Augenblicke der Besinnung

Es ist das ganze Leben
für den, der Jesus kennt,
ein stetes, stilles Warten
auf seligen Advent.

Er kommt, heißt unser Glaube,
er kommt, heißt unser Trost,
wir hoffen in der Stille
und wenn das Wetter tost.

Wir schauen auf im Kampfe,
wir seufzen oft im Dienst:
Ach, daß du kämst, Herr Jesu,
ach, daß du bald erschienst!

Hedwig von Redern













Sammlung von Newsfeeds

Deutsche Bischofskonferenz und Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland veröffentlichen Textsammlung „Das Kirchenjahr in der Tradition des Ostens und des Westens“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - vor 10 Stunden 10 Minuten

Die Gemeinsame Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland hat heute (11. Dezember 2019) die Gesamtausgabe ihrer Texte über das Kirchenjahr in der Tradition des Ostens und des Westens veröffentlicht. Die Dokumente wurden über einen Zeitraum von zehn Jahren erarbeitet. Sie befassen sich mit dem Sonntag als dem „Urfeiertag“ der Christen, Ostern als dem Hauptfest der Kirche in Ost und West, Weihnachten als der Feier der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus sowie weiteren Festen, die in der Glaubenspraxis und der Frömmigkeit von besonderer Bedeutung sind. Hierzu gehören Herrenfeste, die bestimmten Ereignissen im Leben Jesu gewidmet sind, ebenso die Feste zu Ehren der Gottesmutter Maria und anderer Heiligen sowie solche Feste, die auf besondere Aspekte des christlichen Glaubens oder der jeweiligen Frömmigkeitspraxis eingehen wie zum Beispiel das Fest der Kreuzerhöhung. Die bislang als Einzelbroschüren zu den verschiedenen Themen veröffentlichten Texte werden nun als Gesamtausgabe in der Reihe der Arbeitshilfen des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz vorgelegt. Sie wollen das Kirchenjahr für katholische und orthodoxe Gemeinden und ihre Gläubigen sowie darüber hinaus für die interessierte Öffentlichkeit erschließen.

Die beiden Vorsitzenden der Gemeinsamen Kommission, der orthodoxe Metropolit Dr. h.c. Augoustinos (Bonn) und der katholische Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), unterstrichen die Bedeutung dieser Arbeit, die Gemeinsamkeiten entdeckt und hervorhebt sowie Unterschiede als Bereicherung betrachtet: „Die Feier der unterschiedlichen Feste des Kirchenjahres hebt das Heilswirken Gottes in Jesus Christus ins Bewusstsein und verankert es in der Glaubenspraxis der Christen. Trotz mancher unterschiedlicher Akzentuierungen, die diese Feste in der jeweiligen Tradition erhalten haben, zeigen sich vielfach Brücken, die der gegenseitigen Wahrnehmung und dem wechselseitigen Verständnis dienen.“

Bischof Feige erklärte: „Die vertraute Liturgie des Sonntags, von Weihnachten und Ostern sowie anderer Feste des Kirchenjahres kann identitätsstiftend sein, zumal sie immer auch die emotionale Seite des Menschen anspricht. Daher ist es wichtig, dass katholische und orthodoxe Christen gerade an diesem zentralen Punkt mehr voneinander wissen und so einander besser verstehen. Hier können die Texte hilfreich sein, denn sie machen die tiefe Verbundenheit in Theologie und Frömmigkeit in Ost und West sichtbar“, so Bischof Feige. Metropolit Augoustinos fügte hinzu: „Viele der beschriebenen Feste sind in beiden Traditionen verortet und werden häufig auch am gleichen Tag gefeiert. Dies bewusst zu machen, kann dazu beitragen, dass orthodoxe und katholische Christen in Deutschland noch stärker die Gemeinschaft im Glauben erkennen und einander näher kommen“.

Metropolit Augoustinos und Bischof Feige wünschen, dass die Gesamtausgabe „eine breite Aufnahme finde und dazu verhelfe, die Botschaft der Feste neu bewusst zu machen und die weltverändernde Kraft des Evangeliums zu verkünden. Möge sie dazu beitragen, dass Gläubige beider Kirchen immer freudiger und dankbarer in der Gemeinschaft mit Maria und den Heiligen in das Lob Christi einstimmen.“

Mit der Gesamtausgabe der vier Texte schließt die Gemeinsame Kommission ihre Arbeit über das Kirchenjahr in der Tradition des Ostens und des Westens ab: „Eine bewährte, geschwisterliche Zusammenarbeit, die immer über die Tagesordnung hinausgeht und im Gegenüber den Bruder oder die Schwester in Christo entdeckt“, so Metropolit Augoustinos und Bischof Feige.


Hintergrund

Die Gemeinsame Kommission ist ein katholisch-orthodoxes Dialogforum, das sich mit theologischen Fragestellungen in pastoraler Perspektive auseinandersetzt. Sie kommt zweimal jährlich zusammen. Dabei befasst sie sich vor allem mit pastoral-praktischen Themen, die sich aus dem Zusammenleben von Orthodoxen und Katholiken in Deutschland ergeben. Zugleich dienen die regelmäßigen Zusammenkünfte dem Austausch über die Entwicklungen in beiden Kirchen und der Förderung der katholisch-orthodoxen Beziehungen in Deutschland. Mitglieder der Gemeinsamen Kommission sind Bischöfe der Deutschen Bischofskonferenz und der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland sowie weitere Experten beider Kirchen. Sie führt die Arbeit der früheren Gemeinsamen Kommission der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz fort.


Hinweis:

Die Arbeitshilfe Das Kirchenjahr in der Tradition des Ostens und des Westens steht in der Rubrik Publikationen als pdf-Datei zum Herunterladen bereit und kann dort auch als Broschüre (Arbeitshilfen Nr. 310) bestellt werden.

Überarbeitete Regelwerke zum Umgang mit sexuellem Missbrauch und zur Prävention im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 9. Dezember 2019 - 11:09

Zu Beginn des kommenden Jahres treten die neue „Ordnung für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und schutz- oder hilfebedürftiger Erwachsener durch Kleriker und sonstige Beschäftigte im kirchlichen Dienst“ und die „Rahmenordnung – Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ in allen (Erz-)Diözesen in Kraft. Beide Dokumente wurden vom Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz am 18. November 2019 beschlossen.

Die Regelungen der bisherigen „Leitlinien“ wurden überarbeitet und werden künftig als eine für alle (Erz-)Diözesen einheitliche „Ordnung“ Geltung haben. Sie wird – nach der Inkraftsetzung durch den jeweiligen Diözesanbischof und der Veröffentlichung im Amtsblatt – zu einem in jeder (Erz-)Diözese gleichlautenden diözesanen Gesetz.

Besondere Berücksichtigung findet die Perspektive der Betroffenen sexuellen Missbrauchs – so ist unter anderem die Beteiligung Betroffener an Prozessen zum Umgang mit sexuellem Missbrauch ausdrücklich vorgesehen. Die Einbindung externer und unabhängiger Fachberatungsstellen ist ausdrücklich vorgesehen. Die neue Ordnung spricht zudem durchgängig von „Betroffenen“ anstelle von „Opfern“. Auch auf den Zusatz „mutmaßlich“ wird auf Wunsch von Betroffenen verzichtet. Damit soll deutlich werden, dass Personen, die Missbrauchshandlungen melden, nicht mit einer misstrauischen, sondern einer zugewandten Haltung begegnet wird.

Der Geltungsbereich der Ordnung umfasst alle kirchlichen Stellen und Einrichtungen der jeweiligen (Erz-)Diözese sowie alle kirchlichen Rechtsträger, die der bischöflichen Gesetzgebungsgewalt unterliegen.

Die Rahmenordnung Prävention wird ebenfalls in den Amtsblättern der
(Erz-)Diözesen veröffentlicht. Unter anderem unterschiedliche gesetzliche Vorgaben in den einzelnen Bundesländern machen in der Regel diözesanspezifische „Ausführungsbestimmungen“ erforderlich, die die konkreten Vorgaben zur Präventionsarbeit in der (Erz-)Diözese festlegen.

Ausdrücklich werden als Adressaten der neugefassten Rahmenordnung Prävention auch die Neuen Geistlichen Gemeinschaften, kirchlichen Bewegungen und Initiativen benannt. Damit werden sie verbindlicher als bisher zu Präventionsmaßnahmen verpflichtet. Neu enthalten sind die Begriffe der „sekundären“ und „tertiären“ Prävention. Sie unterstreichen den mehrdimensionalen Ansatz von Prävention: Prävention im Sinne der Rahmenordnung will mit geeigneten Maßnahmen sexualisierten Übergriffen vorbeugen (primär), die Gewalt erkennen und beenden (sekundär) und das Geschehene aufarbeiten und ausreichend Schutz und Hilfe in Form einer nachsorgenden Prävention (tertiär) anbieten.

Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), sieht die neuen Dokumente positiv: „Die beiden Regelwerke sind aufgrund zahlreicher Rückmeldungen und Hinweise zum zweiten Mal gründlich überarbeitet worden. In der aktuellen Fassung spiegeln sich die Erfahrungen und Erkenntnisse wider, die wir den letzten Jahren gewonnen haben. Diese haben sowohl zu einer Ausweitung des Anwendungsbereichs wie auch zu einer größeren Verbindlichkeit geführt. Dafür bin ich dankbar. Denn das dient der noch konsequenteren Aufdeckung von Fällen sexualisierter Gewalt und einem wirksameren Schutz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die sich anderen im Raum der Kirche anvertrauen.“


Hintergrund
Bereits bei der Verabschiedung der „Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ und der „Rahmenordnung – Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ im August 2013 wurde für beide Regelwerke eine Geltungsdauer von fünf Jahren sowie eine Überprüfung vor der Verlängerung der Geltungsdauer vereinbart. Um die Ergebnisse der im September 2018 veröffentlichten Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ („MHG-Studie“) und das im Mai 2019 veröffentlichte Motu proprio Vos estis lux mundi von Papst Franziskus bei der Überarbeitung entsprechend zu berücksichtigen, wurden die Leitlinien und die Rahmenordnung Prävention bis zum 31. Dezember 2019 verlängert und werden nun zum 1. Januar 2020 durch die beiden neuen Regelwerke ersetzt. Nach fünf Jahren ist jeweils eine Evaluation beider Regelwerke vorgesehen.




Hinweise:

Die „Ordnung für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und schutz- oder hilfebedürftiger Erwachsener durch Kleriker und sonstige Beschäftigte im kirchlichen Dienst“ sowie die „Rahmenordnung – Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ sind als pdf-Dateien auf der Themenseite Sexueller Missbrauch verfügbar.

Gemeinsame Konferenz veröffentlicht Stellungnahme zu ethischen Fragen der Fortpflanzungsmedizin

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 6. Dezember 2019 - 13:04

Die Gemeinsame Konferenz aus Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) betonen in einer heute (6. Dezember 2019) veröffentlichten Erklärung, dass sich die Anwendung der stetig wachsenden Möglichkeiten der medizinisch assistierten Reproduktion am Wohl der ungeborenen Kinder auszurichten haben. In dem Kindeswohl und Elternwünsche überschriebenen Dokument werden auf dieser Grundlage Positionen zu fünf aktuell diskutierten Aspekten der Fortpflanzungsmedizin und der pränatalen Diagnostik markiert. Der Text wurde von einem Fachbeirat für bioethische Fragen erarbeitet und von der Gemeinsamen Konferenz beschlossen.

Die Situation von Menschen, die unter einem unerfüllten Kinderwunsch leiden oder sich um das gesundheitliche Wohl ihrer zukünftigen Kinder sorgen, ist sehr ernst zu nehmen. Dennoch ist die Orientierung am Kindeswohl moralisch erstrangig, da die ungeborenen Kinder bei allen vorgeburtlichen Maßnahmen die schwächsten Glieder und daher in ihrer besonderen Verletzlichkeit zu schützen sind. Das betont Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), der zusammen mit ZdK-Vizepräsident Dr. Christoph Braß Vorsitzender des Beirats ist.

Zu einem aktuellen Brennpunkt der Debatte, der von verschiedenen Seiten geforderten Legalisierung der Eizellspende in Deutschland, erläutert Braß die ablehnende Haltung der katholischen Kirche: Neben den Problemen, die eine gespaltene Elternschaft für die Kinder mit sich bringen kann, handelt es sich bei der Eizellspende um ein insbesondere für die genetische Mutter risikobehaftetes Verfahren. Daher tritt die katholische Kirche mit Nachdruck für die Beibehaltung der geltenden Regelung des Embryonenschutzgesetzes ein.

Gleichfalls im Einklang mit dem Embryonenschutzgesetz muss auch der Umgang mit sogenannten überzähligen Embryonen geregelt sein. Nadine Mersch, die dem Beirat als Expertin des Sozialdienstes katholischer Frauen angehört, sieht einen Klärungsbedarf bei der Ermöglichung der Adoption solcher Embryonen durch Paare mit unerfülltem Kinderwunsch. Grundsätzlich ist es wünschenswert, dass auch Embryonen, die der genetischen Mutter nicht implantiert werden konnten, von einem Paar mit unerfülltem Kinderwunsch angenommen, ausgetragen und in eine Familie hineingeboren werden können. Damit dies gelingen kann, sind die bestehenden Standards der Adoptionsvermittlung analog zu berücksichtigen.

Häufig geht es nicht nur um die Frage, ob ein Kinderwunsch erfüllt werden kann, sondern auch um das Erlangen von Wissen über die Gesundheit des ungeborenen Kindes. Angesichts der Zunahme von Optionen der pränatalen Diagnostik und einer damit einhergehenden selektiven Mentalität plädiert Beiratsmitglied Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl für eine deutliche Erhöhung des Stellenwertes unabhängiger psychosozialer Beratung. Im Fall des künftig von den gesetzlichen Krankenkassen zu erstattenden nichtinvasiven Tests zur Diagnose von Trisomien müssen die Eltern schon vor der Durchführung des Tests erreicht und umfassend aufgeklärt werden. Mit Blick auf die Entwicklungen in der Genchirurgie, durch die die genetischen Eigenschaften künftiger Menschen beeinflusst werden können, unterstreicht der Moraltheologe die Notwendigkeit eines internationalen Moratoriums, um die ethischen Implikationen gentechnischer Eingriffe in die menschliche Keimbahn sorgfältig ausloten zu können.

Hier wie auch für alle anderen Anwendungsgebiete moderner Fortpflanzungsmedizin gilt, dass menschliches Leben in jedem Augenblick seiner Existenz unverfügbar sein muss.

Die Erklärung Kindeswohl und Elternwünsche ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.

Fachkonsultation „Die Sexualität des Menschen“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 5. Dezember 2019 - 15:25

Die Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz hat eine Fachkonsultation zum Thema „Die Sexualität des Menschen – wie wissenschaftlich-theologisch erörtern und kirchlich beurteilen?“ durchgeführt, die gestern Abend (4. Dezember 2019) in Berlin zu Ende gegangen ist. Ausgangspunkt für die Konsultation ist der Synodale Weg der Kirche in Deutschland. Bereits in der Vorbereitungsphase gab es dazu ein Forum, dass sich mit Fragen der Sexualmoral auseinandergesetzt hat. Die Kommission wollte mit der Konsultation einen Beitrag leisten, um das Thema aus sexualmedizinischer, theologisch-anthropologischer und moraltheologischer Sicht und den Stand des kirchlichen Lehramts zu Fragen der Sexualmoral zu erörtern sowie die Historie und Hintergründe der katholischen Sexuallehre zu beleuchten. Das Treffen in Berlin wurde in Verbindung mit dem von Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl geleitete Berliner Institut für christliche Ethik und Politik (ICEP) veranstaltet. An ihm nahmen unter anderem Erzbischof Dr. Heiner Koch (Berlin), Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Bischof Wolfgang Ipolt (Görlitz), Bischof Dr. Peter Kohlgraf (Mainz) sowie mehrere Weihbischöfe aus der Glaubens- und der Familienkommission teil, die mit Sexualmedizinern, Moraltheologen, Dogmatikern und Kirchenrechtlern diskutierten.

Der Vorsitzende der Familienkommission, Erzbischof Dr. Heiner Koch, betonte, dass der Synodale Weg zwar unvoreingenommen und ohne schon festliegende Positionen begonnen werden soll, aber keineswegs ohne Kenntnis des Standes der Wissenschaften. Konsens herrschte in der Frage, dass die menschliche Sexualität eine Lust-, Fortpflanzungs- und Beziehungsdimension umfasst. Ebenso herrschte Einverständnis darüber, dass die sexuelle Präferenz des Menschen sich in der Pubertät ausprägt und eine hetero- oder homosexuelle Ausrichtung annimmt. Beide gehören zu den normalen Formen einer sexuellen Prädisposition, die durch keine spezifische Sozialisation veränderbar ist oder verändert werden müsste. In den Überlegungen der Kirche bedeutet dies in der Folge, dass jedwede Form einer Diskriminierung von homosexuell veranlagten Menschen zurückgewiesen werden muss, wie es schon länger lehramtlich gefordert ist und auch von Papst Franziskus im Nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia ausdrücklich betont wird. Kontrovers diskutiert wurde jedoch die Frage, ob das lehramtliche Verbot praktizierter Homosexualität noch zeitgemäß ist, wie auch die Frage der Erlaubtheit der Anwendung künstlicher Empfängnisverhütungsmittel in der Ehe und bei nichtverheirateten Paaren.

Zwei Mitglieder der deutschen Sprachgruppe der römischen Bischofssynode vom Oktober 2015, Erzbischof Koch und Bischof Bode, unterstrichen die Bedeutung einer soliden, von Humanwissenschaften und Theologie gestützten Diskussion und hoben die in Amoris laetitia schon feststellbaren Entwicklungen hervor. So sei eine sexuelle Beziehung nach Scheidung und Wiederheirat hierin nicht weiter pauschal als schwere Sünde qualifiziert und damit auch kein genereller Ausschluss mehr vom Empfang der Eucharistie vorgesehen.

Die Ergebnisse der Fachkonsultation werden in das Forum des Synodalen Weges „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ einfließen, das im Februar 2020 seine Arbeit aufnimmt.

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung Arbeitshilfe zur inklusiven Pastoral

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 2. Dezember 2019 - 11:03

Unmittelbar vor dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, der seit 1993 jährlich am 3. Dezember begangen wird, veröffentlicht die Deutsche Bischofskonferenz heute eine Arbeitshilfe zur Behindertenpastoral. Unter dem Titel Leben und Glauben gemeinsam gestalten. Kirchliche Pastoral im Zusammenwirken von Menschen mit und ohne Behinderungen wendet sich die Arbeitshilfe an alle, die mit einer inklusiven Pastoral zu tun haben. Die Arbeitshilfe dient kirchlichen Einrichtungen, Gemeinden und Gemeinschaften, Inklusion im kirchlichen Raum umzusetzen sowie umwelt- und einstellungsbedingte Barrieren für Menschen mit Behinderung abzubauen.

Die inklusiv nutzbare Arbeitshilfe mit Teilen in leichter Sprache bietet konkrete Orientierung für die seelsorgliche Begleitung in den wichtigsten Lebensphasen und Lebensbereichen von Menschen mit Behinderungen. Sie benennt ausgehend von Praxisbeispielen pastorale Herausforderungen sowie Handlungsoptionen und stellt exemplarisch kirchliche Initiativen als Anregungen für Mitarbeiter in der Seelsorge vor.

Im Vorwort der Arbeitshilfe ermutigt der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), dass die Arbeitshilfe helfen solle, „sich weiter auf den Weg hin zu einer ‚inklusiven Kirche‘ zu machen, die für eine umfassende Teilhabe von Menschen mit Behinderung steht.“  Die katholische Weite der Kirche umfasse alle Glieder und fordere auf, „Lebensräume zu eröffnen, in denen behinderte und nichtbehinderte Menschen mit ihren jeweils eigenen Charismen ‚unBehindert‘ Leben und Glauben gemeinsam gestalten können“.

Weihbischof Dr. Reinhard Hauke (Erfurt), Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für die Seelsorge für Menschen mit Behinderung, erinnert in seinem Geleitwort an die sich ständig verändernde Seelsorge für diese Menschen: „Neue Hilfsmittel werden erprobt, um Barrieren zu minimieren und den Zugang zur Gesellschaft und Kirche leichter zu machen.“ Bei allem technischen Fortschritt werde aber niemals die persönliche Zuwendung und Ansprache sinnlos und überflüssig sein, so Weihbischof Hauke.

Die Arbeitshilfe ist unter anderem durch die Arbeit einer Autorengruppe bestehend aus Expertinnen und Experten mit und ohne Beeinträchtigung entstanden und stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg hin zu einer „inklusiven Kirche“ dar, um die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu realisieren. Wie der Welttag der Menschen mit Behinderung hilft das neue Dokument, das Bewusstsein für die besonderen Lebenslagen von Menschen mit Behinderung aufrechtzuerhalten und die Anstrengungen für die Würde, Rechte und das Wohlergehen dieser Menschen zu stärken.

Die Arbeitshilfe nimmt die pastoralen Grundlinien des von den deutschen Bischöfen zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen in 2003 veröffentlichten Wort „unBehindert Leben und Glauben teilen“ auf und konkretisiert sie für die pastorale Begleitung von Menschen mit Behinderungen in Familie, Kirche und Gesellschaft für die Praxis vor Ort.


Hinweis:

Die Arbeitshilfe Leben und Glauben gemeinsam gestalten. Kirchliche Pastoral im Zusammenwirken von Menschen mit und ohne Behinderungen steht  in der Rubrik Publikationen als pdf-Datei zum Herunterladen bereit und kann dort auch als Broschüre (Arbeitshilfen Nr. 308) bestellt werden.

Gespräche über verbindliche Kriterien und Standards von Aufarbeitung

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 29. November 2019 - 14:57

Zum dritten Mal trafen sich gestern (28. November 2019) die Missbrauchsbeauftragten Bischof Dr. Stephan Ackermann und Johannes-Wilhelm Rörig gemeinsam mit Vertretungen der katholischen Kirche in Deutschland und der Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ zum Gespräch über verbindliche Kriterien und Standards der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche. Nach Veröffentlichung der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) wurde ein gemeinsames Engagement vereinbart. Nach Treffen im Mai und September 2019 konnte nun die erste Phase der Zusammenarbeit abgeschlossen werden.

Bischof Dr. Ackermann, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, und Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, zeigten sich sehr zufrieden, dass am gestrigen Tag Einigung zu den Eckpunkten hergestellt werden konnte, nach denen die unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in den Diözesen transparent und nach einheitlichen Kriterien erfolgen soll. Einvernehmen wurde zudem zur Einbindung von unabhängigen Expertinnen und Experten und Betroffenen in den Aufarbeitungsprozessen  erzielt.

Rörig: „Ich bin erleichtert, dass wir uns mit Bischof Dr. Ackermann gestern auf Eckpunkte künftiger Strukturen der Aufarbeitung einigen konnten. In Diözesen, in denen diese Eckpunkte Verbindlichkeit erlangen, wird sichergestellt, dass Betroffene an der institutionellen Aufarbeitung mitwirken und bei der individuellen Aufarbeitung bestmögliche Unterstützung erhalten. Ich setze darauf, dass sich alle Erzbischöfe und Bischöfe unserem Konsens anschließen.“

Bischof Ackermann äußerte sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Zusammenarbeit: „Als katholische Kirche in Deutschland bemühen wir uns seit Jahren um eine Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs. Wir wollen die zukünftigen Aufarbeitungsprozesse nach einheitlichen Rahmenbedingungen gestalten und sind dankbar, dass wir hierbei vom Unabhängigen Beauftragten und den Mitgliedern der bei ihm eingerichteten Arbeitsgruppe unterstützt werden.“

Im nächsten Schritt werden jetzt in einem innerkirchlichen Abstimmungsprozess Rückmeldungen zu den Eckpunkten eingeholt, so Bischof Ackermann und Johannes-Wilhelm Rörig, um dann im Frühjahr 2020 eine abgestimmte Handlungsgrundlage für die Aufarbeitung in den Diözesen zu haben.


Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“:

Anfang Dezember 2018 hat der Unabhängige Beauftragte Rörig gemeinsam mit Mitgliedern der Aufarbeitungskommission und des Betroffenenrates die Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ eingesetzt. Die Arbeitsgruppe hat Eckpunkte für eine umfassende Aufklärung und unabhängige Aufarbeitung entwickelt, die mit Vertreterinnen und Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche weiterentwickelt werden.

Zu den Mitgliedern der AG „Aufarbeitung Kirchen“ gehören:

  • Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM)
  • Dr. Christine Bergmann, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
  • Prof. Dr. Heiner Keupp, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
  • Matthias Katsch, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
  • Renate Bühn, Mitglied im Betroffenenrat beim UBSKM
  • Kerstin Claus, Mitglied im Betroffenenrat beim UBSKM
  • Dr. Manuela Stötzel, Leiterin des Arbeitsstabes des UBSKM
  • Kathrin Power, Leiterin des Büros der Kommission (i. V.)

Erzbischof Dr. Ludwig Schick und Bischof Dr. Franz-Josef Bode zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember 2019

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 29. November 2019 - 8:46

Anlässlich des Welt-AIDS-Tags am 1. Dezember 2019 rufen der Vorsitzende der Kommission Weltkirche, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), und der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), zu Solidarität und Mitgefühl mit HIV-infizierten und AIDS-kranken Menschen auf: „Weltweit leben etwa 39,7 Millionen Menschen mit HIV. Ungeachtet der medizinischen Fortschritte im Kampf gegen die Immunkrankheit gehört AIDS weiterhin zu den bedrohlichsten Infektionskrankheiten unserer Zeit. In vielen Weltgegenden steigt die Zahl der Neuinfektionen sogar weiter an. Viele Menschen haben keinen Zugang zu den lebensnotwendigen Medikamenten.“ Wenngleich in den letzten Jahrzehnten große Erfolge bei der Vorbeugung und Behandlung von HIV/AIDS erzielt wurden, müsse die Weltgemeinschaft noch stärker zusammenarbeiten, um die Pandemie zu besiegen.

Der Kirche komme dabei eine wichtige Rolle zu, betont Erzbischof Schick: „In vielen Ländern des globalen Südens steht die Kirche als tragende Säule des Gesundheitssystems mit ihren Krankhäusern und Gesundheitsstationen im Dienste der HIV- und AIDS-Patienten. Medizinische Betreuung allein reicht jedoch nicht aus. HIV-Infizierte und ihre Angehörigen erleiden oftmals gesellschaftliche Ausgrenzung und Diskriminierung. Unser Auftrag ist es daher, den Menschen mit HIV/AIDS und den Angehörigen auch spirituell, pastoral und sozial beizustehen.“ So folge die Kirche Christus, der sich in besonderer Weise der Kranken angenommen habe.

Bischof Bode äußert sich besorgt angesichts der Entwicklungen in Deutschland: „In unserem Land leben rund 90.000 Menschen mit HIV/AIDS. Man darf sich die Lage nicht schönreden! Die Zahl der Infektionen ist insbesondere unter jungen Menschen erschreckend hoch. Mehr noch: Untersuchungen zufolge wissen 11.600 Menschen in Deutschland nichts von ihrer Infektion. Aufklärung, Sensibilisierung und eine umfassende Seelsorge sind daher unverzichtbar im Kampf gegen HIV.“ Die pastoralen Dienste, Kirchengemeinden und Seelsorgeeinheiten in Deutschland müssten wachsam sein für die individuellen Sorgen und Nöte der Betroffenen und ihrer Angehörigen, mahnt Bischof Bode: „Die Kirche als ,Heilsgemeinschaft‘ will für Menschen mit HIV/AIDS Heimat sein, in der sie Zuspruch und Zuwendung erfahren. Die Betroffenen gehören zur Kirche. Es ist unsere Pflicht, sie niemals allein und am Rande stehen zu lassen“, so Bischof Bode.


Hintergrund

Der Welt-AIDS-Tag wird auf Initiative der Vereinten Nationen seit 1988 jährlich am 1. Dezember begangen. Weltweit wird so zu einer stärkeren Solidarität mit HIV-Infizierten und AIDS-Kranken aufgerufen. – Im kommenden Frühjahr (15.–17. April 2020) veranstaltet die Deutsche Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit dem Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) in Harare (Zimbabwe) einen Workshop zum Thema „Geschlechtsspezifische Risiken der HIV/AIDS-Epidemie in Afrika und ihre Bedeutung für die Pastoral“. Daran werden auch Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Weihbischof Dr. Udo Bentz (Mainz) und Weihbischof Dr. Johannes Bündgens (Aachen) teilnehmen.

Erzbischof Dr. Heiner Koch zur Frage der Aufnahme von Kinderrechten in die Verfassung

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 28. November 2019 - 11:32

Die Bundesministerin der Justiz, Christine Lambrecht, hat einen Referentenentwurf zur Aufnahme von Kinderrechten in die Verfassung vorgelegt. Sie will mit der Grundgesetzänderung ein Element des Koalitionsvertrags einlösen. Dazu erklärt der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Heiner Koch (Berlin):


„In der Diskussion um die Aufnahme von Kinderrechten in die Verfassung ergibt sich die Frage, ob die Verfassung eine Lücke hinsichtlich des Schutzes von Kindern und Jugendlichen aufweist, die eine Änderung von Artikel 6 des Grundgesetzes (GG) notwendig macht.

Es hat sich bewährt, dass das Grundgesetz in Artikel 6 von einem natürlichen Recht der Eltern auf Pflege und Erziehung der Kinder spricht und dieses Recht zuerst den Eltern zuweist. Das Elternrecht wird als ein dem Kindeswohl dienendes Recht verstanden. Die Annahme, dass in aller Regel den Eltern das Wohl des Kindes mehr am Herzen liegt als irgendeiner anderen Person oder Institution, hat sich bestätigt, auch wenn es beklagenswerte Ausnahmefälle gibt. Diese Fälle rechtfertigen die im Grundgesetz vorgesehenen Eingriffsmöglichkeiten der staatlichen Gemeinschaft in das Elternrecht, wenn das Kindeswohl gefährdet ist. Elternrecht impliziert selbstverständlich auch Elternpflichten. Werden diese zum Schaden des Kindes vernachlässigt, greift das Wächteramt des Staates.

Wir sehen für die anstehenden weiteren Beratungen einer Grundgesetzänderung zwei inhaltliche Herausforderungen: Das bisher wohl austarierte Verhältnis zwischen Elternrecht und staatlichem Wächteramt sollte nicht verschoben werden. Die Systematik des Grundgesetzes, insbesondere die des Artikel 6 GG, sollte gewahrt bleiben.

Vor diesem Hintergrund ist unseres Erachtens ein Ort für die Aufnahme ausdrücklicher Kinderrechte oder Kindeswohlverpflichtungen in Artikel 6 Abs. 2 GG sachgerecht, damit die Rangfolge von Elternrechten und Wächteramt des Staates gewahrt bleibt. Würde der Staat – wie gegenwärtig erwogen – außerhalb seines Wächteramtes gegenüber den Kindern berechtigt und verpflichtet, ginge dies zu Lasten der Elternverantwortung. Für die weitere Beratung schlagen wir daher vor, die Veränderungen in einen neuen Artikel 6 Abs. 2 zu fassen. So würden die Elternverantwortung und das staatliche Wächteramt konkretisiert, die bestehende Balance zwischen Kindern, Eltern und Staat aber nicht verändert.

Unabhängig von der geplanten Grundgesetzänderung ist eine kinderfreundliche Gesellschaft aufgerufen, immer wieder zu überprüfen, ob die einfachen gesetzlichen Förder- und Leistungsansprüche zugunsten von Kindern und Jugendlichen sowie die vorhandenen Eingriffsnormen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen ausreichen. Gleichzeitig ist sicherzustellen, dass die für die Förderung und den Schutz von Kindern und Jugendlichen notwendigen Personalressourcen und finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, um bestehende und etwaige neue gesetzlichen Vorgaben umzusetzen.“

Gemeinsames Jahresthema der katholischen Hilfswerke im neuen Kirchenjahr

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 28. November 2019 - 9:33

Im neuen Kirchenjahr, das am ersten Advent beginnt, gestalten die Hilfswerke Adveniat, das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, Misereor, Renovabis und missio ihre jeweiligen Jahresaktionen zum gemeinsamen Themenfeld „Frieden“. In Zusammenarbeit mit den (Erz-)Bistümern lenken sie damit die Aufmerksamkeit auf die weltweite Friedensarbeit der Kirche. Internationale Gäste der Hilfswerke werden in den (Erz-)Bistümern Deutschlands unterwegs sein und ihre Friedens- und Versöhnungsarbeit vorstellen. In zahlreichen Veranstaltungen berichten sie über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Friedensarbeit. Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat startet an diesem Wochenende seine Jahresaktion in Freiburg unter dem Motto „Frieden! Mit Dir!“

„Frieden leben. Partner für die Eine Welt“ lautet das gemeinsame Leitwort. Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg) steht als Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz hinter dieser konzertierten Aktion von Werken und (Erz-)Bistümern: „Es gilt, die Ursachen und Folgen von Unfrieden und Krieg aufzuzeigen. Ebenso wollen wir sichtbar machen, wie und wo sich Kirche weltweit für den Frieden engagiert.“ Die Werke, so Erzbischof Schick, hätten zwar verschiedene Aufgaben und Perspektiven. Alle würden aber Partner unterstützen, die sich für den Frieden einsetzen: „Das kann eine kirchliche Wahrheits- und Versöhnungskommission in Kolumbien sein oder eine interreligiöse Dialoginitiative in Nigeria oder eine Organisation, die syrische Flüchtlinge im Libanon oder Menschen mit Kriegstrauma in der Ukraine begleitet. Christlicher Friedensdienst vermittelt eine Ahnung vom Reich Gottes. Das ist unsere gemeinsame Sendung.“

Als Symbol für das gemeinsame Jahresthema wird ein Friedenskreuz bei den Auftakt- und Abschlussveranstaltungen der Jahresaktionen der Hilfswerke zu sehen sein. Das etwa ein Meter hohe Kunstwerk zeigt eine Weltkugel, getragen von zwei geschmückten Ölzweigen, die den Wunsch nach Frieden symbolisieren.

Das gemeinsame Jahresthema „Frieden leben. Partner für die Eine Welt“ ist eine zunächst einmalige Initiative der Beteiligten im Jahr 2020, die danach ausgewertet wird.

Hinweis:

Auf der Internetseite https://weltkirche.katholisch.de/Engagieren/Bildungsarbeit/Jahresthema-Frieden sowie auf den Seiten der beteiligten Hilfswerke wird über die Aktionsgäste, die Bildungsmaterialien und die liturgischen Hilfen zur gemeinsamen Aktion „Frieden leben. Partner für die Eine Welt“ informiert.

„Verfolgte und bedrängte Christen“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 27. November 2019 - 10:05

Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute (27. November 2019) in Berlin eine Arbeitshilfe zur Situation der Christen in der Sahel-Region vorgestellt. Die Veröffentlichung ist Teil der Initiative Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit, deren jährlicher Höhepunkt der Gebetstag am 26. Dezember ist.

Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, erklärte: „Während meines Besuchs im Tschad im Juni dieses Jahres wurde mir die Vielschichtigkeit der Herausforderungen in der Sahel-Region aufgezeigt. Christen und Muslime haben dort traditionell harmonisch zusammengelebt. Dieses gute Miteinander ist durch die Entwicklung der vergangenen Jahre in Gefahr geraten. Die islamistische Terrororganisation Boko Haram destabilisiert die Region immer wieder durch massive Terroranschläge. Die brutale Gewalt richtet sich auch und bevorzugt gegen Kirchen und Vertreter von Religionsgemeinschaften. Dazu kommt eine starke und wachsende Einflussnahme Saudi-Arabiens. In erheblichem Maße hat die Förderung des radikal-wahhabitischen Islam in der Region zu Spannungen zwischen Christen und Muslimen geführt.“ In der Folge würden auch soziale Konflikte – wie die Auseinandersetzung zwischen nomadischen Viehzüchtern und sesshaften Bauern – in gefährlicher Weise religiös aufgeladen. Der Frieden zwischen Christen und Muslimen stelle somit eine zentrale Voraussetzung für die zukunftsorientierte Entwicklung der Region dar.

Im Pressegespräch hob Erzbischof Schick weitere Schwierigkeiten hervor, denen die Kirche im Tschad gegenüber stehe: „Im Land leben ca. 120 ethnische Gruppen. Der trockene Norden wird mehrheitlich von nomadischen, muslimisch-arabisch geprägten Gruppen dominiert, während im fruchtbaren Süden sesshafte, afrikanisch-christliche Bauern leben. Insgesamt sind 58 Prozent der Gesamtbevölkerung Muslime und 35 Prozent Christen, darunter 18,5 Prozent Katholiken. Insbesondere seit Einführung der IV. Republik am 4. Mai 2018, durch die faktisch die uneingeschränkte Macht des Präsidenten festgeschrieben wurde, hat sich das Verhältnis unter den Religionsgemeinschaften verschlechtert. Grund dafür sind zunehmende Verstöße gegen das laizistische Prinzip zugunsten des Islam.“ Erzbischof Schick unterstrich zugleich, dass die Ortskirchen in der gesamten Sahel-Region gerade im Angesicht der sozialen und politischen Herausforderungen als Vermittler zwischen den Religionen, Friedenstifter und Motoren einer ganzheitlichen Entwicklung den Menschen dienten.

Auch der aus dem Tschad zur Vorstellung der Arbeitshilfe angereiste Erzbischof von N’Djaména, Edmond Djitangar, verwies in seinem Beitrag auf die voranschreitende Islamisierung und Arabisierung des Tschad: „Man kann es mit zwei Metaphern zusammenfassen: Im Norden werden zaghaft Kapellen gebaut und im Süden vermehren sich Moscheen wie Champignons, dank der massiven finanziellen Unterstützung der Länder am Persischen Golf.“ Im Angesicht dieser Herausforderung forderte Erzbischof Djitangar: „Die Kirche im Tschad muss ihre Identität als Kirchenfamilie Gottes verwirklichen, solidarisch sein mit anderen Konfessionen und sich stets um die ganzheitliche Entwicklung der menschlichen Person bemühen.“ Dabei komme gerade in ländlichen Regionen den kirchlichen Strukturen eine besondere Rolle zu: „Es ist dringend notwendig, eine neue Form der Solidarität unter Muslimen und Christen in den Gemeinden und Pfarreien zu schaffen. Denn die Pfarrei bleibt das Dorf aller und das Leben der Gemeinschaft ist von ihren Aktivitäten und Projekten abhängig“, so Erzbischof Djitangar.

Der Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerks missio in Aachen, Pfarrer Dirk Bingener, würdigte die interreligiösen Friedensaktivitäten der Kirche im Tschad am Beispiel des Kulturzentrums „Al-Mouna“ in N’Djaména. Was im Zentrum „Al-Mouna“ umgesetzt wird, entspreche der tiefen Überzeugung von missio: „Nur gemeinsam können Angehörige aller Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften für eine Verteidigung der menschlichen Würde und für grundlegende Freiheitsrechte der Menschen eintreten. Die Bedeutung von Dialog und Verständigung für die Ausweitung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit greift auch die aktuelle Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz auf.“ Abschließend bekräftigte Pfarrer Bingener: Christen aller Konfessionen sollten in den verschiedenen Ländern eine geeignete und würdevolle Heimat finden, eine Heimat, in der sie ihren Glauben in Freiheit leben könnten – ohne Angst vor Unterdrückung oder gar Verfolgung.


Hintergrund

Die Arbeitshilfe Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit – Sahel-Region gibt einen Überblick über die Situation der Christen in der Sahel-Region, insbesondere im Tschad. Die Arbeitshilfe erläutert aktuelle Konfliktlinien in den Gesellschaften, analysiert die Hintergründe und lässt Mitglieder der Ortskirche zu Wort kommen.

Die Initiative Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen wurde von den deutschen Bischöfen 2003 ins Leben gerufen, um für die Lage bedrohter Glaubensgeschwister zu sensibilisieren. Mit Publikationen, liturgischen Handreichungen und öffentlichen Veranstaltungen wird auf die teilweise dramatischen Verhältnisse christlichen Lebens in verschiedenen Teilen der Welt aufmerksam gemacht. Zusätzlich pflegen die Bischöfe mit Solidaritätsreisen den Kontakt zu den unter Druck stehenden Ortskirchen. In Deutschland sucht die Bischofskonferenz auch immer wieder das Gespräch mit Politikern und gesellschaftlichen Akteuren, um auf bedrohliche Entwicklungen hinzuweisen. Jährlicher Höhepunkt der Initiative ist der Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen am 26. Dezember (Stephanustag), der in allen deutschen Diözesen begangen wird.


Hinweise:

Die Statements von Erzbischof Schick, Erzbischof Djitangar und Pfarrer Bingener sind untenstehend als pdf-Dateien verfügbar.

Die Arbeitshilfe Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen – Sahel-Region kann in der Rubrik Publikationen bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Das Plakat und der Gebetszettel zum Gebetstag für die verfolgten Christen am 26. Dezember können ebenfalls in der Rubrik Publikationen bestellt oder als pdf-Dateien heruntergeladen werden.

Weitere Informationen gibt es auf der Initiativseite Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen.

Neue Website Gottesdienste.ard.de

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 26. November 2019 - 9:25

Auf der Internetseite Gottesdienste.ard.de bietet die ARD in Zusammenarbeit mit der evangelischen und der katholischen Kirche jetzt einen neuen Service an.

Geordnet nach vier Kategorien können sich Zuschauer und Zuhörer über die nächsten kirchlichen Sendetermine und Gottesdienstübertragungen im Ersten, in ARD-Alpha und den verschiedenen Landessendern informieren: In zwei Kategorien, getrennt nach Fernsehen und Hörfunk, sind alle Sendetermine der Gottesdienste in der ARD aufgelistet. Es gibt Informationen zur Kirche, aus der übertragen wird, sowie zu den Zelebranten und Liturgen, zur musikalischen Gestaltung oder auch zur thematischen Ausrichtung des Gottesdienstes.

Die Kategorie „Religionen“ informiert über die aktuellen journalistischen Angebote aus dem Bereich Religion, die im Ersten, bei 3sat, ARD-Alpha, arte und in den neun Landesrundfunkanstalten gesendet werden. Unter der Kategorie „Das Wort zum Sonntag“ sind alle Sendetermine einschließlich der Namen der Sprecherinnen und Sprecher erfasst.

Alle Sendungen sind mit der ARD Mediathek verlinkt. Dort sind sie in der Regel für ein Jahr abrufbar.

Beginn des Synodalen Weges der Kirche in Deutschland am ersten Advent

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 25. November 2019 - 8:54

Am ersten Advent (1. Dezember 2019) beginnt der Synodale Weg der Kirche in Deutschland. In den Domkirchen werden an diesem Tag eigene Synodalkerzen entzündet. Die Bibeltexte des Advents und der Weihnachtszeit, die vom Neuanfang und Aufbruch, vom Weg und vom Licht sprechen, begleiten den Synodalen Weg in seiner ersten Phase bis zur Auftaktversammlung am 30. Januar 2020 in Frankfurt am Main. Für die Gottesdienste in den Gemeinden stehen das Gebet für den Synodalen Weg und eigene Fürbitten sowie Liedvorschläge zur Verfügung, die ab sofort auf den Internetseiten www.dbk.de und www.zdk.de zu finden sind.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Karin Kortmann, werden die Synodalkerze gemeinsam im Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom am Sonntag, 1. Dezember 2019, um 10.00 Uhr entzünden. Kardinal Marx und Karin Kortmann gehören auch dem Präsidium des Synodalen Weges an.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind zu diesem Gottesdienst herzlich eingeladen. Im Anschluss daran besteht die Möglichkeit für O-Töne mit Kardinal Marx und Karin Kortmann (Ort: Erzbischöfliches Haus, Kardinal-Faulhaber-Straße 7, München, ca. 11.45 Uhr). Für den Münchner Liebfrauendom sind für das Fotografieren sowie Film- und Fernsehaufnahmen bestimmte Regeln zu beachten. Wir bitten alle Medienvertreter, sich für den Gottesdienst und die O-Töne per E-Mail (pressestelle(at)erzbistum-muenchen.de) zu akkreditieren. Die Pressestellen der Deutschen Bischofskonferenz und des ZdK werden an diesem Tag in München auch als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Hinweise:
Das Gebet für den Synodalen Weg, Fürbitten sowie Liedvorschläge für die Gottesdienste in den Gemeinden sind unter www.zdk.de und www.dbk.de  (Themenseite Synodaler Weg) als pdf-Dateien verfügbar. Das Gebet kann unter www.dbk.de in der Rubrik Publikationen auch als Gebetszettel bestellt werden.

Am ersten Advent (1. Dezember 2019) startet die Internetseite www.synodalerweg.de. Dort werden alle Informationen zum Synodalen Weg bereitgestellt. Außerdem werden die Pressestellen der Deutschen Bischofskonferenz und des ZdK ab dem ersten Advent gemeinsam die Pressestelle des Synodalen Weges bilden und Pressemitteilungen versenden. Da die verschiedenen Verteiler aus datenschutztechnischen Gründen nicht vereint werden können, werden Sie möglicherweise die Pressemitteilungen doppelt per E-Mail erhalten. Wir bitten das zu entschuldigen.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 23. November 2019 - 8:14

Anlässlich des „Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen“ am 25. November 2019 ermutigt Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Vorsitzender der Pastoralkommission und der Unterkommission Frauen in Kirche und Gesellschaft der Deutschen Bischofskonferenz, das Thema verstärkt auch in der Kirche aufzugreifen. „Es ist richtig, wenn wir über sexuellen Missbrauch an minderjährigen Schutzbefohlenen sprechen. Aber wir spüren auch, wie wichtig es ist, die weltweite und auch in unserem Land zu findende Gewalt gegen Frauen zu thematisieren“, so Bischof Bode. „Gewalt gegen Frauen betrifft auch die Kirche. Wir stellen uns dieser Frage und werden handeln.“

Bischof Bode verwies auf konkrete Konsequenzen, die sich aus den Erfahrungen mit Missbrauch an Frauen in Kirche und Orden ergeben. Dazu hatte die Deutsche Bischofskonferenz gemeinsam mit der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) sowie in Kooperation mit dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) und der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) bereits Ende September eine Fachtagung zum Thema „Gewalt gegen Frauen in Kirche und Orden“ in Siegburg durchgeführt. 125 Frauen, darunter viele Betroffene sowie Seelsorgerinnen, Ordensfrauen und Wissenschaftlerinnen, thematisierten die verschiedenen Gewalterfahrungen an erwachsenen Frauen in kirchlichen Kontexten und erarbeiteten erste Perspektiven für die Aufarbeitung. Bischof Bode sagt dazu anlässlich des jetzigen Welttages: „Diese Tagung war von Frauen für Frauen, Männer waren nicht zugelassen, auch keine Bischöfe. Betroffene Frauen haben von ihren Erfahrungen erzählt, wobei das Spektrum von geistlichem bis zu körperlichem Missbrauch reicht, der nicht nur von Priestern, sondern auch von Ordensfrauen begangen wurde.“ Neben Analysen der systemischen Ursachen wurden erste Konsequenzen gefordert.

Deutlich wurden auf der Tagung die fehlenden wissenschaftlichen Erhebungen und Untersuchungen zum Thema. Prof. Dr. Ute Leimgruber kündigte in diesem Zusammenhang ein Forschungsprojekt zur Gewalt an erwachsenen Frauen in kirchlichen Kontexten an ihrem Lehrstuhl für Pastoraltheologie an der Universität Regensburg an, das ebenfalls 2020 starten wird.

Darüber hinaus sind weitere Projekte in Planung: Bischof Bode und Bischof Dr. Felix Genn (Münster), Vorsitzender der Kommission für geistliche Berufe und kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz, weisen aus Anlass des Welttages auf ein Wort der deutschen Bischöfe zur Seelsorge hin, das im Herbst 2020 erscheinen soll. „Es ist dringlich, dass wir in diesem Text unter anderem Kriterien vorlegen, wie auch erwachsene Frauen wie Männer in der Seelsorge vor Missbrauch geschützt werden“, sagt Bischof Genn.

„Bei der Aufdeckung von Missbrauch an Ordensfrauen stehen wir erst am Anfang“, betont Weihbischof Ludger Schepers (Essen), Mitglied der Unterkommission Frauen, und verweist als Sprecher der Ordensreferentenkonferenz auf die Gefährdungslage von ausländischen Ordensfrauen in Deutschland. Ordensfrauen aus Afrika oder Indien bedürften einer besonderen Aufmerksamkeit, da sie möglicherweise Missbrauchserfahrungen aus ihren Herkunftsländern mitbringen und auch in Deutschland weiteren Übergriffen ausgesetzt sein können.

Die Vorsitzende der DOK, Sr. Dr. Katharina Kluitmann OSF, kündigt für Oktober 2020 eine Studientagung in Vallendar zum Thema „Missbrauch und Gelübde“ an, die das sensible Problemfeld von Macht, Ohnmacht und Machtmissbrauch vor allem im Bereich des Gehorsamsgelübdes in den Ordensgemeinschaften thematisieren wird.

„Aus Anlass des Welttages am 25. November stellt die kfd unter der Überschrift ‚Nein zu Gewalt gegen Frauen‘ auf ihrer Homepage Gottesdienstvorschläge zur Verfügung“, erklärt Brigitte Vielhaus, Bundesgeschäftsführerin der kfd. „Der KDFB lädt zur Beteiligung an einem Buchprojekt ein, in dem von Gewalt betroffene Frauen zu Wort kommen“, so Christiane Fuchs-Pellmann, Bundesgeschäftsführerin des KDFB. Dieses Projekt schließe auch an die im März 2019 veröffentlichte Stellungnahme des Verbandes „Wir sind die Stimme der Frauen!“ an.


Hinweise:

Weiterführende Informationen zur Fachtagung mit Textbeiträgen finden Sie unter https://www.frauenseelsorge.de/neuigkeiten-detail/gewalt-gegen-frauen-in-kirche-und-orden-27-bis-28-sept-2019.html. Inhalte zum Studientag der DOK stehen unter https://www.orden.de/ruach/veranstaltungen/aktuelle-themen-des-ordenslebens/studientag-missbrauch-und-geluebde/ bereit. Die Gottesdienstvorschläge der kfd sind unter https://www.kfd-bundesverband.de/themen/gewalt/ verfügbar.

Kardinal Marx würdigt Generalsekretär Dr. Stefan Vesper

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. November 2019 - 11:22

Anlässlich der heutigen Verabschiedung (22. November 2019) des Generalsekretärs des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Dr. Stefan Vesper, während der Vollversammlung des ZdK in Bonn würdigt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Dr. Stefan Vesper.

„Es gibt in der Geschichte lange Kanzlerschaften, lange Pontifikate und – wie wir mit Ihnen lernen können – auch lange Amtszeiten von Generalsekretären. Mit Ihrem Wechsel in den Ruhestand geht eine Ära zu Ende“, schreibt Kardinal Marx in einem Brief an Stefan Vesper, der seit 1999 Generalsekretär des ZdK war. „Fest im Glauben, beharrlich in der Sache und überzeugt vom Auftrag der Laien in der Kirche haben Sie Ihren Dienst versehen. Es war ein Dienst, der zutiefst von dem Ziel geleitet war, das Zweite Vatikanische Konzil und die Würzburger Synode kräftig mit Leben zu füllen“, so Kardinal Marx.

Seine humorvolle rheinische Art, das großartige Organisationsgeschick, die theologische Tiefenschärfung und die politisch-analytische Kraft zeichnete das Wirken von Stefan Vesper aus. Loyal und konstruktiv habe er mit den verschiedenen Präsidenten des ZdK zusammen gearbeitet. „Das gilt auch für die drei Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, die Sie erlebt haben. Von meinen Vorgängern Kardinal Karl Lehmann und Erzbischof Robert Zollitsch weiß ich, wie sehr Ihre kompetente und vorausschauende Arbeit geschätzt wurde, und auch ich selbst habe es in den vielen Jahren, die wir uns nun schon kennen, immer aufs Neue erleben dürfen. Sie stehen für ein Kirchen- und Gesellschaftsbild, wonach die Kirche in die Entwicklungen tatkräftig eingebunden sein muss“, so Kardinal Marx. „Es ist schön, dass wir immer wieder auch die Glaubensdimension unseres gemeinsamen Handelns besprechen konnten. Sie fühlten sich auf diese Weise dem Ziel einer lebens- und menschendienlichen Kirche verbunden.“

Ausdrücklich würdigte Kardinal Marx das Engagement Vespers für die Vorbereitung und Durchführung der Katholikentage und der Ökumenischen Kirchentage und dankte für die langjährige „treue und konstruktiv-kritische Zusammenarbeit mit dem Sekretariat und den Gremien der Deutschen Bischofskonferenz und des Verbandes der Diözesen Deutschlands, besonders auch im VDD-Verbandsausschuss.“ Gerade beim in Kürze beginnenden Synodalen Weg habe Stefan Vesper erheblichen Anteil in der Vorbereitung gehabt, so Kardinal Marx.

Dr. Stefan Vesper war von 1999 bis 2019 Generalsekretär des ZdK. Zum Jahresende tritt er in den Ruhestand. Ihm folgt Marc Frings.

Treffen der Kommission für Ehe und Familie mit Vertretern der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. November 2019 - 11:21

In einem Abendgespräch (20. November 2019) hat sich die Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz unter der Leitung ihres Vorsitzenden Erzbischof Dr. Heiner Koch (Berlin) in Köln mit Vertretern der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) über das jeweilige Verständnis von Ehe und Familie ausgetauscht. Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland wurde vertreten durch den Bischof von Aristi, Vasilios Tsiopanas, Vikarbischof der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland und Vorsitzender der theologischen Kommission der OBKD, den Beauftragten der OBKD für innerchristliche Zusammenarbeit, Erzpriester Constantin Miron, sowie deren Sekretär, Dr. Konstantinos Vliagkoftis.

Das Gespräch fand in einer vertrauensvollen und wertschätzenden Atmosphäre statt. Bischof Vasilios Tsiopanas erläuterte das in der Orthodoxie sehr bedeutsame Prinzip der Ökonomie (Oikonomia), das es erlaube, die buchstabengetreue Auslegung eines kirchlichen Gesetzes (Akribie) zugunsten einer pastoral notwendigen Lösung zurückzustellen. Er betonte, das Prinzip der Ökonomie sei eine „heilsame Nachsicht, die den Sünder rettet“. Auch das jüngste Dokument der Orthodoxen Bischofskonferenz zu Ehe und Familie, ein „Brief der Bischöfe der orthodoxen Kirche in Deutschland an die Jugend über Liebe – Sexualität – Ehe“ aus dem Jahr 2017 stellt sich in pastoraler Absicht den Herausforderungen, denen junge Gläubige in Deutschland heutzutage begegnen. Der lebhafte Austausch zu den jeweiligen pastoralen Lösungen, etwa zu Ehevorbereitung und Ehebegleitung, aber auch zum Kommunionempfang bei konfessionsverbindenden Ehen oder zu vorehelicher Sexualität zeigte die Ähnlichkeit der Fragestellungen.

Erzbischof Koch betonte, „dass das Ringen um eine gute Vorbereitung von jungen Menschen auf die Ehe, die Sorge um den Fortbestand der Ehen und den Zusammenhalt der Familien wie auch die Bereitschaft, sich hierbei den drängenden Fragen pastoral zu stellen, beiden Konfessionen gemeinsam am Herzen liegt.“ Es zeuge von der hohen Wertschätzung der Ehe auch als Sakrament bzw. Mysterion und fußt auf einer gemeinsamen Überzeugung, die der Brief der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland mit den Worten beschreibt: „Für uns Christen hat die Ehe mit jener Liebe Gottes zu tun, die Jesus Christus durch seine Menschwerdung, Kreuzigung und Auferstehung gezeigt hat. Deshalb ist die Ehe für einen Menschen, der an Jesus Christus als den Sohn Gottes glaubt, mehr als eine weltliche Angelegenheit“.

Ehrendoktorwürde für Kardinal Marx

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 20. November 2019 - 13:54

Kardinal Reinhard Marx hat die Ehrendoktorwürde des Institut Catholique de Paris erhalten. Der Erzbischof von München und Freising und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz erhielt die Auszeichnung im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich 130 Jahren Theologische Fakultät des Institut Catholique am Dienstagabend, 19. November, in Paris.

Die katholische Universität ehrt in Kardinal Reinhard Marx nach eigenen Worten einen „Vir  ecclesiasticus“, einen „Mann der Kirche, der – tiefverwurzelt in der Schrift und in der Tradition – zeitgenössische soziale Realitäten prüft und sich für die Glaubwürdigkeit der Kirche in der heutigen Zeit einsetzt“. Zugleich sei Marx, der von 2012 bis 2018 Vorsitzender der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union war, ein „überzeugter Europäer und entschlossener Handwerker des Dialogs“, wie es in der Würdigung der Universität heißt. Als „Theologe der Kirche und der sozialen Moral“ gehe es ihm darum, „die reellen Probleme in Angriff zu nehmen und Lösungsansätze zu suchen“.  Schließlich ehre das Institut Catholique in Marx „einen prominenten Alumnus und leidenschaftlichen Frankophilen, auf den der Aufenthalt in der Diözese Paris einen tiefen Eindruck hinterlassen hat“.

Unter den mit der Ehrendoktorwürde des Institut Catholique de Paris Ausgezeichneten sind Justin Welby, der anglikanische Erzbischof von Canterbury, und der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I.

Quelle: Pressestelle Erzbistum München und Freising

Ständiger Rat der Deutschen Bischofskonferenz befasst sich mit dem Sachstand der Konsequenzen aus der MHG-Studie

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 19. November 2019 - 12:22

Der Ständige Rat hat sich auf seiner heutigen Sitzung (19. November 2019) mit dem Sachstand der Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) befasst. Dabei konnten unter anderem die Fassungen der „Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ sowie der „Rahmenordnung Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ von 2013 umfassend überarbeitet und verabschiedet werden. Die Leitlinien sind künftig eine Ordnung. Beide Dokumente werden in den nächsten Wochen veröffentlicht.

Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, hat außerdem über den Stand der Beratungen in der Frage nach der Überprüfung und Weiterentwicklung des Verfahrens zu Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids berichtet. Dieses Thema wurde zuletzt während der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz im September 2019 behandelt.

Ziele sind eine größere Einheitlichkeit des Verfahrens, Transparenz, Unabhängigkeit und Betroffenenorientierung. Ein neues Verfahren soll für minderjährige Opfer sexuellen Missbrauchs sowie schutzbedürftige Erwachsene gelten. Allen Beteiligten ist klar, dass eine Überarbeitung des Verfahrens weiter vorangetrieben werden soll, es bei der komplexen Thematik aber gleichzeitig Zeit, Sorgfalt und umfangreiche Abstimmungsprozesse braucht. Bischof Ackermann wird außerdem das kontinuierliche Gespräch mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, führen. Er wird weitere Schritte in der Frage des Verfahrens zur nächsten Sitzung des Ständigen Rates Ende Januar 2020 vorlegen.

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Arbeitshilfe zur Situation der Christen in der Sahel-Region

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 18. November 2019 - 10:34

Die Deutsche Bischofskonferenz stellt am 27. November 2019 in Berlin eine Arbeitshilfe zur Situation der Christen in der Sahel-Region vor. Die Veröffentlichung ist Teil der Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“. Die Arbeitshilfe Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit – Sahel-Region gibt einen Überblick über die Situation der Christen in der Sahel-Region, insbesondere im Tschad. Sie erläutert aktuelle Konfliktlinien in den Gesellschaften, analysiert die Hintergründe und lässt Mitglieder der Ortskirche zu Wort kommen. Die deutschen Bischöfe wollen durch ihre jährliche Initiative die Auseinandersetzung mit der Diskriminierung und Verfolgung von Christen, die in vielen Teilen der Welt weiter anhält, auf möglichst breiter Ebene lebendig halten.

Christen und Muslime haben traditionell harmonisch in der Sahel-Region zusammengelebt. Dieses gute Miteinander ist durch die Entwicklung der vergangenen Jahre in Gefahr geraten. Die islamistische Terrororganisation Boko Haram destabilisiert die Region immer wieder durch Terroranschläge und brutale Gewalt, die sich auch gegen Kirchen und Vertreter von Religionsgemeinschaften richten. Die starke Einflussnahme Saudi-Arabiens, das heißt die Förderung des radikal wahhabitischen Islam in der Region, hat ebenfalls zu Spannungen zwischen Christen und Muslimen geführt. In der Folge wurden auch soziale Konflikte – wie die Auseinandersetzung zwischen nomadischen Viehzüchtern und sesshaften Bauern – in gefährlicher Weise religiös aufgeladen.

Bei einem Pressegespräch wird die Arbeitshilfe vorgestellt und über die Situation der Christen in der Sahel-Region informiert. Interessierte Medienvertreter sind hierzu herzlich eingeladen am

Mittwoch, 27. November 2019,
um 10.30 Uhr
im Kommissariat der deutschen Bischöfe
(Katholisches Büro in Berlin)
Hannoversche Straße 5, 10115 Berlin.

Als Gesprächspartner stehen zur Verfügung:

  • Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, der die Arbeitshilfe vorstellen und von seinem Besuch im Tschad im Juni berichten wird;
  • Erzbischof Edmond Djitangar (N’Djaména, Tschad), der für Gespräche über das Zusammenleben der Gläubigen der verschiedenen Religionsgemeinschaften im mehrheitlich muslimisch geprägten Tschad zur Verfügung steht;
  • Pfarrer Dirk Bingener (Aachen), Präsident des katholischen Hilfswerks Missio, der das Engagement des Hilfswerkes in der Sahel-Region und im Bereich des christlich-islamischen Dialogs vorstellt.


Hinweis:

Interessierte Medienvertreter sind gebeten, sich für dieses Pressegespräch bei der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz mit einer formlosen E-Mail (pressestelle(at)dbk.de) anzumelden.

Gebetszettel für den Synodalen Weg veröffentlicht

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 14. November 2019 - 12:01

Für den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland ist heute (14. November 2019) ein Gebetszettel veröffentlicht worden. Das Gebet soll den Synodalen Weg begleiten, der am ersten Advent beginnt. Der Gebetszettel zeigt eine Emmaus-Zeichnung von Christel Holl, im Innenteil ist der Gebetstext abgebildet und das Logo des Synodalen Weges auf der Rückseite.

In diesem Gebet heißt es unter anderem: „Wir bitten Dich: Sende uns den Heiligen Geist, der neues Leben schafft. Er stehe unserer Kirche in Deutschland bei und lasse sie die Zeichen der Zeit erkennen. Er öffne unser Herz, damit wir auf Dein Wort hören und es gläubig annehmen. Er treibe uns an, miteinander die Wahrheit zu suchen. Er stärke unsere Treue zu Dir und erhalte uns in der Einheit mit unserem Papst und der ganzen Kirche. Er helfe uns, dass wir Deine Gerechtigkeit und Deine Barmherzigkeit erfahrbar machen. Er gebe uns die Kraft und den Mut, aufzubrechen und Deinen Willen zu tun.“


Hinweise:

Der Gebetszettel im Format 14,5 x 9,5 cm kann in der Rubrik Publikationen bestellt werden. Dort ist dieser auch als pdf-Datei verfügbar.

Informationen zum Synodalen Weg finden Sie unter www.zdk.de und auf der Themenseite Synodaler Weg sowie ab dem 1. Dezember 2019 unter www.synodalerweg.de.

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Textsammlung zu den katholisch-jüdischen Beziehungen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 14. November 2019 - 10:40

Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute (14. November 2019) eine Arbeitshilfe mit wichtigen Texten zu den katholisch-jüdischen Beziehungen seit der Konzilserklärung Nostra aetate (1965) veröffentlicht. Sie trägt den Titel eines Zitats von Papst Franziskus: „Gott wirkt weiterhin im Volk des Alten Bundes“. Die Textsammlung umfasst kirchenamtliche Dokumente, die von verschiedenen Bischofskonferenzen, der Päpstlichen Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum und der Päpstlichen Bibelkommission zum Judentum veröffentlicht wurden, sowie jüdische Erklärungen zum Christentum. Sie gibt damit einen guten Einblick in den gegenwärtigen Stand des christlich-jüdischen Gesprächs.

„Wir müssen die Ergebnisse des christlich-jüdischen Gesprächs der vergangenen 50 Jahre stärker als bislang in den Gemeinden, in der Schule und in der Erwachsenenbildung bekannt machen. Dazu soll die neue Arbeitshilfe beitragen“, so Bischof Dr. Ulrich Neymeyr (Erfurt), Vorsitzender der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum der Deutschen Bischofskonferenz, und weiter: „Die Textsammlung ist nicht nur ein Informationsangebot. Die abgedruckten Dokumente wollen die Leserinnen und Leser motivieren, selbst am christlich-jüdischen Dialog teilzunehmen und die Zukunft der jüdisch-christlichen Beziehungen aktiv mitzugestalten.“ Angesichts des zunehmenden Antisemitismus sei die Aufklärung über das christlich-jüdische Verhältnis eine dringliche pastorale und katechetische Aufgabe.


Hinweis:

Die Arbeitshilfe „Gott wirkt weiterhin im Volk des Alten Bundes“ (Papst Franziskus). Texte zu den katholisch-jüdischen Beziehungen seit Nostra aetate ist als pdf-Datei in der Rubrik Publikationen verfügbar. Dort kann diese auch als Broschüre (Arbeitshilfen Nr. 307) bestellt werden.