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Deutsche Bischofskonferenz würdigt christlich-jüdische Zusammenarbeit

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 27. Oktober 2019 - 11:00

„Die Arbeit der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit hat in den vergangenen 70 Jahren reiche Früchte getragen. Sie haben immer wieder die Verantwortlichen in den Kirchen ermahnt, sich mit dem antijüdischen Erbe christlicher Verkündigung auseinanderzusetzen.“ Diese Auffassung hat heute (27. Oktober 2019) Bischof Dr. Ulrich Neymeyr (Erfurt), Vorsitzender der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum der Deutschen Bischofskonferenz, anlässlich des 70-jährigen Jubiläums des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Frankfurt am Main betont. Bischof Neymeyr dankte für das Engagement, durch das die Kirchen ihr Verhältnis zum Judentum in den vergangenen Jahrzehnten grundsätzlich überdacht hätten.

Die starke Verbreitung der Gesellschaften der christlich-jüdischen Zusammenarbeit in Regionen und Kommunen bezeichnete Bischof Neymeyr als Glückfall. Seit 2005 gebe es regelmäßige Spitzengespräche zwischen der Allgemeinen und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz und den beiden großen Kirchen. „In diesen Gesprächen, die auch kontroverse Themen nicht aussparen, ist viel Vertrauen und gegenseitiges Verstehen gewachsen.“ Die Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit und der Deutsche Koordinierungsrat hätten, so Bischof Neymeyr, die politische Kultur in Deutschland mitgeprägt durch die Kultur der Erinnerung an den kulturellen Reichtum jüdischen Lebens, aber auch an Judenpogrome und die Shoah. „Mit Entsetzen müssen wir feststellen, dass heute die Erinnerung an die NS-Diktatur in des Wortes wörtliche Bedeutung pervertiert, nämlich völlig umgedreht wird, und dass der Weg von der Verharmlosung über die Gutheißung bis zur Nachahmung erschreckend kurz ist.“

Bischof Neymeyr betonte, dass es weiter Erinnerung und Aufarbeitung geben müsse. „Ein Schlussstrich kann nicht gezogen werden. Auch deshalb bin ich dankbar, dass Papst Franziskus für März 2020 die Öffnung der Vatikanischen Archive aus der Zeit von Papst Pius XII. angekündigt hat.“ Erinnerung, Aufklärung und Aufarbeitung seien ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen Antisemitismus und Judenhass. „Antisemitismus ist keine Meinung, deren Äußerung durch die Meinungsfreiheit geschützt ist, sondern ein Angriff auf die Würde von Menschen und damit ein Angriff auf den grundlegenden Wert unserer Demokratie. Hier sind wir gemeinsam zum Widerspruch verpflichtet. Hier hat sich der christlich-jüdische Dialog zu bewähren“, so Bischof Neymeyr.



Hinweis:

Das Grußwort von Bischof Dr. Ulrich Neymeyr ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.

Gebetstag für Opfer sexuellen Missbrauchs

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 25. Oktober 2019 - 9:58

Die Deutsche Bischofskonferenz folgt auch in diesem Jahr der Anregung von Papst Franziskus und lädt zum Gebetstag für Opfer sexuellen Missbrauchs ein. Dieser findet seit 2015 in zeitlicher Nähe zum „Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ (18. November 2019) statt, der vom Europarat initiiert wurde. In diesem Jahr wird empfohlen, den Gebetstag in den Tagen um den 33. Sonntag im Jahreskreis (17. November 2019) zu begehen.

Mit dem Gebetstag soll ein Zeichen der Solidarität mit Menschen zum Ausdruck gebracht werden, die Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind. Er versteht sich auch als ein Beitrag zur Sensibilisierung für diese Thematik in Kirche und Gesellschaft. Bereits im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bischofskonferenz Gebets- und Fürbittenvorschläge für die Gestaltung von Gottesdiensten bereitgestellt, die weiterhin aktuell sind. In diesem Jahr werden zusätzliche Elemente für die Gestaltung von unterschiedlichen Gottesdienstformen bereitgestellt. Dazu gehören neben weiteren Fürbitten auch Impulse und Texte von Betroffenen.

Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, ermutigt Pfarrgemeinden und Verbände, den Gebetstag zu nutzen: „Als Kirche übernehmen wir Verantwortung für das Unrecht, das Menschen in der Kirche angetan wurde. Als Gläubige wollen wir mit dem Gebet unsere Solidarität und Nähe ausdrücken“, so Bischof Ackermann. Die verschiedenen Materialen bieten eine gute Möglichkeit, in der Liturgie mit einem Gebet der Betroffenen zu gedenken oder einen Gottesdienst speziell unter das Thema Missbrauch zu stellen. „Oft gibt es keine Worte für das Leid, das Betroffene sexualisierter Gewalt erfahren haben. Aber im Gebet zu Gott eröffnet sich die Möglichkeit, Sprachlosigkeit zu überwinden“, so Bischof Ackermann.


Hinweis:

Die bisherigen Materialien für den Gebetstag sind als pdf-Datei auf der Themenseite Sexueller Missbrauch verfügbar. Die für dieses Jahr zusätzlichen Materialien sind dort ebenfalls zu finden.

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