Sammlung von Newsfeeds

Fachtagung „Gottesdienst und Macht. Klerikalismus in der Liturgie“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 19. Oktober 2020 - 9:46

Die Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz lädt zu einer Fachtagung ein, die unter dem Thema „Gottesdienst und Macht. Klerikalismus in der Liturgie“ steht. Bereits seit Längerem befasst sich die Kommission mit diesem Thema. „Gemeint sind damit Formen inadäquater Machtausübung und Herausstellung des priesterlichen Amtes, wie sie in der Praxis vorkommen, aber auch Asymmetrien und Hierarchien, die durch die liturgischen Ordnungen selbst vorgesehen sind und, in diesem Sinne legitimiert, verschiedene Formen von Klerikalismus befördern können“, schreibt der Vorsitzende der Liturgiekommission, Bischof Dr. Stephan Ackermann, in der Einladung. Die Fachtagung wird von der Liturgiekommission im Kontext des Synodalen Weges veranstaltet.

An der Tagung nehmen Multiplikatoren und haupt- und ehrenamtliche Praktiker aus Liturgie und Seelsorge, Liturgiereferenten, Akteure aus der kirchlichen Bildungsarbeit sowie von Ausbildungseinrichtungen, Mitglieder der Kommissionen der Deutschen Bischofskonferenz, Priester und andere hauptberufliche Seelsorgerinnen und Seelsorger, Theologinnen und Theologen sowie Studierende teil.

Coronabedingt findet die Fachtagung am 28./29. Oktober 2020 als Zoom-Konferenz online statt. Sie beginnt am 28. Oktober 2020 um 15.00 Uhr und endet am 29. Oktober 2020 um 14.00 Uhr.

Herzlich sind die Kolleginnen und Kollegen der Medien eingeladen, an der Tagung online teilzunehmen.


Hinweise:

Bitte melden Sie sich für die Fachtagung mit Angabe Ihrer Anschrift und Redaktion per E-Mail (pressestelle(at)dbkdbk.dbkde) an. Den Link zur Video-Tagung senden wir allen angemeldeten Medienvertretern einen Tag vorher zu. Bitte beachten Sie: Sie können die Tagung nur mit dem entsprechenden Link live auf Zoom verfolgen!
Das Programm der Fachtagung ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.

Treffen von Zentralrat der Juden und Deutscher Bischofskonferenz

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 16. Oktober 2020 - 9:13

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, wird am kommenden Dienstag (20. Oktober 2020) in Limburg erstmals mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, zusammentreffen. Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie ist die Begegnung erst jetzt möglich geworden.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind zum Auftakt des Gesprächs zu einem Fototermin eingeladen, der am Dienstag, 20. Oktober 2020, um 14.00 Uhr im Bischofshaus (Bischofsplatz 7, 65549 Limburg) stattfindet. Wir bitten Sie um eine kurze formlose Anmeldung per E-Mail an pressestelle(at)dbk.de.

Aufruf der deutschen Bischöfe zum Weltmissionssonntag am 25. Oktober 2020

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 15. Oktober 2020 - 16:07

Liebe Schwestern und Brüder,

„Selig, die Frieden stiften“ (Mt 5,9). Diese Seligpreisung Jesu ist das Leitwort zum Monat der Weltmission 2020. Auch in unserer Zeit ist sie hoch aktuell. Wie schwer ist es doch, Frieden zu halten und zu fördern!

Die diesjährige Aktion der missio-Werke lenkt den Blick auf Westafrika. In dieser Region lebten lange Zeit Menschen verschiedener Religionen und Ethnien friedlich zusammen. Gegenwärtig wird sie aber immer mehr zum Schauplatz von Anschlägen und Übergriffen. Mit Sorge nehmen wir wahr, wie dort Konflikte religiös aufgeladen werden, um Menschen gegeneinander aufzubringen und Gewalt anzufachen. Durch die Corona-Pandemie haben sich die Lebensbedingungen der Menschen zusätzlich verschlechtert.

Die Kirchen in Westafrika setzen sich durch interreligiöse Zusammenarbeit gegen den Missbrauch von Religion ein. Sie helfen, dass Konfliktparteien aufeinander zugehen und miteinander sprechen. Wo Menschen sich auf die Friedensbotschaft ihrer Religion besinnen, können sie gemeinsam Konflikte lösen, weichen verhärtete Fronten auf und Frieden wird möglich.

„Selig, die Frieden stiften.“ Mitten in unserer von Unfrieden geplagten Welt beruft und befähigt Gott Menschen, Friedensstifter zu sein. Wir bitten Sie: Setzen Sie am Weltmissionssonntag ein Zeichen. Beten Sie für unsere Schwestern und Brüder, die sich aktiv für Frieden und Versöhnung einsetzen! Unterstützen Sie bei der Kollekte am kommenden Sonntag die wichtigen Initiativen von missio!

Hinweise:

Dieser Aufruf soll am Sonntag, 18. Oktober 2020, in allen Gottesdiensten (auch am Vorabend) verlesen werden. Der Ertrag der Kollekte am 25. Oktober 2020 ist ausschließlich für die Päpstlichen Missionswerke missio in Aachen und München bestimmt.

Weitere Informationen sind auf www.missio-hilft.de/mitmachen/weltmissionssonntag-2020 verfügbar.

Der Aufruf sowie die Durchführungshinweise zur Kollekte stehen auch als pdf-Dateien unter www.dbk.de/katholische-kirche/aufgaben/aufrufe-der-deutschen-bischoefe bereit.

Vervielfältigen von Noten und Liedtexten in Kirchengemeinden und Einrichtungen der katholischen Kirche

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 15. Oktober 2020 - 8:55

Die VG Musikedition und der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) haben erstmals einen Gesamtvertrag zum Vervielfältigen von Noten und Liedtexten in Kirchengemeinden und weiteren Einrichtungen der katholischen Kirche unterzeichnet.

Zwischen dem VDD und der VG Musikedition besteht seit vielen Jahren ein Pauschalvertrag, der es den katholischen Kirchengemeinden ermöglicht, ohne gesonderte Genehmigung (analoge) Fotokopien für den Gemeindegesang im Gottesdienst zu verwenden. Mit dem jetzt unterzeichneten Gesamtvertrag haben Gemeinden und sonstige Einrichtungen der katholischen Kirche nach Abschluss eines verwaltungseinfachen und kostengünstigen Lizenzvertrages die Möglichkeit, (auch digitale) Vervielfältigungen inklusive Beamernutzungen von Noten und Liedtexten herzustellen. Das gilt zum Beispiel für Gottesdienste und weitere Gemeindeveranstaltungen, in Kinderbetreuungseinrichtungen, Aus-, Weiter- und Familienbildungsstätten oder in Einrichtungen der Altenpflege.

Christian Krauß, Geschäftsführer der VG Musikedition, erklärt zum Vertragsabschluss: „Wir freuen uns, dass nun ein rechtlicher Rahmen existiert, der die Lizenzierung von analogen wie digitalen Vervielfältigungen außerhalb des bestehenden Pauschalvertrages regelt. Vor dem Hintergrund des vereinfachten Rechteerwerbs und des vertraglich vereinbarten Nachlasses in Höhe von 20 Prozent für sämtliche Nutzungen sind wir sicher, dass den Gemeinden und Einrichtungen der katholischen Kirche nun ein attraktives Angebot zum legalen Vervielfältigen von Noten und Liedtexten vorliegt.“

Der Geschäftsführer des VDD, P. Dr. Hans Langendörfer SJ, erläutert angesichts der Regelung mit der VG Musikedition: „Durch den Gesamtvertrag erhalten ohne Ausnahme alle Einrichtungen der katholischen Kirche einen Nachlass in Höhe von 20 Prozent auf die noch lizenzpflichtigen Vervielfältigungsvorgänge. Ich hoffe, dass dieser Vertrag auch einen Beitrag zu mehr Flexibilität in der Vorbereitung und Durchführung von liturgischen Feiern und kirchlichen Veranstaltungen leisten kann.“


Hintergrund

Die VG Musikedition nimmt unter anderem zahlreiche grafische Vervielfältigungsrechte, Abdruckrechte, gesetzliche Vergütungsansprüche sowie die Rechte an wissenschaftlichen Ausgaben und Erstausgaben für Musikverlage, Komponisten, Textdichter und musikwissenschaftliche Herausgeber wahr. Der VDD ist Rechtsträger der Deutschen Bischofskonferenz. In ihm sind die 27 rechtlich und wirtschaftlich selbstständigen (Erz-)Diözesen zusammengeschlossen.


Hinweise:

Weitere Informationen zu melde- und vergütungspflichtigen Nutzungen sowie zum Antragsformular (Meldebogen) für eine Lizenz:
https://dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/VDD/2020-10-08_VG-Musikedition_Meldebogen.pdf.

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Handreichung zur Pastoral für Gläubige katholischer Ostkirchen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 13. Oktober 2020 - 9:35

Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute (13. Oktober 2020) eine Handreichung zum seelsorglichen Umgang mit Angehörigen der katholischen Ostkirchen mit dem Titel Kirchenrechtliche Fragen in der pastoralen Praxis mit Gläubigen der katholischen Ostkirchen veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Reihe kleinerer, vorwiegend in Osteuropa sowie im Nahen und Mittleren Osten vertretener katholischer Kirchen, die sich durch je eigene liturgische und rechtliche Traditionen auszeichnen. Gemeinsam mit der hierzulande mehrheitlich vertretenen „lateinischen“ Kirche gehören sie zur katholischen Kirche und erkennen die Leitung durch den Papst in Rom an.

Der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), und der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für die Gläubigen der mit Rom verbundenen Ostkirchen, Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB (Paderborn), erläutern im Vorwort der Handreichung: „Durch die Zuwanderung von Geflüchteten und Migranten verändert sich die katholische Kirche in Deutschland. Das Leben in unseren Kirchengemeinden ist vielfältiger geworden – auch durch Gläubige aus den katholischen Ostkirchen, die bei uns Heimat suchen und gefunden haben.“

In der pastoralen Praxis stellen sich in diesem Zusammenhang immer wieder Fragen, die vom Aufeinandertreffen des lateinischen Kirchenrechts mit dem Recht der katholischen Ostkirchen herrühren. Mit dem heute veröffentlichten Dokument Kirchenrechtliche Fragen in der pastoralen Praxis mit Gläubigen der katholischen Ostkirchen erhalten die in der Seelsorge Tätigen dazu eine Orientierung. Es finden sich Hinweise zur Spendung und zum Empfang der Sakramente sowie zu weiteren konkreten Fragen des Umgangs mit Angehörigen katholischer Ostkirchen im kirchlichen Leben.

„Wir hoffen, dass diese Handreichung eine kleine Hilfe bietet, um die Vielfalt der Traditionen der katholischen Kirche auch in Deutschland lebendig zu erhalten“, schreiben Erzbischof Heße und Weihbischof Meier in ihrem Vorwort. „So können sich die Migranten und Geflüchteten in unsere Gemeinschaft integrieren, ohne ihre eigene Identität zu verlieren.“


Hinweis:

Das Dokument Kirchenrechtliche Fragen in der pastoralen Praxis mit Gläubigen der katholischen Ostkirchen ist als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik Publikationen verfügbar. Dort kann es auch als Broschüre (Die deutschen Bischöfe, Arbeitshilfen Nr. 316) bestellt werden.

Stellungnahme von Bischof Oster zum „Monitor Jugendarmut“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 12. Oktober 2020 - 14:23

Zu dem von der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KSJ) am 8. Oktober 2020 veröffentlichten „Monitor Jugendarmut“ erklärt der Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau):

„‘Wir sind überzeugt, dass die Zukunft der Gesellschaft davon abhängt, welche Perspektiven und Chancen sie jungen Menschen eröffnet.‘ So heißt es im neuen Monitor Jugendarmut. Diese Überzeugung teile ich, teilen wir als Kirche uneingeschränkt. Ich bin daher dankbar für diesen Monitor, der uns die Situation benachteiligter junger Menschen bei uns besser verstehen lässt. Mit Sorge betrachten wir die Befunde, die in hier zusammengestellt wurden. Etwa 3,2 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland waren schon vor der Pandemie von Armut bedroht. Die meisten von ihnen leben in Haushalten, die auf Grundsicherung angewiesen sind. Das Arbeitsministerium schätzt nun, dass die Zahl der Haushalte mit Grundsicherung durch die Corona-Krise noch um 1,2 Millionen steigen wird.

Die Folgen sind dramatisch, schon in den vergangenen Monaten fehlte es in vielen Familien an den finanziellen und technischen Möglichkeiten, um zum Beispiel an Homeschooling und digitalem Unterricht überhaupt in einem ausreichenden Maß teilnehmen zu können. Eine Digitalisierung des Unterrichts darf aber Kinder und Jugendliche nicht ausschließen. Auch die gegenwärtige Krise der Wirtschaft trifft junge Menschen besonders hart: Es fehlen tausende Ausbildungsplätze und die Jugendarbeitslosigkeit steigt in ganz Europa im erschreckenden Ausmaß – und sie steigt auch bei uns in Deutschland.

Ausgerechnet Jugendliche und junge Erwachsene, die eigentlich doch voller Zuversicht in eine Ausbildung oder in ein Studium starten sollten, sind von Armut bedroht wie keine andere Altersgruppe! Jeder vierte junge Mensch bei uns erlebt Armut alltäglich, und diese wirkt sich auf das gesamte Leben, auf ihre Gesundheit und ihre Bildungschancen aus. Keine Krise darf aber dazu führen, dass Kinder und Jugendliche als erste oder gar noch mehr abgehängt werden. Unsere Gesellschaft und unsere Hilfesysteme dürfen gerade junge Menschen nicht im Stich lassen.

Wir brauchen weiterhin eine starke Kinder- und Jugendhilfe, die auch in diesen Zeiten armutsgefährdete Jugendliche und junge Erwachsene unterstützen und individuell fördern kann. Eine staatliche Grundsicherung für die Familien muss immer so ausgestattet sein, dass sie Kinder und Jugendliche besonders fördert und nicht in eine Armutsspirale treibt oder eine Armutsspirale nur fortsetzt. Die Wirtschaft ist gefordert, auch in Krisenzeiten ausreichend Ausbildungsplätze für alle Jugendlichen bereitzustellen. Wo dies nicht oder ungenügend gelingt, brauchen wir verstärkt außerbetriebliche Angebote. Ich schließe mich hier der Auffassung der Bundesgemeinschaft und ihrer Vorsitzenden Lisi Maier an: Junge Menschen haben ein Recht auf Zukunft und ein Recht auf Ausbildung und Teilhabe. Dafür steht und streitet auch die katholische Jugendsozialarbeit.

Besonders eindrücklich für mich sind in diesem Monitor aber nicht allein die Fakten und Zahlen sondern auch die Eindrücke aus der praktischen Jugendsozialarbeit wie aus dem Don Bosco Jugendwerk in Nürnberg, hier beispielhaft die Geschichte von Steffen. Wie junge Menschen in prekären Lebenssituationen dann doch wieder selber Mut fassen und ermutigt werden, durch Menschen, die sie stützen und begleiten und dann ihre erste, zweite, dritte oder vielleicht auch erst die vierte Chance ergreifen, dies wird hier eindrücklich deutlich – begleitet von engagierten Menschen, die ein Herz haben für Jugendliche in Not. Daher bin ich der Überzeugung, dass wir als Kirche gemeinsam mit allen gesellschaftlichen Kräften mithelfen müssen, dass junge Menschen positiv in ihre persönliche und berufliche Zukunft schauen können. Und ich danke besonders denjenigen, die sich in den Einrichtungen und Strukturen der Jugendsozialarbeit für junge Menschen engagieren und sich als Anwälte für die Interessen der jungen Generation einsetzen. Als Glaubende geben wir schließlich auch ein Zeugnis dafür, dass unser Gott ein besonderes Herz für junge Menschen und deren gelingendes Leben hat.“

Hinweis:
Der Monitor Jugendarmut sowie weitere Materialien zum Thema sind auf der Internetseite der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e. V. unter www.bagkjs.de verfügbar.

Instruktion „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde“ als Broschüre erschienen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 9. Oktober 2020 - 10:27

Die am 20. Juli 2020 von der Kleruskongregation im Vatikan veröffentlichte Instruktion Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche ist ab sofort als Broschüre verfügbar. In der vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz herausgegebenen Schriftenreihe Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls (Nr. 226) kann die Instruktion über www.dbk.de bestellt werden.

Zuletzt hatte sich die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (22.-24. September 2020) mit der Instruktion befasst. In dem Dokument werden Fragen behandelt, die die (Erz-)Diözesen zum Teil schon seit Längerem beschäftigen. Dabei geht es zum Beispiel darum, wie sich die Zusammenarbeit von Klerikern und Laien auch in Leitungsaufgaben gestaltet oder wie Seelsorge in kleiner werdenden Kerngemeinden bei gleichzeitiger Offenheit für das gesellschaftliche Umfeld gelingen kann. Es geht um Profile und Kompetenzen von Priestern und Laien, Frauen und Männern in der Kirche, aber auch um die Frage, wie die Kirche ihre Grundaufgaben in der Verkündigung, Liturgie und Caritas in den sich verändernden gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten gestalten will.

Hinweis:
Die Instruktion Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche ist in der Rubrik Publikationen als pdf-Datei zum Herunterladen verfügbar und kann dort auch als Broschüre (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 226) bestellt werden.

Kirche im Mentoring: Neue Leitung – Teilnehmerinnenzahl steigt weiter – Leitung in Pastoral bleibt Thema

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 7. Oktober 2020 - 11:57

Mit einer neuen Projektleiterin startet der dritte Durchgang des Programms „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen in der katholischen Kirche. Stephanie Feder (40), bislang in der Personalentwicklung der Pastoralen Dienste des Erzbistums Köln tätig, löst Alexandra Schmitz (46) ab, die sich neuen beruflichen Herausforderungen im Bereich Diversität und Führung widmen wird. Das Programm wird vom Hildegardis-Verein in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz durchgeführt.

Die gebürtige Berlinerin Stephanie Feder studierte in Münster katholische Theologie. Seit 2013 war sie unter anderem in der Priesterfortbildung tätig; sie bringt umfangreiche Erfahrungen in der systemischen Organisationsentwicklung mit. „Kirche im Mentoring“ kennt sie gut: Stephanie Feder nahm bis Juni 2020 selbst als Mentee am Programm teil. „Ich freue ich mich darauf, viele talentierte, führungsinteressierte und motivierte Frauen kennenzulernen und diese begleiten zu dürfen“, sagte sie.

„Mit Stephanie Feder haben wir die richtige Frau gefunden, die unser erfolgreiches Projekt ‚Kirche im Mentoring‘ fortführen und weiterentwickeln wird“, erklärte die Geschäftsführerin des Hildegardis-Vereins, Birgit Mock. „Unser großer Dank gilt Alexandra Schmitz, die ‚Kirche im Mentoring‘ mit konzipiert und von Anfang an durchgeführt hat. Sie hat dem Programm ein Gesicht verliehen und mehr als 100 Tandems intensiv begleitet.“ Mit den Personalverantwortlichen aus den beteiligten Bistümern und Organisationen habe Schmitz ein bundesweites Fachforum für geschlechtergerechte Personal- und Organisationsentwicklung aufgebaut, so Mock.

Ehemalige Mentee ist nun Mentorin – Zahl der Seelsorgerinnen steigt
Die Nachfrage nach dem Mentoring-Programm steigt seit seinem Start 2015 stetig: 64 Frauen nehmen am dritten Durchgang (2020–2022) teil, der zunächst für nur 40 Plätze ausgeschrieben war. Aufgrund der hohen Resonanz hat der Hildegardis-Verein auch die Anzahl der Tandemgruppen von zwei auf vier verdoppelt. Für 31 Frauen beginnt nun das Mentoring-Jahr, 33 weitere Tandems starten im Sommer 2021.

Geschäftsführerin Mock freut sich, dass einige der ehemaligen Mentees inzwischen beruflich aufgestiegen sind: Eine von ihnen begleitet aktuell als Mentorin eine junge Frau aus ihrem Bistum. Mock hebt zudem die wachsende Zahl an Teilnehmerinnen aus der pastoralen Arbeit hervor. „Gemeindereferentinnen, Pastoralreferentinnen und weitere Seelsorgerinnen, die bereit sind, Leitungsaufgaben in der Kirche übernehmen – das ist ein aktuelles und relevantes Thema für uns als Kirche.“

Ins Programm neu eingestiegen sind die Bistümer Eichstätt und Fulda sowie das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Die Zahl der (Erz-)Bistümer, die Frauen zum Mentoring-Programm entsenden, ist auf 21 angewachsen. Zudem sind insgesamt sechs Hilfswerke und zwei Diözesan-Caritasverbände beteiligt. Seit dem Start haben 94 Frauen das einjährige Mentoring-Programm erfolgreich absolviert.

Nachdem das letzte Abschlussseminar im Zuge der Beschränkungen der Corona-Pandemie digital stattgefunden hatte, konnten die beiden neuen Gruppen nun mit Präsenzveranstaltungen starten. Von Montag bis heute (5. bis 7. Oktober 2020) fand die Auftaktveranstaltung für 14 Tandems statt. 17 weitere Frauen sowie ihre Mentoren und Mentorinnen sind Mitte September 2020 im Kloster Oberzell im Bistum Würzburg gestartet.

Die 31 neuen Mentees kommen aus den (Erz-)Bistümern Aachen (3 Tandems), Augsburg (2), Bamberg (1), Berlin (1), Dresden-Meißen (2), Eichstätt (2), Freiburg (2), Fulda (1), Köln (3), Limburg (2), München und Freising (3), Paderborn (2), Trier (2) sowie den Hilfswerken Agiamondo (1), Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ (1), Misereor (1), Missio (1) und Renovabis (1).

Hintergrund
„Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“, das Programm zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen in der katholischen Kirche, wird vom Hildegards-Verein in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz für die (Erz-)Bistümer durchgeführt. Die Förderung durch das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken erleichtert Bistümern in der Diaspora die Teilnahme. Das weltweit bislang einzigartige Mentoring-Programm zielt darauf, dass der Frauenanteil in den Führungspositionen der deutschen Diözesen auf ein Drittel und mehr steigt. Es will darüber hinaus zu einer geschlechtergerechten Personal- und Organisationsentwicklung beitragen, für den Arbeitsplatz Kirche werben und eine nachhaltige Nachwuchssicherung ermöglichen. „Kirche im Mentoring“ schafft einen Pool von Nachwuchskräften, auf den alle Bistümer zurückgreifen können. Das Programm wird gemeinsam und kontinuierlich von Vertreterinnen des Hildegardis-Vereins, der Deutschen Bischofskonferenz und der beteiligten Organisationen gesteuert und weiterentwickelt.

Hinweis:
Ein Pressefoto von Alexandra Schmitz und Stephanie Feder in hoher Auflösung ist unter Nennung des Copyrights (Jasmin Breidenbach/www.jasminbreidenbach.de/Hildegardis-Verein) unter dieser Pressemitteilung kostenfrei zum Herunterladen verfügbar.

Vorschläge zum Migrations- und Asylpaket der Bundesregierung

In der morgigen (8. Oktober 2020) Videokonferenz der EU-Innenminister steht ein erster Gedankenaustausch über die neuen Vorschläge der EU-Kommission vom 23. September 2020 für ein Migrations- und Asylpaket auf der Tagesordnung. Das Paket soll einen Neustart in der zwischen den EU-Mitgliedstaaten festgefahrenen Debatte begründen. Der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Prälat Dr. Martin Dutzmann, und der Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe – Katholisches Büro in Berlin, Prälat Dr. Karl Jüsten, rufen die Minister dazu auf, über die neuen Vorschläge der EU-Kommission eine konstruktive Debatte zu führen.

„Der den Vorschlägen der EU-Kommission zugrundeliegende Ansatz, den europäischen Zusammenhalt auch bei den kontroversen Themen Asyl und Migration zu stärken und die Debatte zu versachlichen, ist dabei ausdrücklich zu begrüßen“, erklärt Prälat Dutzmann. „Bedauerlicherweise hält aber die neue Verordnung für Asyl- und Migrationsmanagement an dem Grundsatz der bisherigen Dublin-Verordnung fest, dass nämlich für die Durchführung des Asylverfahrens in aller Regel der Staat der ersten Einreise zuständig ist. Genau dies ist jedoch einer der großen Problempunkte in der aktuellen Praxis des Dublin-Systems“, ergänzt Prälat Jüsten.

Danach bliebe es dabei, dass die Asylverfahren im Wesentlichen in den Außengrenzstaaten durchgeführt und auch von diesen verantwortet werden. Das neu geschaffene beschleunigte Grenzverfahren rufe im Übrigen zahlreiche Bedenken hinsichtlich des Zugangs zu Rechtsberatung und adäquaten effektiven Rechtsschutzmöglichkeiten hervor, so die beiden Prälaten. Es sei nicht erkennbar, wie zukünftig Verhältnisse, wie wir sie aktuell von den griechischen Inseln kennen, verhindert werden sollen. Es bestehe zudem die Gefahr, dass sich durch die bis zu zwölf Wochen dauernden Asylgrenzverfahren haftähnliche Zustände verfestigen. Auch der neue Solidaritätsmechanismus mit einem neuen Element der Rückkehrförderung wirft diesbezüglich viele praktische Fragen auf.

„Insgesamt liegt der Fokus des Pakets sehr stark auf mehr Außengrenzschutz, beschleunigten Grenzverfahren und Rückführungen“, so Prälat Dutzmann. „Wir erkennen aber auch positive Elemente, wie das verstärkte Augenmerk auf besonders vulnerable Gruppen oder die geplante Erweiterung des Familienbegriffs im Rahmen der neuen Verordnung für Asyl- und Migrationsmanagement“, stellt Prälat Jüsten fest.

Die beiden Prälaten geben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass der Vorschlag der Kommission die blockierte Debatte über ein gemeinsames europäisches Asylsystem wiederbeleben kann und appellieren an die Verantwortlichen, bei dem Ringen um Kompromisse die Bedürfnisse der Schutzsuchenden und die Einhaltung des Flüchtlingsrechts nicht aus den Augen zu verlieren.

„Gemeinsam am Tisch des Herrn“ – Ein Votum des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 6. Oktober 2020 - 14:35

Am 11. September 2019 ist das Votum „Gemeinsam am Tisch des Herrn“ des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK) der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Es ist in der Folge in der Deutschen Bischofskonferenz diskutiert worden. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sieht das Dokument als eine theologisch konsequente Fortsetzung auf dem gemeinsamen Weg, den die evangelische und die römisch-katholische Kirche zusammen mit anderen Konfessionen mit ihrer wechselseitigen Anerkennung der Taufe 2007 beschritten haben.

Der Kontaktgesprächskreis, ein Zusammenschluss von Mitgliedern des Rates der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz, hat am 6. Mai 2020 eine gemeinsame „Würdigung“ des ÖAK-Votums beraten. Diese sollte gemäß Tagesordnung Gegenstand einer Aussprache der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz Ende September 2020 in Fulda sein. Die Vollversammlung hat – aus Respekt vor einem kurzfristig erfolgten Einspruch des Vatikans – keine Abstimmung über die „Würdigung“ des Kontaktgesprächskreises vorgenommen. In der Anlage wird der Text der „Würdigung“ des Kontaktgesprächskreises veröffentlicht.

Hintergrund
Zum Kontaktgesprächskreis gehören von katholischer Seite: Bischof Dr. Stephan Ackermann, Bischof Dr. Georg Bätzing, Bischof Dr. Gerhard Feige, Kardinal Reinhard Marx, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger sowie Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.

Von evangelischer Seite gehören zum Kontaktgesprächskreis: Prof. Dr. Dr. Andreas Barner, Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Bischöfin Kirsten Fehrs, Prof. Dr. Elisabeth Gräb-Schmidt, Prof. Dr. Jacob Joussen, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke, Dr. h. c. Christian Schad, Präses Dr. Irmgard Schwaetzer.

Hinweis:
Die „Würdigung“ des Kontaktgesprächskreises ist unten sowie unter www.ekd.de als pdf-Datei verfügbar.

Papst Franziskus veröffentlicht Sozialenzyklika „Fratelli tutti“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 4. Oktober 2020 - 12:24

Papst Franziskus hat heute (4. Oktober 2020) im Vatikan seine Enzyklika Fratelli tutti – Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft veröffentlicht. Zentrale Aussage des Papstes ist der Wunsch, einen Planeten zu haben, der allen Menschen Land, Heimat und Arbeit biete.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, stellte die Enzyklika bei einer Pressekonferenz in Limburg vor und würdigte sie als einen „eindringlichen Appell für weltweite Solidarität und internationale Zusammenarbeit.“ Papst Franziskus wende sich insbesondere gegen nationale Abschottung und rege an, über eine „Ethik der internationalen Beziehungen“ nachzudenken. Hier, so Bischof Bätzing, sehe der Papst die Christen in der Verantwortung, keine neuen Mauern zu errichten und daran zu arbeiten, bestehende Hindernisse einzureißen. Geschwisterlichkeit sei für Papst Franziskus eine „Liebe, die alle politischen und räumlichen Grenzen übersteigt“ und weit entfernte Menschen genauso achte wie Menschen in unmittelbarer Nähe. Es gehe, betonte Bischof Bätzing, im Kern um die Würde des Menschen, die sich aus der Gottesebenbildlichkeit heraus begründe. „Die Enzyklika ist ein Weck-, Mahn- und Hoffnungsruf: Ein Weckruf, dass wir zueinander finden. Ein Mahnruf, dass wir den Nächsten nicht vergessen. Ein Hoffnungsruf, der uns auffordert, Mauern niederzureißen und Zusammenhalt zu stärken“, sagte Bischof Bätzing.

Besonders eindrucksvoll sei, dass der Papst in der Enzyklika trotz einer teilweise mit harten Worten formulierten Analyse der Welt die Hoffnung nicht verliere. Das zeige sich unter anderem in der neuen Wertschätzung für viele Menschen, die in der Corona-Pandemie großes Engagement bewiesen und in Situationen der Angst mit der Hingabe ihres Lebens reagiert hätten, so Bischof Bätzing.

Die Vielfalt der welt- und friedenspolitischen Themen, die der Papst in der Enzyklika nenne, mache deutlich, wie wichtig der Dialog zwischen den Nationen, Gesellschaften und vor allem auch Religionen sei. „Papst Franziskus unterstreicht die notwendige Rückkehr zu einer ‚Kultur der Begegnung‘ und zu echten Dialogen, weg von den ‚parallel verlaufenden Monologen‘, die derzeit häufig ablaufen“, sagte Bischof Bätzing. „Der echte und aufrichtige Dialog ist auch für die Kirche in Deutschland auf dem Synodalen Weg die Richtschnur.“

Papst Franziskus, so Bischof Bätzing, setze sich für Chancengerechtigkeit, soziale Inklusion und Teilhabegerechtigkeit ein. „Die Deutsche Bischofskonferenz fühlt sich damit bestätigt in ihrem Engagement der zurückliegenden 25 Jahre, in dem sie sich immer wieder zu gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen geäußert hat und für diese sozialethischen Werte und Ziele eingetreten ist. Die Kirche steht in der Pflicht, sich in gesellschaftliche und politische Diskussionen und Entscheidungsprozesse einzubringen. Dazu fordert die Enzyklika uns weiterhin auf“, so Bischof Bätzing.

Hintergrund:
Eine Enzyklika (gr. kyklos = Kreis) ist ein Päpstliches Rundschreiben an einen Teil oder an alle Bischöfe sowie an alle Gläubigen, oft auch an alle Menschen guten Willens. Sie befasst sich mit Gegenständen der Glaubens- und Sittenlehre, der Philosophie, der Sozial-, Staats- und Wirtschaftslehre sowie der Disziplin und der Kirchenpolitik. Päpstliche Rundschreiben sind Ausdruck oberster Lehrgewalt des Papstes, aber keine „unfehlbaren“ Lehräußerungen. Sie wurden von Papst Benedikt XIV. (1740–1758) eingeführt. Die meist lateinischen Anfangsworte bilden den Titel der Enzyklika.

Papst Franziskus hat bisher zwei Enzykliken veröffentlicht: Am 29. Juni 2013 erschien die Enzyklika Lumen fidei – Über den Glauben und am 24. Mai 2015 die Enzyklika Laudato si' – Über die Sorge für das gemeinsame Haus.

Hinweis:
Die Statements von Bischof Georg Bätzing und Prof. Ursula Nothelle-Wildfeuer sind untenstehend als pdf-Dateien verfügbar. Die Enzyklika im Volltext finden Sie auf der Vatikan-Seite. Das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz wird in Kürze den Text Fratelli tutti als Broschüre in der Reihe Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 227 herausgeben. Diese kann ab sofort im Shop bestellt werden. Weitere Informationen und Materialien zur Enzyklika finden Sie auf der entsprechenden Themenseite.

Cusanuswerk zeichnet herausragende Musikerinnen und Musiker aus

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 2. Oktober 2020 - 15:05

Die Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk hat heute (2. Oktober 2020) vier herausragende junge Musikerinnen und Musiker ausgezeichnet. Im Rahmen eines Preisträgerkonzertes des Cusanuswerks im Kammermusiksaal des Bonner Beethovenhauses erhielten Anna-Doris Capitelli (Gesang), Anna Isabella Handler (Klavier und Dirigat), Leo Herzog (Akkordeon) und Marcel Mok (Klavier) den erstmals ausgelobten „Maria-Ladenburger-Förderpreis für Musik“.

Der Preis wird nach der diesjährigen Premiere künftig alle zwei Jahre an Stipendiatinnen und Stipendiaten des Cusanuswerks verliehen. Er geht auf eine Initiative der Familie Friederike und Dr. Clemens Ladenburger zurück und erinnert an ihre Tochter Maria, die bis zu ihrem gewaltsamen Tod im Jahr 2016 in Freiburg Stipendiatin des Cusanuswerks war.

Kooperationspartner des Preises sind neben der Familie und dem Cusanuswerk die Stiftung Begabtenförderung Cusanuswerk und die Deutsche Bischofskonferenz. Unterstützt wurde die Preisverleihung durch den WDR, der das Konzert aufgezeichnet hat, und die Deutsche Grammophon.

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Bewusst am Vorabend des 30-jährigen Jubiläums der Deutschen Einheit wurde die Auszeichnung im Jahr des Beethovenjubiläums vergeben. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Einheit in Vielfalt“, dem Jahresthema des Cusanuswerks. Das Motto greift eine Leitidee der Europäischen Union auf – ein wiederkehrendes Motiv im Denken des Namensgebers des Begabtenförderungswerks, des humanistischen Philosophen und Theologen Nicolaus Cusanus (1401–1464). Dieser Tradition folgend stellte das Konzert die Vielfalt der musikalischen Talente und Begabungen im Cusanuswerk vor. Es zeigte, dass der Anspruch des Cusanuswerks, Erprobungsraum für Dialog und Zusammenhalt in Kirche und Gesellschaft zu sein, besonders eindrucksvoll auch in der Musik zur Geltung kommt.

„Wo in den Künsten ist schon Zusammenhalt – oder, wie ich sagen möchte, Einheit mit Vielfalt – großartiger realisiert als in der Musik: in den Werken, im Ensemble, in der ganzen Sphäre der musikalischen Kultur?“ So umschreibt Prof. Dr. Georg Braungart, der Leiter des Cusanuswerks, die symbolische Bedeutung dieses Ereignisses. „Die Gesellschaft und auch die Kirche brauchen Brückenbauer, brauchen Menschen, die Lagerdenken überwinden und Versöhnung unterstützen“, betont Dr. Thomas Scheidtweiler, Generalsekretär des Cusanuswerks. Das Cusanuswerk habe sich zum Ziel gesetzt, mit der Konzertreihe dazu einen Beitrag zu leisten. Im Blick auf die weithin bekannten Umstände des Todes seiner Tochter Maria zitiert Clemens Ladenburger Yehudi Menuhin mit den Worten: „Musik heilt, Musik tröstet, Musik bringt Freude.“ Den jungen Musikerinnen und Musikern gab er in diesem Sinne einen Wunsch mit auf den Weg: „Möge Ihnen das Bewusstsein, dass Sie Ihren Mitmenschen viel Kraft geben können, immer Motivation auf Ihrem eigenen künstlerischen Weg sein.“ Der Sprecher der Jury und ehemalige Rektor der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Prof. Josef Protschka, hob bereits nach der Jurysitzung das beeindruckende Niveau aller Bewerbungen hervor: „Dieses hat eine Entscheidung für die letztendlich gewählten Preisträger sehr erschwert, unterstreicht andererseits besonders die Brillanz der vier Gewinnerinnen und Gewinner.“



Hintergrund
Mit dem Preis will die Familie Ladenburger im Gedenken an ihre Tochter etwas von dem zurückgeben, was sie in der Gemeinschaft der Cusanerinnen und Cusaner an Bildung und spiritueller Prägung empfangen durfte. 2019 wurde der Maria-Ladenburger-Fonds gegründet; er dient der Finanzierung des Förderpreises und kann durch zweckgebundene Spenden unterstützt werden. Nähere Informationen: https://stiftung.cusanuswerk.de/wir-ueber-uns/stiftungsfonds.

Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgte durch eine Fachjury, bestehend aus Prof. Josef Protschka (Mitglied im Auswahlgremium für die Musikerförderung des Cusanuswerks und Rektor em. der Hochschule für Musik und Tanz Köln), Valérie Groß (Direktorin für Vokal- und Opernproduktion der Deutschen Grammophon), Prof. Volker Jacobsen (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover), Dr. Jakob Johannes Koch (Referent für Kunst, Kultur und Erwachsenenbildung im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz), Christine Lemke-Matwey (Feuilleton Die Zeit) und Prof. Dr. Florian Uhlig (Musikhochschule Lübeck).

Mit der Auszeichnung verbunden sind neben einem „Meisterkurs-Stipendium“ in Höhe von 2.000 die Aufzeichnung des Konzerts durch den WDR, die Finanzierung von Studioaufnahmen und die Realisierung eines gemeinsamen CD-Projekts aller vier Preisträgerinnen und Preisträger. Zudem stellt die Deutsche Grammophon einen Sachpreis zur Verfügung.

Die Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk ist das Begabtenförderungswerk der katholischen Kirche in Deutschland. Mit staatlichen, kirchlichen und privaten Zuwendungen hat das Cusanuswerk bereits mehr als 10.000 hochbegabte katholische Studierende und Promovierende gefördert – ideell und finanziell. Das Cusanuswerk wurde 2019 von der European Foundation for Quality Management mit dem Zertifikat „EFQM Recognized for Excellence – 4 star“ ausgezeichnet.





Hinweise:

Biographien der Preisträger finden Sie untenstehend als pdf-Datei. Kostenfreie Pressefotos der Preisträger sind unter Nennung der Copyrightangaben als Download in der Bildergalerie dieser Pressemitteilung verfügbar. Ebenfalls dort sind nach der Veranstaltung Fotos der Preisverleihung zu finden.

Ökumenisches Wort der Kirchen zu 30 Jahren Deutscher Einheit

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 2. Oktober 2020 - 10:37

Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit und des 30-jährigen Jubiläums der Wiedervereinigung erinnern die evangelische und katholische Kirche an die hohen Werte der demokratischen Freiheit und des solidarischen Zusammenhalts. In einem gemeinsamen Wort Freiheit, Demokratie und Solidarität schreiben der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, dass der demokratische Geist einer verantwortungsvollen Gestaltung von Gesellschaft in Freiheit und Pluralismus die Menschen in Deutschland und Europa in föderaler Vielfalt vereine. Zugleich warnen sie vor spaltenden Kräften.

„Wachsende Abstände beobachten wir heute nicht nur veranlasst durch die Corona-Pandemie, sondern auch durch sich verschärfende soziale Ungleichheiten und durch einen sich polarisierenden öffentlichen Diskurs. Wenn wir bedenken, dass die in der Einheit geheilte Teilung Deutschlands in der Katastrophe des Nationalsozialismus wurzelte, erweist sich dieses Auseinanderdriften der Gesellschaft in Form eines erstarkenden Nationalismus oder eines wieder aggressiveren Antisemitismus als ganz besonders fatal. Unsere Einheit in Vielfalt erfordert unbedingten Respekt voreinander, verständnisvolles Interesse füreinander und gelebte Solidarität untereinander“, so Bischof Bätzing und Landesbischof Bedford-Strohm. „Wir wenden uns daher entschieden gegen Tendenzen einer gesellschaftlichen Spaltung. Im geeinten Deutschland müssen wir für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft eintreten.“

Dabei gelte es, die unterschiedlichen Lebensgeschichten auch jetzt noch zu erzählen. Nicht Besserwisserei, sondern wechselseitiges Zuhören müsse die Grundhaltung sein, in der Menschen mit unterschiedlichen Geschichten aus Ost und West sich begegneten. Es komme vor allem darauf an, wie man einander achte und beistehe. „Vor 30 Jahren durften wir den Tag der Wiedervereinigung Deutschlands feiern. Friedlicher Protest, Kerzen und Gebete der Menschen in Ostdeutschland hatten den Weg dazu gebahnt. Heute stehen wir vor der Herausforderung der Corona-Pandemie. Wie die Menschen damals vertrauen wir heute auf die Kraft Gottes“, schreiben Landesbischof Bedford-Strohm und Bischof Bätzing.

Hinweise:
Die gemeinsame Erklärung Freiheit, Demokratie und Solidarität – Ein Wort zu 30 Jahren Deutscher Einheit ist unten sowie auf www.ekd.de als pdf-Datei verfügbar.

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Diskussionsbeitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 1. Oktober 2020 - 10:52

Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute (1. Oktober 2020) einen Diskussionsbeitrag zur sozialen Relevanz der Wohn- und Lebensverhältnisse veröffentlicht. Der Expertentext Mehr Teilhabe und Zusammenhalt durch gleichwertige Lebensverhältnisse. Ein kirchlicher Diskussionsbeitrag basiert auf sozialethischen, soziologischen, rechtswissenschaftlichen und ökonomischen Überlegungen und knüpft an das Gemeinsame Wort Vertrauen in die Demokratie stärken an, das die deutschen Bischöfe im Jahr 2019 zusammen mit dem Rat der Evangelischen Kirche vorgelegt haben und in dem die Mitverantwortung der Kirchen für den demokratischen Konsens in der Gesellschaft betont wurde.

Der Text diagnostiziert zunächst eine Zunahme regionaler Ungleichheit, die sich insbesondere in einem Bevölkerungsrückgang in zahlreichen Regionen mit entsprechenden wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen manifestiert. Gleichzeitig wird die Bedeutung des ländlichen Raumes als Ort betont, an dem viele gesellschaftliche Transformationsprozesse etwa in den Bereichen Energie, Ernährung und Versorgung sichtbar werden. Zur Beurteilung der Problemlage werden die Abwägungen zwischen gewünschter Einheitlichkeit und Verschiedenheit der Lebensverhältnisse in unterschiedlichen Regionen herausgearbeitet. Abschließend werden am Subsidiaritätsprinzip orientierte Handlungsoptionen zur Stärkung des gesellschaftlichen Lebens auf der lokalen und regionalen Ebene aufgezeigt. Reflexionen zur Rolle der Kirche und mit ihr verbundener Akteure und Einrichtungen, wie beispielsweise im Bereich der Caritas, in Schulen oder in Krankenhäusern, schließen den Text ab.

Das Thema ist von großer Aktualität und Relevanz: „Auch ein vermeintlicher Individualisierungstrend in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung tut der Tatsache, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, keinen Abbruch. Dies wird uns durch die einschneidenden Erfahrungen der Corona-Pandemie und die vielen beeindruckenden Zeichen von gelebter Solidarität, Achtsamkeit und Anerkennung noch einmal besonders deutlich ins Bewusstsein gerufen“, schreibt Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen), Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, im Vorwort. Erzbischof Stephan Burger (Freiburg), Vorsitzender der Kommission für caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, ergänzt: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Caritas und in den Gemeinden stärken durch ihre wertvolle Arbeit den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort und insgesamt. Für ein gelingendes Miteinander braucht es neben den richtigen staatlichen Rahmenbedingungen auch innovative Konzepte sowie die offenen Augen und helfenden Hände jeder und jedes Einzelnen.“

Hinweis:
Das Dokument Mehr Teilhabe und Zusammenhalt durch gleichwertige Lebensverhältnisse. Ein kirchlicher Diskussionsbeitrag ist als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik Publikationen verfügbar. Dort kann es auch als Broschüre (Die deutschen Bischöfe, Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen, Nr. 49) bestellt werden.

Direktorium für die Katechese als Broschüre erschienen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 30. September 2020 - 10:19

Am 25. Juni 2020 hat der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung, der unter anderem für Fragen der Katechese zuständig ist, ein neues Direktorium für die Katechese vorgestellt. Heute (30. September 2020) erscheint das Dokument als gedruckte Broschüre in deutscher Sprache in der vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz herausgegebenen Reihe „Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 224“.

Das Direktorium tritt in die Reihe der beiden vorausgegangenen Direktorien von 1971 und 1997 und formuliert Grundzüge der Katechese für die Universalkirche. Es regt für die Ortskirche an, eigene Direktorien für die Katechese zu entwickeln. Im Dienst der Katechese begleitet die Kirche den Menschen auf dem Weg einer intensiver werdenden Beziehung zu Jesus Christus und zu einem lebendigen, ausdrücklichen, sich auch im Handeln ausdrückenden Bekenntnis zum Glauben.

Wie von Papst Franziskus vorgegeben, stellt das Direktorium die Katechese unter den Primat der Evangelisierung und führt aus, was sie unter diesem Primat bedeutet. Im zweiten Teil wird der Prozess der Katechese mit ihren methodischen und zielgruppenspezifischen Aspekten behandelt. Hier kommen neben Familien, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auch Menschen mit Behinderungen oder mit Migrationshintergrund eigens in den Blick. Der dritte Teil beschreibt Katechese im Horizont gesellschaftlicher und kultureller Entwicklungen.


Hinweis:

Das Dokument Direktorium für die Katechese ist eine Arbeitsübersetzung des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz. Es steht in der Rubrik Publikationen als pdf-Datei zum Herunterladen bereit und kann dort auch als Broschüre (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 224) bestellt werden.

Einladung zur Pressekonferenz mit Bischof Bätzing

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 30. September 2020 - 9:46

Am kommenden Wochenende wird Papst Franziskus seine Enzyklika Fratelli tutti bei einem Besuch in Assisi unterzeichnen. Die Enzyklika wird am Sonntag, 4. Oktober 2020, veröffentlicht. Sie befasst sich nach Angaben des Vatikans mit einer globalen Neuorientierung nach der Corona-Pandemie aus christlicher Sicht.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, wird die Enzyklika vorstellen und eine erste Interpretation vornehmen. Zusammen mit Frau Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer vom Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre an der Albert-Ludwig-Universität in Freiburg erläutert Bischof Bätzing den Text und die theologischen Grundaussagen.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind herzlich zu dieser Pressekonferenz eingeladen, die am

Sonntag, 4. Oktober 2020, um 12.30 Uhr
im Priesterseminar Limburg,
Weilburger Straße 16,
65549 Limburg


stattfindet. Der Termin orientiert sich am Zeitpunkt der Veröffentlichung der Enzyklika kurz zuvor an diesem Sonntag im Vatikan.

Wir bitten Sie, sich aus Planungsgründen und aufgrund von Hygienemaßnahmen angesichts der Corona-Pandemie verbindlich per E-Mail anzumelden an: pressestelle(at)dbk.de.

Interkulturelle Woche 2020 mit ökumenischem Gottesdienst in München eröffnet

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 27. September 2020 - 8:12

Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Dom „Zu Unserer Lieben Frau“ (Frauenkirche) in München ist heute (27. September 2020) die 45. Interkulturelle Woche (IKW) eröffnet worden. Der ökumenische Gottesdienst wurde unter anderem gestaltet vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, sowie dem Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, und Metropolit Augoustinos von Deutschland, Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz.

In seiner Einführung in den Gottesdienst erinnerte Kardinal Marx an den 40. Jahrestag des Attentats auf das Münchner Oktoberfest vor 40 Jahren, am 26. September 1980: „Dreizehn Menschen starben, viele Verletzte leiden bis heute, der Schock über diesen Terroranschlag ist in dieser Stadt immer noch groß. Heute wissen wir um den rechtsradikalen Hintergrund, den Fremdenhass, den menschenverachtenden Nationalismus, die dieses Verbrechen angetrieben haben. Dieser Gottesdienst und diese Interkulturelle Woche sollen auch ein Zeichen sein gegen Hass, Antisemitismus, die Verachtung anderer, nationalistische Hetze. Wir Christen wissen, wo wir stehen müssen: bei denen, die aufstehen gegen jeden Hass und gegen Rassismus und menschenverachtendes Reden und Handeln“, so Kardinal Marx.

In seiner Predigt knüpfte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm an das Leitwort der Interkulturellen Woche an. Er verstehe das Motto „Zusammen leben, zusammen wachsen“ als einen Prozess des Lernens und Teilens. „Wir alle sind Teil der Menschheitsfamilie, die mit Vielfalt und Verschiedenheit beschenkt ist, aber gemeinsam unterwegs ist“, so Bedford-Strohm. „Aber: Wir sind noch längst nicht am Ziel. Misstrauen, Hass und Gewalt bedrohen das, was unsere Vielfalt auszeichnet. Wir erleben Rassismus und Ausgrenzung von Menschen auf eine Weise, die wir uns nicht haben vorstellen können, in unserem Land, in Europa und an seinen Grenzen. Als Christinnen und Christen stellen wir uns an die Seite derer, die in Gefahr sind.“ Die Veranstaltungen der IKW und der Einsatz und die Kreativität von so vielen Menschen im ganzen Land seien „ein Leuchtfeuer für das, was wir sein können: eine Gemeinschaft der vielen, für die jeder gleichermaßen wichtig ist. Ich möchte deshalb dem Motto ‚Zusammen leben, zusammen wachsen‘ ein Drittes hinzufügen: ‚Beieinander bleiben.‘ Das ist heute dringend notwendig. Dazu ruft Gott uns, und dazu gibt er uns auch die Kraft“, sagte Bedford-Strohm.

Im Gemeinsamen Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2020 haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, Landesbischof Bedford-Strohm, und Metropolit Augoustinos auf die besondere Umstände hingewiesen, unter denen die  diesjährige Interkulturelle Woche stattfindet: „Die Coronavirus-Pandemie hat unseren Alltag und das Leben von Menschen weltweit in drastischer Weise verändert. Die unmittelbaren Auswirkungen der Ausbreitung des Virus und entsprechende Schutzmaßnahmen stellen uns alle vor große Herausforderungen. Sie erfordern ständig neue, sorgsame Überlegungen und Entscheidungen, die unter Bedingungen der Unsicherheit getroffen werden müssen. Dabei wird uns deutlich, wie lebensnotwendig eine solidarische Grundhaltung in unserer Gesellschaft ist.“

Im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst fand ein Empfang mit anschließender Gesprächsrunde zum Thema „Bedrohte Demokratie?! – 40 Jahre nach dem Oktoberfest-Attentat“ statt. Teilnehmer waren der Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler, der die Nebenkläger im NSU-Prozess vertrat, die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız , die mit „NSU 2.0“ unterzeichnete Drohbotschaften erhalten hatte, sowie die Projektsekretärin der DGB-Jugend Region München, Magdalena Siebert, deren Organisation sich schon lange für das Gedenken an die Opfer des Oktoberfest-Attentats in München einsetzen. In dem Eröffnungsgottesdienst war zuvor ein Kunstwerk des Münchner Künstler-Ehepaares Anna und Andreas Eichlinger vorgestellt worden, das sich mit dem Oktoberfest-Attentat vom 26. September 1980 auseinandersetzt und als Mahnmal konzipiert ist.

Hintergrund
Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche (IKW) ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. In mehr als 500 Städten und Gemeinden gibt es rund 5.000 Veranstaltungen. Der vorgeschlagene Zeitraum für die IKW 2020 ist 27. September bis 4. Oktober. Der von Papst Franziskus ausgerufene Welttag des Flüchtlings und des Migranten am 27. September 2020 sowie der nationale „Tag des Flüchtlings“, dieses Jahr am 2. Oktober, sind Bestandteile der Interkulturellen Woche.

Hinweise:
Das Gemeinsame Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2020 ist unten sowie auf www.ekd.de als pdf-Datei verfügbar.

Für die Vorbereitung der Interkulturellen Woche hat der Ökumenische Vorbereitungsausschuss eine Reihe von Materialien erstellt, die unter www.interkulturellewoche.de bestellt werden können. Dort finden Sie auch weitere Informationen.

Deutsche Übersetzung des vatikanischen Dokuments „Pastorale Orientierungen zu Binnenvertriebenen“ veröffentlicht

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 25. September 2020 - 9:29

Am 27. September 2020 feiert die katholische Kirche den 106. Welttag des Migranten und Flüchtlings, der in Deutschland im Rahmen der Interkulturellen Woche (27. September bis 4. Oktober 2020) begangen wird. Der Fokus des diesjährigen Welttages liegt auf der schwierigen Lage von Binnenvertriebenen. Ihren besonderen Bedürfnissen hatte der Vatikan bereits im Mai 2020 die Pastoralen Orientierungen zu Binnenvertriebenen gewidmet. Heute erscheint das römische Dokument auch auf Deutsch. Die Botschaft, die Papst Franziskus anlässlich des Welttages veröffentlicht hat, steht unter dem Leitthema: „Wie Jesus Christus, zur Flucht gezwungen“. In Anlehnung an die Pastoralen Orientierungen ruft der Papst darin zu einer stärkeren Sensibilität für das „Drama der Binnenvertriebenen“ auf.

Der Sonderbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), betont anlässlich des Welttages das Ausmaß des Phänomens der Binnenflucht: „Allzu leicht blenden wir aus, dass es sich bei mehr als der Hälfte der etwa 80 Millionen Menschen auf der Flucht weltweit um Binnenvertriebene handelt – Frauen, Kinder und Männer, die aufgrund von Naturkatastrophen, bewaffneten Konflikten oder Menschenrechtsverletzungen innerhalb des eigenen Landes Schutz suchen. Als Weltkirche sind wir aufgerufen, uns für Schutzsuchende in allen Teilen der Erde einzusetzen, insbesondere für jene, deren Situation auf internationaler Bühne wenig Beachtung findet. Dieses Anliegen darf gerade auch angesichts der Corona-Pandemie und ungelöster europäischer Herausforderungen in der Flüchtlingspolitik nicht in Vergessenheit geraten.“

Während einer Äthiopien-Reise im Mai 2019 ist Erzbischof Heße nahe der Stadt Gondar mit Binnenvertriebenen ins Gespräch gekommen, deren einzige Anlaufstelle eine von Ordensschwestern betriebene Einrichtung war. Der Sonderbeauftragte begrüßt vor dem Hintergrund dieser Begegnung die praktische Ausrichtung der Pastoralen Orientierungen: „Schon seit Langem gibt es engagierte kirchliche Akteure, die sich für die Belange der Binnenvertriebenen einsetzen. Auf der Grundlage ihrer Praxiserfahrungen geben die Pastoralen Orientierungen des Vatikans konkrete Handlungsempfehlungen für die Verbesserung der Situation der betroffenen Menschen. Klar ist dabei: Auch im Kontext von Binnenflucht brauchen wir ein Mehr an internationaler Aufmerksamkeit und Solidarität.“


Hinweise:

Die Online-Publikation Pastorale Orientierungen zu Binnenvertriebenen (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 225) steht in der Rubrik Publikationen als pdf-Datei zum Herunterladen bereit.

Die Botschaft von Papst Franziskus zum Welttag des Migranten und Flüchtlings ist unter Papstbotschaften verfügbar. Weitere Materialien zum diesjährigen Welttag können auf der Internetseite des Vatikans unter migrants-refugees.va/resource-center/world-day-of-migrants-refugees-2020 heruntergeladen werden. Weiterführende Informationen zum Thema Binnenvertreibung stehen unter www.unhcr.org/internally-displaced-people und www.internal-displacement.org zur Verfügung.

Zusätzliche Informationen zur Flüchtlingshilfe der katholischen Kirche finden Sie unter www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de.

Umweltbischof Lohmann zum globalen Klimastreik

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 25. September 2020 - 9:03

An den Schöpfungsauftrag der Christinnen und Christen erinnert an diesem Freitag (25. September 2020) anlässlich des globalen Klimastreiks Weihbischof Rolf Lohmann (Münster), der in der Deutschen Bischofskonferenz für Umwelt- und Klimafragen zuständig und Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen ist. „In der Ökumene begehen wir noch bis zum 4. Oktober 2020, dem Gedenktag des hl. Franz von Assisi, die ‚Schöpfungszeit‘. Papst Franziskus erinnert uns aus diesem Anlass daran, dass wir ein Teil und nicht etwa die Herren des großen Lebenszusammenhanges sind“, erklärt Weihbischof Lohmann.

Die Schöpfung mit ihren empfindlichen Ökosystemen sei die menschliche Lebensgrundlage und sollte stets behütet und bewahrt werden. „Dafür setzen sich auch die jungen Menschen immer wieder mit Nachdruck ein. Das finde ich gut! Sie mahnen die Entscheidungsträger, aber auch jede und jeden Einzelnen, unsere Verpflichtungen ernst zu nehmen und umzusetzen. Tun wir das! Zu viel steht sonst auf dem Spiel!“, so Weihbischof Lohmann.

Hinweis:
Das Statement von Weihbischof Lohmann finden Sie als Video unter www.facebook.com/dbk.de oder auf dem YouTube-Kanal der Deutschen Bischofskonferenz.

Abschlusspressekonferenz der Herbst-Vollversammlung 2020 der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 24. September 2020 - 12:06

Die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz ist heute (24. September 2020) zu Ende gegangen. Sie hat sich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das kirchliche Leben und dem weiteren Fortgang des Synodalen Weges insbesondere nach den gerade stattgefundenen Regionenkonferenzen befasst. Im Themenfeld „Aufklärung und Aufarbeitung“ ging es um weitere Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie). Ein verändertes Verfahren zur Anerkennung des Leids wurde beraten und beschlossen. Weitere Schwerpunktthemen der Beratungen waren die Kirchenstatistik 2019 und die Instruktion der Kongregation für den Klerus über die Pfarrgemeinde.

Wir dokumentieren den Pressebericht zur Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, den der Vorsitzende, Bischof Dr. Georg Bätzing, bei der Abschlusspressekonferenz am 24. September 2020 vorgestellt hat sowie die Anlage 1 zum Pressebericht mit dem Titel „An der Seite der Kirche und aller Menschen in Belarus – Solidaritätsadresse der deutschen Bischöfe“. Die pdf-Dateien sind unten zum Herunterladen verfügbar.

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