Augenblicke der Besinnung

Alles,
was in den Geboten Gottes
dir schwer scheint,
wird leicht und voll Wonne,
wenn du die Liebe hast.

Antonius von Padua













Sammlung von Newsfeeds

Erzbischof Stephan Burger dankt Beratungsdiensten für Engagement in schwieriger Zeit

Seit den Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie nutzen immer mehr Menschen die Möglichkeit der Online-Beratung. Erzbischof Stephan Burger (Freiburg), Vorsitzender der Kommission für caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, macht in diesem Zusammenhang auf die katholischen Beratungsdienste und besonders die Schwangerschaftsberatung aufmerksam: „In den Diskussionen der vergangenen Wochen und Monate wurde die Frage gestellt, ob die Kirche in dieser Krise noch ausreichend und angemessen auf die Nöte und Bedürfnisse der Menschen reagieren kann. Daher möchte ich auf die gerade in der jetzigen Krise vielfach von Ratsuchenden genutzte Möglichkeit des Online Verfahrens unserer Beratungsdienste hinweisen“, so Erzbischof Burger. Die Möglichkeit, sich online beraten zu lassen, werde – nicht nur coronabedingt – in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

„Ich möchte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieser Dienste – in der Erziehungsberatung, der Ehe-, Familien- und Lebensberatung, in der Suchtberatung, der Schuldnerberatung oder der Schwangerschaftsberatung, um nur einige zu nennen, – für ihr großes Engagement in dieser ‚anderen Zeit‘ herzlich danken“, sagt Erzbischof Burger. Was die Schwangerschaftsberatung im Speziellen betreffe, so haben der Deutsche Caritasverband und der Sozialdienst katholischer Frauen diese Beratungsform bereits seit 2001 entwickelt und weiter ausgebaut. Wie Erzbischof Burger in einem Gespräch mit Mitgliedern der AG Katholische Schwangerschaftsberatung auf Bundesebene erfahren konnte, werde dieses Angebot von immer mehr Ratsuchenden in Anspruch genommen.

„Die Online-Beratung ist ein Leuchtturm der Digitalen Agenda der verbandlichen Caritas und wird beständig weiterentwickelt“, betont Erzbischof Burger. Es werde daran gearbeitet, die Online-Beratung und die persönliche Beratung „Face to Face“ auf Grundlage des Beratungskonzepts des „Blended Counseling“ qualifiziert zu verbinden. Das komme der Kommunikationspraxis gerade der jüngeren Generation sowie dem Kontaktverhalten vieler Ratsuchender entgegen. Dabei gehe es um alle Themen und Aufgabenfelder der katholischen Schwangerschaftsberatung.

Erzbischof Burger unterstreicht: „Die katholische Online-Beratung dient hier dem Schutz des ungeborenen Lebens. Ich bin dankbar für dieses seit Jahren kreative Engagement, das über die Corona-Zeit, so hoffe ich, hinausweist.“



Hinweis:

Die Online-Beratung der Caritas finden Sie auf der Internetseite der Caritas unter www.caritas.de.

Texte zu Frauen in Leitungspositionen und Ökumene

Das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz hat in seiner Schriftenreihe „Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz“ zwei Texte des ehemaligen Vorsitzenden, Kardinal Reinhard Marx, herausgegeben.

Ein Beitrag thematisiert die Beteiligung von Frauen in kirchlichen Leitungspositionen. „In diesem Feld sind Veränderungen dringlich und müssen weiter vorangetrieben werden. Wir sprechen viel von einer neuen Sozialgestalt der Kirche. An keinem anderen Punkt wird das in unserer Zeit deutlicher als in dieser Frage“, sagt Kardinal Marx anlässlich der Veröffentlichung der Schriften. Erst vor wenigen Tagen schloss ein weiterer Kurs des Programms „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ ab, das der Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen in der katholischen Kirche dient und vom Hildegards-Verein in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz für die (Erz-)Bistümer durchgeführt wird.

Der zweite Beitrag widmet sich der Ökumene. Kardinal Marx: „Nicht nur – oder vielleicht gerade – in unserem Kulturraum können wir uns eine Zukunft des Christentums nicht vorstellen ohne ökumenische Verbundenheit. Gerade die Gefahren der politischen und kulturellen Vereinnahmung und Instrumentalisierung von Religionen, auch des Christentums, ermutigen uns dazu, die Stimme des Evangeliums gemeinsam hörbar zu machen und nicht Spaltungen zu vertiefen, sondern Brücken zu bauen.“ Nach dem Jahr 2017 mit den vielen ökumenischen Impulsen dürfe die Kirche nicht müde werden, sondern brauche ein engagiertes Weitergehen in der Ökumene, so Kardinal Marx. Beide Themen, die er zu unterschiedlichen Anlässen behandelt habe, sind für die Zukunft der Kirche von großer Bedeutung.

Die beiden Texte Frauen in kirchlichen Leitungspositionen. Vortrag von Kardinal Reinhard Marx beim Kardinalsrat in Rom am 2. Dezember 2019 und Sichtbare Einheit in versöhnter Verschiedenheit – Zum Ziel der Ökumene aus katholischer Sicht stehen als Broschüre und zum Download bereit.

Hinweise:
Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hg.): Frauen in kirchlichen Leitungspositionen. Vortrag von Kardinal Reinhard Marx beim Kardinalsrat in Rom am 2. Dezember 2019 (Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Nr. 32, Bonn 2020). Download und Bestellung in der Rubrik Publikationen.

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hg.): Sichtbare Einheit in versöhnter Verschiedenheit – Zum Ziel der Ökumene aus katholischer Sicht. Beitrag von Kardinal Rein-hard Marx zum 80. Geburtstag von Metropolit Augoustinos (Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Nr. 33, Bonn 2020). Download und Bestellung in der Rubrik Publikationen.

Fronleichnamspredigt von Bischof Dr. Georg Bätzing

Fronleichnam, das Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi, verdeutliche wie kein anderes Fest die sichtbare Präsenz der Kirche und ihr Hervorwachsen aus der Quelle der Eucharistie. Dies hat Bischof Dr. Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, heute an Fronleichnam (11. Juni 2020) deutlich gemacht. Er feierte den Gottesdienst in der Kapelle des Limburger Bischofshauses. Die Liturgie wurde live im Internet gestreamt.

Die Cornona-Pandemie präge auch nach den Kar- und Ostertagen, nach Pfingsten und weiteren wichtigen Feiertagen auch das Fronleichnamsfest. Auf festliche Prozessionen, auf geschmückte Häuser und auf das Zusammenkommen in großer Gemeinschaft müsse verzichtet werden. Allerdings haben die Pandemie und die Wochen des Verzichts auf die heilige Kommunion wegen des Verbotes öffentliche Gottesdienste zu feiern, die Bedeutung der Körperlichkeit für den Leib Christi neu entdecken lassen. „Kirche und Eucharistie sind keine rein geistig-geistlichen Wirklichkeiten“, so Bischof Bätzing. Der Leib Christi lasse sich nicht virtuell empfangen. „Kirche ist Gemeinschaft des Glaubens, die sich um das Wort Gottes versammelt und Eucharistie feiert. Es gibt eine enge Beziehung zwischen der konkreten Begegnung von Gläubigen miteinander und mit dem Herrn in der Eucharistiefeier und ihrer Verbundenheit im Leib der Kirche“, sagte Bischof Bätzing.

Keine bare Selbstverständlichkeit
Corona und die damit verbundenen Einschränkungen hätten gezeigt, dass der Empfang der Eucharistie keine bare Selbstverständlichkeit sei. Vielen habe dies sehr gefehlt und es sei für nicht Wenige sehr bedrückend gewesen. „Der Zugang zum Grundnahrungsmittel unseres Glaubens war versperrt“, machte der Bischof deutlich. Er habe viele Briefe und Mails bekommen und sei aufgefordert worden, trotz der Abstands-, Besuchs- und Ausgangsverbote zusammen Messen zu feiern und den Kranken die Hl. Kommunion zu reichen. Er habe sich dieser Forderung nicht anschließen können. Der schnelle Rückgang der Zahlen schwer Erkrankter und Verstorbener zeige die kluge Vorsorge der Verantwortlichen und der Bürger, die in großer gesellschaftlicher Übereinkunft richtig gehandelt haben. „Als Kirche sind wir Teil dieser Gesellschaft. Wir gehen sicher nicht einfach in ihr auf, eher wollen und sollen wir Vorbild an Fürsorge und solidarischem Weitblick sein. Und das haben wir in der Krisenzeit deutlich gezeigt“, so Bischof Bätzing.

Unglaublich viel Hilfreiches getan
Insofern wundere er sich auch über die Behauptung, die Kirche habe sich in der Krisenzeit zurückgezogen. „Das Gegenteil ist der Fall. Abertausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas in ihren sozialen und pflegerischen Einrichtungen haben in der ersten Reihe ihre Frau und ihren Mann gestanden, ebenso Erzieher und Erzieherinnen in der Notbetreuung. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger haben überaus kreativ den Kontakt zu den Gläubigen gesucht“, lobte er. Treu und ausdauernd hätten viele Menschen gebetet und so andere mitgetragen. Viele hätten sich zudem in Hilfenetzen engagiert und im persönlichen Einsatz den älteren und besonders gefährdeten Menschen bei ihren täglichen Bedarfen konkret unter die Arme gegriffen. „Als nichts zu machen war, wurde unglaublich viel Hilfreiches getan. So war Kirche in der Krise präsent. Wir konnten weniger Eigenleben führen wie gewohnt, dafür sind wir treibende Kraft des solidarischen Miteinanders. Kirche, wie sie sein soll: Zeichen und Werkzeug der Verbundenheit der Menschen miteinander und der freundlichen Fürsorge Gottes um uns“, sagte Bischof Bätzing.



Hinweis:

Die Predigt von Bischof Dr. Georg Bätzing ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.

Erstmals schließt ein digitales Seminar das „Kirche im Mentoring“-Programm ab

Im Zuge der Beschränkungen der Corona-Pandemie hat der Abschluss der aktuellen Gruppe von „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ digital stattgefunden. Beim Festakt per Videokonferenz gestern Abend (9. Juni 2020) gratulierte der Erzbischof von Paderborn, Erzbischof Hans-Josef Becker, den 20 Frauen aus acht (Erz-)Diözesen und zwei Hilfswerken. Er sprach Bewunderung für das flexibel entstandene dreitägige Online-Seminar sowie andere kirchliche Veranstaltungen aus, die in der Corona-Zeit nicht ausfallen müssen: „An dieser Situation begreifen wir: Alle müssen sich bewegen, um Kultur zu verändern! Das gilt nicht nur für die Digitalisierung, das gilt auch für das Thema Frauen in Führungspositionen in der katholischen Kirche.“ Erzbischof Becker sprach sich dafür aus, die von der Deutschen Bischofskonferenz benannte Frauenquote für Führungspositionen von 30 Prozent zu steigern. „Wir wollen alles dafür tun, den Anteil von Frauen in Führungspositionen noch weiter zu erhöhen, denn da ist noch Luft nach oben.“ Gleichzeitig wünsche er sich mehr qualifizierte Bewerbungen von Frauen, sagte der Erzbischof.

Das Erzbistum Paderborn ergreift nach Aussage Erzbischof Beckers mehrere Maßnahmen zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen. So würden Leitungsstellen mit dem Hinweis ausgeschrieben, dass auch eine Tätigkeit in Teilzeit möglich sei, man könne abwechselnd im Homeoffice und im Büro arbeiten und als neues Leitungsmodell gingen erste Führungstandems an den Start. „Führung im Team wird als eine Möglichkeit gesehen; sie ist in den Prinzipien der Organisation im Erzbischöflichen Generalvikariat grundgelegt,“ betonte Erzbischof Becker. Zudem arbeite man daran, „alle Berufsgruppen, besonders auch die pastoralen“, für das Mentoring-Programm zu gewinnen.

„Mit unserem Mentoring-Programm bringen wir die Stimme von Frauen in unserer Kirche deutlich zu Gehör. Frauen, die Leitungsaufgaben in der Kirche übernehmen wollen und können, werden sichtbar“, sagte die Vorsitzende des Hildegardis-Vereins, Prof. Dr. Charlotte Kreuter-Kirchhof. „Durch das Mentoring-Programm wird unsere Kirche vielfältiger und weiblicher.“ Die als Mentee teilnehmenden Frauen, ihre Mentorinnen und Mentoren sowie Mitarbeitende aus den Personalabteilungen, die in einer Steuerungsgruppe das Mentoring-Programm begleiten und weiterentwickeln, trügen dazu bei, Frauen in tragenden Positionen vermehrt einzubinden und so die Kirche von Innen heraus zu verändern.

Prof. Dr. Kreuter-Kirchhof verwies auf das ungebrochene Interesse an den Plätzen im Mentoring-Programm. Für den kommenden, bis 2022 dauernden Durchgang, haben sich mit 64 Frauen so viele angemeldet, wie noch nie. „Dies freut uns, es bestärkt uns in unserer Arbeit und verleiht uns und unserem Programm Flügel auf unserem weiteren, gemeinsamen Weg“, sagte sie. „Wir wollen als Frauen und Männer gemeinsam unser Ziel erreichen, den Anteil von Frauen an kirchlichen Führungspositionen auf 30 Prozent und mehr erhöhen.“

An der dreitägigen digitalen Abschlussveranstaltung mit Seminaren, Gottesdiensten und gemeinsamen Pausenräumen nahmen insgesamt 60 Personen teil. Ursprünglich war die Veranstaltung in der Katholischen Akademie Schwerte geplant. Teilnehmende der (Erz-)Bistümer Köln und Münster bezogen jeweils einen großen Raum eines diözesanen Tagungshauses und nahmen als Gruppe am Online-Festakt teil. Zu diesem öffentlichen Teil hatten die Mentees ihre Vorgesetzten eingeladen und die Projekte vorgestellt, denen sie sich ein Jahr lang gewidmet haben. „In diesem Jahr stellten die Mentees ihre Präsentationen innerhalb kürzester Zeit auf digital übermittelbare Formate um und bewiesen einmal mehr, wie schnell und kompetent sie auf neue Herausforderungen reagieren und agieren können,“ erklärten die Projektleiterinnen Alexandra Schmitz und Elena Stötzel. „Die aus der Not geborene Veranstaltung sehen wir als ein Mehrwert des Mentoring-Programms, weil dadurch digitales Netzwerken erlebbar wurde und digitale Kompetenzen erworben wurden. Die Mitwirkenden können diese Möglichkeit künftig stärker zum Austausch nutzen.“

Die 20 Mentees kommen aus den (Erz-)Bistümern Paderborn (3), Köln (3), Osnabrück (2), Dresden-Meißen (2), Münster (2), Berlin (1), München und Freising (2) und Limburg (2) sowie den Hilfswerken Renovabis (1) und Agiamondo (2).


Hintergrund

„Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“, das Programm zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen in der katholischen Kirche, wird vom Hildegards-Verein in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz für die (Erz-)Bistümer durchgeführt. Es zielt darauf ab, Frauen zu ermutigen, eine Führungsposition innerhalb der katholischen Kirche zu übernehmen. Das Programm will darüber hinaus zu einer geschlechtergerechten Personal- und Organisationsentwicklung beitragen, für den Arbeitsplatz Kirche werben und eine nachhaltige Nachwuchssicherung ermöglichen. Das im Jahr 2015 gestartete Programm ist zukunftsweisend, weil es erstmalig alle (Erz-)Bistümer einlädt, sich zu beteiligen und auf diese Weise bundesweit netzwerkbildend wirkt. Es schafft einen Pool von Nachwuchskräften, auf den alle Bistümer künftig zurückgreifen können. In den vergangenen vier Jahren haben insgesamt 96 Frauen aus 19 verschiedenen (Erz-)Bistümern, fünf Hilfswerken und zwei Diözesancaritasverbänden am Mentoring-Programm teilgenommen.

Mit dem Vorhaben folgen die Bistümer einer Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Jahr 2013, den Anteil von Frauen in kirchlichen Leitungspositionen zu erhöhen. Bei der Frühjahrs-Vollversammlung 2019 setzten sich die Bischöfe die Zielmarke, den Frauenanteil in den Leitungspositionen der Diözesen auf ein Drittel und mehr zu steigern. Im Jahr 2023 sollen dazu aktuelle Zahlen erhoben werden.


Hinweise:

Fotos der Veranstaltung stehen unter www.hildegardis-verein.de bereit und können per E-Mail unter lukassek(at)hildegardis-verein.de angefordert werden.

Seiten