbildung.


Hintergrund

Renovabis ist die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. Sie wurde 1993 gegründet und will den Menschen in den ehemals kommunistischen Ländern bei der Erneuerung von Gesellschaft und Kirche helfen. Zu diesem Zweck findet einmal jährlich (Pfingstsonntag) eine Kollekte in allen katholischen Kirchen Deutschlands statt.

Den Aufruf der deutschen Bischöfe finden Sie als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik Aufrufe der deutschen Bischöfe. Weitere Hintergründe und Fakten zur Renovabis-Pfingstaktion sind unter www.renovabis.de verfügbar.

Cusanuswerk erhält Auszeichnung EFQM Recognised for Excellence – 4 Star

3. June 2019 - 9:45

Für die herausragende Qualität der Prozesse und Leistungen sowie für die zukunftsweisende Weiterentwicklung der Organisationsstruktur hat die Initiative Ludwig-Erhard-Preis e.V. (ILEP) der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk heute das Zertifikat Recognised for Excellence – 4 Star verliehen. ILEP ist der deutsche Partner der European Foundation for Quality Management (EFQM). In einem Assessment sind Kriterien wie Strategie und Führung, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Dienstleistungen, aber ebenso die gesellschaftsbezogenen Ergebnisse evaluiert worden.

Die Bischöfliche Studienförderung sieht die Auszeichnung auch im Kontext zu Empfehlungen, die auf der Grundlage der sogenannten ‚Kirchenaustrittsstudie‘ des Bistums Essen formuliert wurden: Man müsse, so die Herausgeber der Studie, erstens die Qualität von kirchlichen Dienstleistungen verbessern, zweitens das Mitgliedermanagement optimieren und drittens das kirchliche Image pflegen. Außerdem sei es in besonderer Weise notwendig, sich um diejenige Gruppe zu kümmern, die sich am stärksten von der Kirche abwende: die 25- bis 35-Jährigen. „Diese Empfehlungen weisen eine hohe Kongruenz zu den strategischen Schwerpunkten auf, die das Cusanuswerk seit einigen Jahren verfolgt: Qualität sichern, Vernetzung fördern, Profil stärken. Dass unsere Bemühungen in diesen Bereichen fruchten, zeigt auch die heutige Auszeichnung der EFQM“, so der Generalsekretär des Cusanuswerks, Dr. Thomas Scheidtweiler. Der Leiter des Cusanuswerks, Prof. Dr. Georg Braungart, betont, dass „so die Zukunft der cusanischen Idee gesichert wird, wie sie in unserem Leitbild fixiert ist: herausragend begabte junge Menschen fördern, einander in Achtung und Vertrauen begegnen, Räume der Freiheit schaffen, Austausch pflegen, der Kirche und der Welt dienen.“ Das Cusanuswerk habe „die Zukunft der Kirche im Blick“, so Prof. Braungart; dies sei insbesondere vor dem Hintergrund der im Mai veröffentlichten Mitglieder- und Kirchensteuerprojektion der Universität Freiburg relevant.

Das Cusanuswerk hat sich im Jahr 2014 EFQM angeschlossen und wurde im darauffolgenden Jahr gleich mit Committed to Excellence – 2 Star ausgezeichnet. Der Geschäftsführer von ILEP, Dr. André Moll, der die aktuelle Begutachtung durchführte, zeigte sich beeindruckt von den Leistungen, die das Cusanuswerk erbringt: „Gerade einer Einrichtung im Bildungsbereich steht es gut an, sich selbst als erfolgreich lernende Organisation unter Beweis zu stellen – und das hat das Cusanuswerk auf eindrucksvolle Weise getan. Ein Sprung von Level 2 auf Level 4 in weniger als vier Jahren ist auch im Vergleich zu besonders ambitionierten Organisationen eine sehr hohe Entwicklungsgeschwindigkeit.“


Hintergrund

EFQM ist neben ISO 9001 das führende Qualitätsmanagementsystem in Europa. 30.000 Organisationen haben sich EFQM angeschlossen. Mit der Auszeichnung Recognised for Excellence – 4 Star gehört das Cusanuswerk zur Spitzengruppe der 25 Prozent besten EFQM-zertifizierten Unternehmen und Einrichtungen.
Die Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk ist das Begabtenförderungswerk der katholischen Kirche in Deutschland. Mit staatlichen, kirchlichen und privaten Zuwendungen hat das Cusanuswerk seit seiner Gründung im Jahr 1956 bereits mehr als 10.000 katholische Studierende und Promovierende gefördert – ideell und finanziell.